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Buchkritik: „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann

Obwohl ich täglich Artikel, Berichte oder Blogbeiträge lese, bin ich – zumindest was Bücher angeht – weit davon entfernt eine Leseratte zu sein. Das letzte Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe, war “Ein Mann namens Ove” – im Kreta-Urlaub im letzten Juni. Umso interessanter, dass es tatsächlich mal wieder ein Buch geschafft hat, mich zum Lesen zu bringen. 
Dr. Nadja Hermann ist eine Verhaltenstherapeutin mit ernährungswissenschaftlichem Background, die es geschafft hat, von 150 Kilo auf 63 Kilo abzunehmen und das Gewicht zu halten. Auf ihrem Weg dorthin hat sie sich sehr umfangreich mit ernährungswissenschaftlichen Studien befasst und in “Fettlogik überwinden” viele Erkenntnisse rund ums Thema Ernährung und Abnehmen zusammengetragen. In jedem Kapitel widmet sie sich einer “Fettlogik”, einem Argument also, das gerne als Vorwand dafür genutzt wird, nicht abnehmen zu müssen oder um bisherige Misserfolge zu erklären.
Was mir gleich positiv aufgefallen ist: die Autorin versucht keine Kompetenz zu beanspruchen, die sie gar nicht hat. Schon zu Beginn macht sie klar, dass die Erkenntnisse aus ihrem Buch ihre ganz persönlichen Rückschlüsse sind, die sie den vorhandenen Studien entnommen hat. Sie ist keine Ernährungswissenschaftlerin und nimmt dies für sich auch gar nicht in Anspruch. Meine kleine Enttäuschung am Ende des Buches war zugleich auch der größte Pluspunkt: obwohl die Kindle-App mir angezeigt hat, dass ich erst 90 % des Buches gelesen hatte, kam fortan nur noch ein sehr umfangreiches Quellenverzeichnis, in dem alle Studien aufgeführt sind, die sie in ihrer Argumentation nutzt. Mein Fazit: es ist manchmal ganz gut wenn jemand, der nicht zu 100 % aus der Materie kommt, einem die Essentials diverser Studien leicht verständlich aufbereitet.
Der Grundgedanke ihrer Erkenntnisse ist so trivial und einfach: man nimmt nur ab, wenn man weniger Kalorien zu sich nimmt als der Körper benötigt. Soweit sollte das wohl jedem bekannt sein. Während andere Autoren ganze Bibliotheken an Fachbüchern mit diversen Diäten und Infos zum Stoffwechsel füllen, sagt sie: “Nein, es ist haargenau so simpel.” 
Dass es beispielsweise keinen Unterschied macht, ob man Pasta nun abends oder mittags isst, ist ebenso eine Erkenntnis wie die Tatsache, dass der Körper bei geringer Kalorienzufuhr nicht in einen “Hungermodus” geht, der nach der Diät zum gefürchteten Jojo-Effekt führt. Wie gesagt alles unterfüttert mit zig Studien. 
Aus vielen Studien geht unter anderem auch hervor, dass der Stoffwechsel gar nicht so ein wechselhaftes Wesen hat, wie ihm gerne zugeschrieben wird. So fährt der Stoffwechsel nicht merklich herunter wenn der Körper zeitweise mit wenig Kalorien versorgt wird – genau aus diesem Grund hat der Mensch ja seine Fettreserven. Ebenso wenig lässt sich der Stoffwechsel durch verschiedene Lebensmittel nur sehr unmerklich ankurbeln. Demnach ist der Jojo-Effekt vorrangig darauf zurückzuführen, dass Übergewichtige nach Beendigung ihrer Diät wieder “normal” im Sinne von “wie vor der Diät” essen – was letztlich ja zu dem Übergewicht geführt hat und eigentlich mehr war als ihr Körper benötigt hätte.
Ebenso widmet sie sich in verschiedenen Kapiteln auch gerne jenen Argumenten, die viele sicherlich vom erfolgreichen Abnehmen abhalten. Gerne zieht sie Vergleiche, die zeigen, wie unsinnig diese “Fettlogik” jeweils ist. Beispiel: viel zu oft denkt man sich “Heute esse ich noch dieses eine Stück Torte. Wenn ich morgen dann mit der Diät anfange, habe ich kein Stück Torte mehr im Haus”. Sie vergleicht es mit dem Geld ausgeben: “Obwohl ich eigentlich schon pleite bin, kaufe ich mir heute noch die neueste Playstation. Morgen fange ich dann mit dem Sparen an.” Simple Argumentationen, derer man sich bewusst werden muss.
Einige Kapitel – so sagt die Autorin selbst – sind ziemlich trocken, aber dennoch lesenswert. In ihnen geht es um Dutzende Studien, die sich mit der gesundheitlichen Auswirkung von Übergewicht beschäftigen. Und ja, sie sind trocken, aber wer sich einmal den geballten Fakten aussetzt und erkennt, aus welchen Gründen Übergewicht welche Erkrankungen begünstigt, erhält zackig eine neue Motivation die Sache mit dem Abnehmen noch mal neu anzugehen.
Nadja Hermann weist in ihrem Buch mehrfach darauf hin, dass ihr Weg zum Abnehmen nicht der einzig wahre ist, sondern derjenige, der für sie am besten gepasst hat. Und das war der knallharte Weg, bei dem konsequent jedes Lebensmittel grammgenau notiert wird. Für andere Menschen mit einer anderen Mentalität mögen sicherlich auch andere Wege zum Ziel führen, aber, so Hermann “Am Prinzip der negativen Kalorienbilanz führt einfach kein Weg vorbei.”
Ich für meinen Teil habe das Buch so ziemlich verschlungen und konnte die meisten ihrer Theorien nachvollziehen. Außerdem fühle ich mich jetzt auch wieder motiviert etwas an meinem Essverhalten zu ändern und keine Ausreden mehr gelten zu lassen. Zu eindringlich war der Hinweis auf die gesundheitlichen Gefahren von Übergewicht. Ein Denkanstoß, über den ich mir bisher nie Gedanken gemacht habe, hat mit der Argumentation von Übergewichtigen zu tun, die sagen “Dann habe ich eben ein wenig Übergewicht und sterbe zwei, drei Jahre früher. Dafür habe ich auf nichts verzichten müssen.” Was ich dabei bisher auch nie bedacht hatte: nicht nur die Lebenszeit wird durch Übergewicht beeinflusst, sondern auch die Zeit, die man mit chronischen Erkrankungen zu kämpfen hat. Und wenn es nicht nur die Aussicht auf einen etwas früheren Tod ist, sondern auch die Aussicht darauf, schon viele Jahre zuvor mit Erkrankungen wie Arthrose, Diabetes oder Gicht konfrontiert zu werden, motiviert das noch mehr, zum Normalgewicht zu kommen.
Fazit: ein interessantes Buch, das leicht verständlich ist, viele Einblicke in körperliche Funktionsweise gibt und letztendlich zum Abnehmen motivieren kann. Für mich war es auf jeden Fall die 8,95 € wert (Kindle-Edition, Normalpreis 9,99 €).

