Entspannter Kurz-Trip nach Berlin

Die Wochenend-Reise nach Berlin begann mit einer wichtigen Erkenntnis: “Nächstes Mal fährste lieber Bahn”. Kostet zwar einen Tacken mehr als der Flixbus, kommt dafür aber weit pünktlicher, kann nicht in den Stau kommen und man sitzt kürzer und zudem bequemer. Schon mal im Hinterkopf notiert.

Auch der Beginn der Reise war recht kurios, bin ich doch gemeinsam mit meinem Berliner Gastgeber in die Hauptstadt gefahren, da er am Freitag beruflich in Hannover war. Und so hat mich mein Gastgeber nicht an seiner Wohnungstür erwartet, sondern mich vielmehr durch seinen Kietz zu seiner Wohnung gelotst und dabei schon hier und da so einiges zu erzählen gehabt.

Der Freitagabend war absolut entspannt. Nachdem wir im nahegelegenen Supermarkt das Willkommensbier gekauft hatten, versorgte uns der Pizza-Flitzer mit zwei “39-Zentimeter-klingt-erst-mal-nicht-so-groß-macht-retrospektiv-gesehen-aber-pappesatt”-Pizzen. Diese haben wir ebenso wie auch das inzwischen gut gekühlte Berliner Kindl auf dem schönen Balkon genossen.

Berlin

Dem Balkon konnte ich persönlich ja sowohl positives als auch negatives abgewinnen. Zum einen musste ich feststellen, dass es in der pulsierenden Hauptstadt tatsächlich Ecken gibt, die dank der vielen hohen Wohnhäuser echt gut den Straßenlärm der Hauptstraßen abschirmen. Als ich nach Mitternacht noch mal draußen war, hatte ich das Gefühl, dass es dadurch mitten in Berlin nachts ruhiger sein kann als im heimischen Dorf, das quasi mitten in einem Bahngleisdreieck für ICEs, S-Bahnen und Güterzüge liegt. Ein Punkt, der für mich jedoch ab-so-lut negativ war (und meinen Gastgeber wohl ein ums andere Mal zum Lachen brachte): zwar konnte man die Flugzeuge, die kurz vor der Landung in Berlin-Tegel waren, gut hören, aber nicht sehen. Die Einflugschneise verläuft nördlich von der Wohnung, der Balkon geht allerdings zur Südseite. Die umstehenden mehrstöckigen Wohnhäuser reflektierten den Schall so, dass ich bei jedem Landeanflug automatisch mit einem “Oh! Ein Flugzeug!” reagierte, den Himmel absuchte und mir erst in der nächsten Sekunde bewusst wurde, dass ich es ja nicht sehen kann, weil es *hinter* dem Haus entlang fliegt.

Bei der Sichtung des eher mittelmäßigen “Risky Business” mit Tom Cruise bin ich dann zeitweise ein wenig weggeschlummert, offizielles Ende des Tages war dann um 1 Uhr.

Am nächsten Morgen bin ich punkt 9 Uhr aufgewacht. Ich war keine halbe Minute wach, da ging die Tür zum anderen Zimmer auf und Phil ließ sich blicken. Das nenne ich Timing. Beim Frühstück auf dem Balkon wollten wir eigentlich Pläne für den Tag schmieden, waren uns aber schnell einig, dass wir gar keinen Plan brauchen.

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Phil bekommt am nächsten Wochenende Familienbesuch, der dann Wert legt auf die Touri-Highlights. Die habe ich inzwischen zur Genüge durch, so dass wir uns einfach mal ein wenig durch Berlin treiben lassen wollten. Frei nach dem Motto “Alles kann, nichts muss” starteten wir in Richtung Hauptbahnhof. Ich hatte in Erinnerung, dass es da an der Spree eine Beach-Bar gibt, wo wir ein wenig abhängen könnten. Da war auch eine, aber ich meinte mich an eine noch bessere in Richtung Westen zu erinnern, also spazierten wir ein wenig am Spreeufer entlang.

Berlin

Stellt sich raus: meine Erinnerung hat mich getäuscht. Aber wir waren da sehr entspannt. Und statt (Selbst-)Vorwürfen a la “Wären wir mal da geblieben” beschlossen wir dann einfach, links abzubiegen in Richtung Tiergarten. Mal gucken, was kommt. Es kam ein schattiger Weg, der uns mit kryptischen Melodien eines großen Glockenspiels begleitete, die sich als Hits wie etwa Rod Stewards “Sailing” entpuppten. Auf der Luiseninsel musste ich erst mal die Kamera zücken, um meinem daheimgebliebenen Schatz ein Foto von der Gartenanlage zu schicken.

