Der Serengeti-Park in Hodenhagen

Auch wenn der Serengeti-Park von all meinen bisherigen Wohnorten maximal eine Stunde Fahrzeit entfernt lag, musste ich doch erst 44 Jahre alt werden, um erstmals dort hinzukommen.

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Mein Interesse daran war aber zugegebenermaßen auch eher gering. Ich dachte, da fährt man mit seinem Auto oder einem Bus durch die Gegend, während um einen rum ganz viele wilde Tiere herumgaloppeln. Klang für mich erst mal nicht spannender als der Zoo Hannover, zumal ich einen Teufel tun würde und mit meinem eigenen Auto da durch fahren würde. Mein Arbeitskollege hatte mir aber von einem Serengeti-Busfahrer vorgeschwärmt, der in bester Atze-Schröder-Manier zu jedem Tier einen flotten Spruch parat hatte. Also: warum nicht mal ausprobieren?

Unser Plan: erst mal eine geführte Bus-Tour machen und den Park danach auf eigene Faust erkunden. Dass es da außer dem Tierpark noch etwas anderes zu erkunden gab, war mir neu. Ich ließ mich überraschen.

Die Bustour dauerte etwa eine Stunde. In dieser Zeit hat uns unsere Busfahrerin einmal durch das komplette Areal gefahren, ein zehnminütiger Aufenthalt auf der Streichelwiese inklusive. Zwar gab es zu den Tieren auch immer ein paar interessante Fakten, aber so eine richtig mitreißende Art hatte die Fahrerin dann leider nicht.

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Beeindruckt war ich vom Ausmaß des Areals, auf dem sich die wilden Tiere tummelten. Alle Tiere aus einer Region fanden sich in einem eigenen Bereich wieder. Diese waren durch Laufgitter voneinander abgetrennt, die zwar von Autoreifen überfahren, aber von Tieren nicht übersprungen werden können. Das gab dem ganzen etwas sehr offenes. Schön gemacht und anscheinend auch für die Tiere sehr entspannt.

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Vielleicht sollte man es doch mal wagen, mit dem eigenen Auto da durchzufahren. Die Bustour war schon okay, aber der Bus war eigentlich die ganze Zeit in Bewegung. Leichte Fahrbewegung, Zoom und Tierfotografie an sich sind Dinge, die nicht zusammenpassen wollten. Durch das ständige Fahren des Busses sind viele Fotos einfach nichts geworden. Andererseits stellt sich mir die Frage, inwieweit man mit dem eigenen Auto auch mal richtig anhalten kann, um minutenlang die Tiere zu beobachten.

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Was ich bisher gar nicht wusste, sondern erst nach unserer Bustour gelernt habe: der Serengeti-Park besteht gar nicht nur aus einem Tierpark, vielmehr ist da ein ganzer Freizeitpark mit dran! Es hat sich wohl echt ausgezahlt, dass wir außerhalb der (niedersächsischen) Ferienzeit gefahren sind, denn so mussten wir bei den vielen Fahrgeschäften (Achterbahn, Schiffschaukel, Wildwasserbahn, Riesenrad) nie lange anstehen. Teils konnten wir sogar einfach sitzenbleiben und noch eine Runde drehen, weil einfach keine Leute anstanden. Erschien mir der Eintrittspreis mit 32,50 € pro Erwachsenem anfangs doch recht viel, hat sich das angesichts der vielen Möglichkeiten dann doch relativiert. Hier mal ein kleiner Blick aus dem Riesenrad:

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Da war für jeden was dabei: es gab noch eine etwas spaßigere Bus-Tour, die zwar nur teilweise durch den Tierpark verlief, aber dennoch ganz unterhaltsam war. Man konnte sich mit einem “Quad” (Okay, das war eher ein Jeep, aber kein Quad…) auf einer Offroad-Strecke herumchauffieren lassen, mit einem Propellerboot über einen Teich düsen oder ganz gemütlich mit einer Bimmelbahn einmal durch den Park fahren lassen.

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Und dann natürlich noch ein weiteres Highlight: die offenen Gehege, in denen man direkten Kontakt zu Totenkopfäffchen, Lemuren oder Berberaffen finden konnte.

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Einziger Kritikpunkt: das Elefantengehege. Ein spearat gehaltener Elefant litt ganz offensichtlich an Hospitalismus, schwankte lethargisch hin und her. Ein anderes Gehege war zwar größer, aber dennoch hat das meinen Eindruck ein klein wenig getrübt. Dass Elefanten auf einer Freifläche zu gefährlich wären, auf der auch private Autos herumfahren – verständlich. Aber auf der Freifläche fanden sich einige Nashörner, die wütend vermutlich ebenso gefährlich sind wie wütende Elefantenbullen. Wo da jetzt der genaue Unterschied zu finden war, erschloss sich mir nicht.

Alles in allem ist der Serengeti-Park sehr schön angelegt, weitläufig und relativ gut in Schuss. An den Fahrgeschäften konnte ich keinen Rost entdecken, sie sahen allesamt sehr gut gewartet aus. Zugegebenermaßen sind die Fahrgeschäfte eher was für die jüngeren Kids. Ein zweiter Heide-Park mit Super-Loopingbahn ist das hier nicht. Aber – manchmal sind es die kleinen Dinge: überall gab es Toiletten, die gut über den gesamten Park verteilt waren. Das ersparte einem Rennerei. 😉

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