Wertung: 5/5

Review: Fitnessarmband vivosmart HR

Vorab zur Info: der Text hier ist von Mitte März und dümpelte immer noch in meinen Entwürfen herum. Zwar habe ich mich inzwischen für einen anderen Fitness-Tracker entschieden, aber es wäre doch schade wenn dieser umfangreiche Bericht untergehen würde, oder?

Dass ich mich schon in der Vergangenheit dem Thema “Selbstvermessung” leidenschaftlich gewidmet habe, sollte bekannt sein. Nachdem ich eine Weile lang jedes Gramm an Nahrungsmittel in der App Lifesum aufgeführt habe (und damit tatsächlich anständige Abnehm-Erfolge erzielt habe), lag mein Hauptaugenmerk bisher immer auf Runtastic. Damit habe ich alle meine sportlichen Aktivitäten protokolliert, egal ob Radtour, Spaziergang oder auch die Besuche im Fitness-Studio. Seit gut einer Woche habe ich nun ein weiteres Gadget, das mich bei meiner Selbstvermessung noch mal auf einen ganz neuen Level bringt. Review: Fitnessarmband vivosmart HR weiterlesen

Liebes Trainingstagebuch, 29.01.2017

Nachdem ich die komplette letzte Woche leise vor mich hin gesiecht bin, ging es endlich mal wieder raus in die Natur. Gut 7,5 Kilometer haben wir uns durch den winterlichen Forst bei Osterwald gekämpft und dabei auch ein paar Höhenmeter gemacht. Bevor es in den kommenden Tagen also wieder wärmer werden soll, konnten wir da noch einmal die Winterkulisse genießen.

Fettverbrennung – eine Nullnummer?

Eigentlich wollte ich hier schreiben, dass das Training im “Fettverbrennungsbereich” eigentlich Kokolores sei. Ein Blick auf die blanken Zahlen widerlegt nun diese These – Fragezeichen bleiben aber trotzdem. Worum sollte es eigentlich gehen?

Wer bewusst trainieren möchte, sollte sinnvollerweise seinen Puls im Blick haben. Ich habe vor einigen Jahren mit einem Pulsgurt angefangen, um mich beim Radfahren nicht zu überanstrengen. Der stete Blick auf den Puls hat dafür gesorgt, dass ich im rechten Moment mal ein wenig langsamer gefahren bin, anstatt unnötig Kräfte zu verbrauchen.

Nun gibt es verschiedene Pulsbereiche, die dem Körper auf unterschiedliche Weise gut tun. Wer beispielsweise – grob gesagt – mit einem hohen Puls trainiert, tut viel für ein robustes Herz und einen ausdauernden Kreislauf. Im Gegensatz dazu lässt man es beim Training im Fettverbrennungs-Bereich weit lockerer angehen. Der Vorteil: der niedrige Puls sorgt bei einem längeren Training (ab ca. 30-45 Minuten) dafür, dass der Körper sich die notwendigen Kalorien aus den Fettreserven holt.