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Wir landeten schnell an der Tiergartenstraße und beschlossen, frei nach Schnautze, die Stauffenbergstraße einzuschlagen. Als hätte man es ahnen sollen, sind wir am geschichtsträchtigen Bendlerblock gelandet, wo wir einen kurzen Blick in den Innenhof geworfen haben.

Berlin

Berlin

Unser Weg Richtung Süden führte uns auf die Potsdamer Straße, die so eine typische berliner “Multi-Kulti-Straße” ist: kleine Läden wechseln sich mit Filialen der großen Unternehmen ab, gespickt mit Dönerläden und Bistros mit Außenbestuhlung, direkt an der vielbefahrenen Bundesstraße B1. Kurze Zeit später stießen wir auf die Bülowstraße, die ich einfach mal als einen selbsterkundeten Geheimtipp ausgebe: die Straße hebt sich von den anderen Straßen doch ziemlich ab, weil hier viele wirklich gute Graffiti zu sehen waren, die echt ein Foto wert waren. Besonders begeistert hat mich das “Weltraum-Haus”.

Berlin

Berlin

Berlin

Zwei dringende Bedürfnisse sorgten dafür, dass wir doch wieder in Richtung Potsdamer Platz spaziert sind: Flüssigkeit wollte sowohl oben rein als auch unten raus. Und so haben wir einen kleinen Zwischenstopp am Alex im Sony Center gemacht und uns das wilde Touri-Treiben angesehen. Und weil es ja auch ein wenig außergewöhnlich sein sollte, gab es statt einer schnöden Cola auch eine Wassermelonen-Gurken-Limonade.

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Anschließend habe ich für meinen Berliner Freund den Reiseführer gegeben und ihn zielsicher zur Topographie des Terrors gelotst. Nachdem wir vormittags ein wenig südwestlich des Potsdamer Platzes herumgestreunert sind, wollte ich gerne mal ein wenig östlich der Stresemannstraße die Gegend erkunden. Da lag die Topographie auf dem Weg, die Phil schon immer mal sehen wollte.

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Eigentlich hatten wir ja lose auf unserem Zettel, das WM-Spiel um Platz 3 auf der Fan-Meile zu schauen. Als wir aber so dahin spaziert sind, klang es viel einladender, sich einen kleinen Biergarten zu suchen, der auf Public-Viewing im kleineren Rahmen anbietet. Ist doch schöner da gemütlich zu sitzen und sich nebenbei ein angenehm kühles Pils zu gönnen. Im Restaurant “Brachvogel” wurden wir dann auch fündig. Echt ein schönes Plätzchen, das einen mit seiner ruhigen Lage im Grünen schnell aus dem Großstadt-Mood herausholt.

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Berlin

Das Spiel war noch nicht beendet, da hatte Phil eine Einladung von Freunden auf dem Handy. Man wolle sich bei einem Griechen “etwas weiter draußen” treffen. Also haben wir die Location gewechselt und haben uns auf den Weg gemacht, einmal quer durch Berlin. Trotz guter Anbindung der Öffis haben wir gut eine Dreiviertelstunde gebraucht, um von A nach B zu kommen. Das zeigte mir noch mal schön das Ausmaß unserer Hauptstadt. Es folgte ein angenehmer Abend mit sehr netten Leuten und gutem Essen.

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Auf der Heimreise wurde es noch mal ein wenig “abenteuerlich”. Wir hätten zwar einfach noch mal vom S-Bahnhof in die U-Bahn steigen müssen, um eine Station zu fahren. Da wir aber bisher “nur” 20.000 Schritte auf dem Tacho hatten, habe ich vorgeschlagen, dass wir dieses Teilstück auch genauso gut zu Fuß gehen können. Schließlich war ein herrlicher Sommerabend. Wir ließen uns von Google Maps navigieren. Dass uns Google dann vom Bahnhof durch eine unbeleuchtete Kleingarten-Kolonie gelotst hat, erklärten wir uns damit, dass der US-Konzern mit Geldern des organisierten Verbrechens finanziert wird. So ganz geheuer war uns dieses Teilstück wohl beiden nicht. Aber: et hat noch immer joot jegange.

Zuhause angekommen haben wir noch ein wenig auf dem Balkon gesessen, Satelliten beobachtet und geschnackt. Was natürlich folgen musste als es draußen zu kalt wurde: der traditionelle YouTube-Abend, an dem wir uns gegenseitig die sehenswerten Videos der letzten Wochen präsentiert haben (mein Anspieltipp: der iPhone-Akku-Wechsel des Finn Kliemann). Um 2 Uhr war die Show dann vorbei.

Sonntag. Der Tag, an dem ich wieder mal sehr an meiner Macke zu leiden hatte. Wenn ich weiß, dass noch eine Abreise auf dem Programm steht, fällt es mir schwer, die Zeit davor zu genießen oder sinnvoll zu nutzen. Mein Bus ging erst um 18 Uhr vom ZOB zurück nach Hannover. Trotzdem habe ich dann den ganzen Tag das Gefühl, irgendwie “auf dem Sprung” zu sein. Da fällt es mir dann schwer mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Phil hat das ganz gut gelöst und ist mit mir zum Arkenberger Kiessee gefahren. In knapp 15 Minuten raus an die Natur. Schönes Plätzchen da grundsätzlich, nur mit den vielen FKKlern hatten wir so unsere Probleme. Es fällt schwer den Blick über die schöne Natur schweifen zu lassen, wenn man immer Gefahr läuft, anderen spontan auf den Hintern (oder sonstwas!) zu gucken. Doch auch hier haben wir ein kleines, lauschiges Plätzchen gefunden, an dem wir lange verweilt sind.

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Viel zu früh haben wir uns auf den Weg zum ZOB gemacht (dran denken: ich bin immer “auf dem Sprung”) und sind in “Andys Diner & Bar” gelandet. Passte ja vom Namen her. Als wir davor standen, hatten wir schon miese Befürchtungen: ein Lokal in direkter Lage zum ZOB, direkt an einer vielbefahrenen Kreuzung, muss ja richtig mies sein. Denkste! Die Bar war echt tip-top. der Service war fix und freundlich und der vegane Burger war mächtig (und) lecker.

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Gemeinsam schauten wir noch die erste Halbzeit des WM-Finales, als ich mich direkt nach dem verwandelten Elfmeter zum 2:1 auf den Weg zu meinem Bus machte. Der Bus war pünktlich am Hannoverschen Hauptbahnhof, ich keine 20 Minuten später wieder in Sarstedt. Und auch da hatte ich wieder eine lehrreiche Erkenntnis. Kaum aus dem Zug ausgestiegen, hatte ich diesen herrlichen Duft in der Nase. Ihr kennt das: wenn sich der Tag dem Ende zuneigt, dann riecht es in der Natur noch mal so richtig intensiv nach Gras. Herrlich! Schon da hatte ich den Gedanken: “Das ist der Grund, warum Berlin nix für mich wäre”. Auf dem Weg nach Hause kam ich an unserem Ortseingang an einer Pferdekoppel vorbei, auf der zwei Fohlen wild herumtollten. Auch ein Anblick, den man in Berlin vergebens sucht. Nachdem ich etwas weg vom Haus geparkt hatte und noch einmal an der nahen Weide vorbei musste, habe ich noch einmal die Kamera gezückt. Es folgt ein Foto mit der Unterschrift: “Heute gelernt: ich bleibe lieber ein Landei, so schön Berlin auf Zeit auch ist”

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Garten-Update, Juli 2018

Der eine oder andere aus der Region wird sich sicherlich noch an das Hochwasser aus dem letzten Sommer erinnern. Während die Pferdewiese hinter unserem Haus komplett im Wasser stand, haben es sich die Fluten auf unserem Grundstück nur auf meinem Salatbeet bequem gemacht:

Hochwasser

So sah es zumindest aus. Tatsächlich aber hat sich das viele Wasser auch auf unseren Boden ausgewirkt: vollgesogen mit so viel Feuchtigkeit hat das Hochwasser auch nachhaltigen Schaden an unserer „Hochbeet-Terrasse“ angerichtet. Da die Pfosten sowieso nicht gerade tief in den Boden eingeschlagen waren, hatte es die schwere Erde des Hochbeetes durch das Hochwasser noch leichter, die Pfosten nach außen zu drücken. Auf diesem Foto kann man noch ganz gut erkennen, dass sich die seitlichen Bretter ordentlich in die Kurve gelegt haben. Noch schlimmer: am hinteren Ende haben die Bretter nicht nur gegen den Zaun zum Nachbargrundstück gedrückt, hier sind sogar die ersten Bretter abgeplatzt, weil sie dem Druck nicht mehr stand halten konnten. Schon im Frühling habe ich mit Grauen an das große Garten-Projekt dieses Jahres gedacht: das Hochbeet neu befestigen.

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Ich hatte noch gut in Erinnerung, wie mühsam es im letzten Jahr gewesen ist, das Hochbeet mit Erde zu füllen. Damals hatten wir einen großen Schwung abgeschälten Rasen, der oben noch mit gut 50 Säcken Blumenerde aus dem Baumarkt aufgefüllt wurde. Hinzu kam noch das Hin- und Herschleppen von 8 Tonnen Kies. Aber: hilft ja nix. Watt mutt, datt mutt!

Langsam aber sicher wuchs der Berg mit Erde immer höher. Was auch bedacht werden wollte: der gesamte Bewuchs des Hochbeetes musste ja auch mit raus und sollte möglichst so gelagert werden, dass er später auch wieder eingepflanzt werden könnte. Hier sieht man schön die Astern aus dem Hügel wachsen, dahinter lagen dann noch ein paar Gräser und Bodendecker.

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Und wer nun denkt „Och, so groß ist der Berg an Erde doch gar nicht“, der vergisst, dass auf der anderen Seite des Gartens ein ebenso hoher Berg aufgeschüttet werden musste:

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Zum Glück waren Michis Eltern nun eine Woche bei uns. Und die sind wirklich eifrig bei der Sache gewesen. Während ich ein wenig schlechtes Gewissen hatte, dass wir unsere Gäste so für uns eingespannt hatten, war Michi da ganz anderer Meinung. „Wenn die beiden nix zu tun haben, gehen sie die Wände hoch“. Ja, so kenne ich sie. Stillstand ist Rückschritt und irgendwas ist immer zu tun. So waren sie uns eine riesengroße Hilfe, für die ich gar nicht genug danken kann!

Hier noch ein kleines Zwischenstand-Foto:

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Die Eckpfosten haben wir nun einzementiert, um ihnen mehr Halt zu geben. Außerdem finden sich zwischen den Pfosten nun auch noch Metall-Leisten, die für noch mehr Stabilität sorgen. Ich schreibe diesen Artikel hier am Sonntag. Gestern und heute habe ich je noch mal gut drei Stunden darauf verbracht, die ausgehobene Erde wieder in das Hochbeet zu bringen. Auch die ersten Pflanzen sind schon wieder drin, ebenso wie einer von drei Maurerkübeln (s. vor der Terrasse), in denen wir ein paar Wasserpflanzen haben.

Doch es bleibt genug zu tun. In einem spontanen Anflug von „Ey, komm! Alles in einem Abwasch“ werden wir von unserer Küchenterrasse zur Gartenterrasse noch einen Weg mit Rasengittersteinen verlegen. Hierfür warten wir auf die Lieferung von einer Tonne Split und zwei Tonnen Schotter. Auch die dürfen dann wieder liebevoll von unseren Stellplätzen einmal ums Haus in den Garten befördert werden.

Zudem haben wir an ein, zwei Stellen noch mal Rasen abgeschält, um unser Kiesbeet zu erweitern. An einigen Stellen hat sich herausgestellt, dass man da mit dem Rasenmäher ganz schlecht entlang kommt. Also haben wir da Abhilfe geschaffen und den zu mähenden Bereich noch mal um ca. 10m² verkleinert. 😉

Aber hier ist es ebenso wie mit dem Bergwandern in Tirol: man wächst an seinen Aufgaben. Und es ist echt schön zu sehen, wie es voran geht. Wie man selbst etwas schafft. Hier und da mit etwas Hilfe von anderen. Und mit dem Garten ist es wie mit dem Haus: es ist nie fertig. Mal sehen, was uns als nächstes in den Sinn kommt.

Das neue Pendler-Leben

Nach nunmehr fast 25 Jahren im Job musste ich mich in dieser Woche einer sehr einschneidenden Veränderung stellen. Ein Leben lang fuhr ich mit dem Auto zur Arbeit. In der schlimmsten Zeit 100 Kilometer täglich, zweimal durch Hannover durch. In der letzten Zeit jeden Tag 60 Kilometer.

Und jetzt? Jetzt hat sich mein Arbeitsort direkt in die City von Hannover verlagert. Fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt sitzen wir nun in einem frisch sanierten Büro, irgendwo zwischen C&A und Postbank-Gebäude. Und damit stand für mich dann fest: den Stress mit dem Auto werde ich mir da nicht geben! Das neue Pendler-Leben weiterlesen

Tirol-Tagebuch, Tag 5

Auch heute war ich leider wieder allein unterwegs. Zum einen ging es Michi nicht so gut und ich musste in der Apotheke im benachbarten Kössen Medikamente kaufen, zum anderen stand da eine royale Hochzeit an, die eine Wanderung über die Mittagszeit für den weiblichen Anteil unserer Reisetruppe eh verbot.

Übrigens: die heißeste Erfindung seit Elektrizität. Blasenpflaster! Was hätte ich bloß ohne Blasenpflaster gemacht? Bei der Wanderung am Vortag hatte ich mir an der linken Ferse eine ordentliche Blase gelaufen, die offen war und… naja, ihr kennt das. Dank Blasenpflaster konnte ich aber auch an den folgenden Tagen richtig lange Wanderungen machen. Zuerst tat es immer noch einen Kilometer lang weh, aber dann hatte es sich eingetreten und ich habe von der Blase höchstens mal was gemerkt, wenn es steil bergab ging. Echt eine tolle Erfindung. Tirol-Tagebuch, Tag 5 weiterlesen

Reisebericht Tirol, Tage 1-3

“Urlaub in den Bergen? Wie kommt man denn auf den Trichter?”

Dass unser Mai-Urlaub kein normaler Strandurlaub werden konnte, das war uns schon vorher klar. Zur Debatte stand allerdings auch noch eine Kreuzfahrt entlang der norwegischen Fjorde. Da ich den Vatertag aber in Franken verbracht habe, wäre es von dort aus zeitig nach Hamburg zu kommen, recht stressig geworden. Und wo ich schon mal halb auf dem Weg nach Österreich war, lag der Gedanke nahe, von dort aus dann einfach noch mal weiter zu fahren. Anstatt 8 Stunden Fahrt von zuhause aus, warteten so knappe 4 Stunden Weiterfahrt auf uns. Das klang weit entspannender. Reisebericht Tirol, Tage 1-3 weiterlesen

Radtour im Frankenland

Wie gut, dass der beste Kumpel meines “Lieblingsschwagers” genau so fahrradverrückt ist wie ich. Auf meine Frage hin, ob ich mir während unseres Aufenthaltes in Mittelfranken mal ein Fahrrad ausleihen könnte kam nur ein “Klar, such Dir eins aus. Die Garage ist offen.” Cool!

Zwei größere Touren habe ich dann gemacht. Direkt am Freitag nach dem Vatertag habe ich fast 100% noch einmal unsere Wanderroute des Vortages mit dem Rad abgefahren. Aus den 20 Kilometern Strecke sind somit dann 40 Kilometer geworden (wir wurden am Vatertag mit dem Auto zum Startpunkt unserer Wandertour gefahren). War ein schöner Start und ein guter Ausblick auf die etwas größere Tour, die ich für den Samstag geplant hatte. Die Anhöhe, die wir am Vortag mit dem Bollerwagen hoch marschiert sind, erwies sich auch mit dem Rad als sehr kräftezehrend. Da hing mir fast die Lunge aus dem Hals. Aber das war ja noch gar nix.

Richtig anspruchsvoll wurde es erst am Samstag. Da hatte ich mir ein noch etwas besseres Fahrrad ausgeliehen, mit dem ich dann auf’s Geratewohl losgefahren bin. Meine liebsten Radtouren sind schließlich jene, bei denen ich an Kreuzungen ganz spontan entscheide, ob ich links oder rechts weiter fahre. So entschied ich mich dafür in Richtung Süden zu fahren, mir dessen bewusst, dass es direkt nach dem Ortsausgang eine ganze Ecke schön steil bergauf geht. Da ging mir das erste Mal dann schon fast die Puste aus und ich nutzte den Moment auf der Bergkuppe für ein erstes Instagram-Foto:

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Es wurde aber nicht besser, denn nach ein paar Kilometern kam ich nach Stilzendorf. Eine Frage an alle Stilzendorfer: wie kann man bitte eine Ortschaft bauen, in der es die ganze Zeit bergauf geht? Von Anfang bis Ende! Aber der feine Herr ist ja zu stolz, um dann mal abzusteigen. Entsprechend fühlte ich mich dann auch dort am Ortsausgang. Aber: what goes up must come down. Entsprechend entspannend waren dann die nächsten Kilometer.

Die schöne Landschaft hat für die Anstrengungen ordentlich entschädigt:

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Eigentlich hätte ich noch viel öfter absteigen und ein Foto machen müssen. Aber man will ja auch ein wenig voran kommen. Nachdem ich etwa 20 Kilometer auf dem Tacho hatte und ich absolut keinen Plan mehr hatte, wo ich war (okay, einmal wusste ich wo ich war: direkt hinter einem Autobahn-Rasthof und damit definitiv falsch…), wagte ich dann doch mal einen Blick aufs Handy. Schnell an der Karte orientiert, die Namen der wichtigsten Ortschaften eingeprägt, die mich wieder “nach Hause” bringen sollten und weiter ging’s. Danach habe ich mich dann an den Wegweisern orientieren können und hangelte mich von Ort zu Ort.

Eines ist mir aufgefallen: in Franken gibt es weit weniger Radwege, die parallel zur Straße verlaufen. Liegt aber auch daran, dass die Gegend weit weniger dicht besiedelt ist als die “Metropolregion Hannover”. Entsprechend konnte ich auch ganz unbekümmert auf den Landstraßen fahren, weil eh nur alle paar Minuten mal ein Auto kam. Solche riskanten Situationen wie zuhause, in denen ein Auto einen auch gerne mal trotz Gegenverkehr haarscharf und schnell überholt, habe ich da quasi gar nicht erlebt.

Der Blick auf die Karte hat gut getan, denn fix war ich wieder fast zuhause. Leider zu fast, denn der Tacho zeigte 40 Kilometer, geplant waren aber eigentlich 60. Also drehte ich noch eine weiter Runde, wollte mir eh schon immer mal die Burg bei Colmberg ein wenig näher anschauen. Gesagt, getan:

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Anschließend ging es dann wieder auf ganz einsamen Landstraßen Richtung zuhause. Während einer kurzen Trink- und Müsliriegel-Pause kam es dann noch zu einem kurzen flüchtigen Flirt mit dieser jungen Dame, der nicht unerwähnt bleiben sollte…

Kuh

Ende vom Lied: ich träume von einem Auto mit Anhängekupplung, mit dem ich bei zukünftigen Besuchen dann auch mal mein eigenes Fahrrad mitnehmen kann. Da gibt es noch so viele schöne Strecken zu erkunden. Und: bei Bayern dachte ich immer an “hohe Berge, viele Steigungen”. Klar, ein wenig hügeliger als bei uns in der norddeutschen Tiefebene ist es schon. Aber auch weit entfernt von strapazenreichen Aufstiegen a la Tour de France. Alles gut machbar, einfach ein wenig langsamer fahren, Kräfte sparen und gut ist. Im wahrsten Sinne.

Radtour

Kurzurlaub in Mittelfranken

Insgesamt war ich knapp drei Wochen unterwegs, warum dann also “Kurzurlaub”? Ganz einfach: eigentlich sollte es nach Tirol gehen, doch wie der Himmel es so will wohnt “mein Lieblingsschwager” in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber und somit fast genau auf der Hälfte der Strecke zwischen unserem Zuhause und unserem tiroler Urlaubsort. Außerdem galt es noch ein Versprechen einzulösen… Kurzurlaub in Mittelfranken weiterlesen

Still alive – mit Garten-Update ;-)

Erschreckend, wie lange hier nichts mehr passiert ist. Dabei ist doch immer ziemlich viel passiert. Vielleicht liegt es ja genau daran? In den letzten Wochen habe ich so dermaßen wenig Zeit am Computer gesessen wie selten zuvor. Zum einen lag es sicherlich an unserem schönen Urlaub in Mittelfranken und Tirol. Zum anderen aber auch einer neuen Gelassenheit und medialen Unlust. In den vergangenen Wochen war es mir sogar oftmals zuviel, abends noch mal Netflix anzuschmeißen, um vor dem Schlafengehen noch irgendeine Serien-Episode zu schauen. Ich habe gemerkt, dass es durchaus auch mal ganz angenehm sein kann, sich abends einfach nur hinzulegen, ein wenig zu lesen und sich dann einfach zur Seite zu drehen, anzukuscheln und einzuschlafen.

Aber jetzt wird aus der Frühjahrsmüdigkeit wieder aufgewacht. Ich bin überrascht, wie viele Blogartikel ich noch ans Entwürfe gespeichert habe. Teilweise fehlt ihnen inzwischen die Aktualität: wer will heute noch lesen, was für sportliche Tätigkeiten ich im März gemacht habe?!

Am besten fangen wir erst mal ganz klein an. Vielleicht mit einem kleinen Überblick über den Status unseres Gartens momentan. Still alive – mit Garten-Update 😉 weiterlesen