Warum ich das bisher für ein Nullsummenspiel gehalten habe? Ganz einfach: wenn ich mich wesentlich mehr anstrenge, verbrenne ich beim Training in der gleichen Zeit auch wesentlich mehr Kalorien. Zwar ist der Anteil der Fettkalorien dann geringer, da die Gesamtzahl aber ja höher ist, gleicht sich das sicherlich wieder aus.

Eben nicht!

Die Firma Polar macht nicht nur tolle Pulsuhren, sondern stellt auch recht gute Analysemöglichkeiten. So wird nach dem Ende einer Aktivität anhand des Pulses bzw. der Pulszonen errechnen, wie groß der prozentuale Anteil von Kalorien ist, die der Körper sich aus den Fettreserven holt. Zahlenfreund, der ich nun mal bin, habe ich mir meine letzten Sitzungen auf dem Ergometer genauer angeschaut.

Ergebnis: in 60 Minuten richtig anstrengendem Training werden 86 Fettkalorien verbraucht. Bei 60 Minuten gemäßigtem Training sind es fast doppelt so viele (168 kcal)! Dabei ist man danach nicht mal halb so geschafft!

Bleiben trotzdem noch ein paar Fragen:
Selbst 168 kcal pro Stunde klingt nicht nach wirklich viel. Zudem ist die Summe aller verbrannten Kalorien auch weit niedriger. Lohnt das überhaupt?
Ist es da nicht doch sinnvoller härter zu trainieren und somit mehr Kalorien zu verbrennen?

Ich werde da mal weiter recherchieren…

Liebes Trainingstagebuch, 16.01.2017

Schön wenn man den guten Vorsatz tatsächlich noch in die Tat umsetzen kann. Heute hatten wir eine Teamsitzung in unserem Bildungszentrum. Das ist leider dafür bekannt, dass das Essen der Kantine sehr gut ist und auch sonst für unser “leibliches Wohl” gut gesorgt ist. Nach zwei Tellern mit Kassler, Kartoffeln, Gemüse (Teller #1) und Canelloni (Teller #2) war mein Vorsatz mich abends noch mal auf den Ergometer zu setzen, um die Kalorien zumindest wiede ansatzweise zu verbrennen, schon recht groß. Kaum hatte der Nachmittagsteil unserer Tagung begonnen, da stand in der ersten Kaffeepause auch schon ein leckerer Käsekuchen vor dem Sitzungsraum. Mit jedem der (insgesamt 3!) Kuchenstücke wurde der Vorsatz des abendlichen Sports kleiner – die Kalorienbilanz aber naturgemäß immer mieser.


Letztlich habe ich es dann wirklich geschafft mich nach Feierabend noch “auf den Bock” zu setzen und zu zwei Episoden von “Zoo” in 80 Minuten insgesamt 1.000 Kalorien niederzukämpfen. Schöne Tendenz: inzwischen schaffe ich es problemlos auch tatsächlich zwei komplette Serien-Episoden a la 45 Minuten auf dem Sattel zu sitzen, ohne dass der Böppes zu dolle schmerzt. Denn, mal ehrlich: das sind doch die wahren Probleme des Sports in der Winterzeit. Da trainiert man zuhause und schaut nebenbei eine Serie. Meistens gehen die guten Serien 40 – 50 Minuten. Als Ziel habe ich meist 60 Minuten Training vor Augen. Das ist schon blöd wenn man da eine ganze Folge sehen kann und dann eine anfängt, ohne sie zuende zu gucken. Dem kann ich jetzt ganz einfach entgehen, indem ich einfach zwei Folgen schaue. 🙂

Liebes Trainingstagebuch, 14./15.01.2017

Am Wochenende war ich ziemlich faul. Schon am Freitag konnte ich mich nicht motivieren, mich zumindest mal auf den Ergometer zu setzen. Der Samstag war dann der komplette Durchhänger. Abgesehen von 25 Minuten Gymnastik war nix zu holen. Immerhin habe ich damit jetzt wieder angefangen. Einfach die Matte im Wohnzimmer deponiert und immer wenn es passt ein paar Übungen mache, und sei es nur für ein Paar Minuten. Sonntag konnte ich mich dann immerhin zu einem langen Spaziergang aufraffen. Hier habe ich zwei Rehe getroffen, die kurz nach dem Foto sogar noch ein wenig auf mich zu gelaufen kamen.


Dummerweise hat die Fitbit aus irgendwelchen Gründen die Strecke nicht richtig aufgezeichnet. Probleme scheint es immer dann zu geben wenn ich während des Trainings Fotos mache. Ob es damit zusammenhängt, dass in dem Moment die GPS-Daten auch von der Kamera-App angefordert werden, muss ich mal näher untersuchen. Letztendlich waren es bei knapp null Grad dann etwas mehr als 10 Kilometer (nachberechnet mit Bikeroutetoaster.com). Den Rest des Tages habe ich dann aber bei der erkälteten Michi auf der Couch verbracht, die erste Staffel von “Bosch” beendet und mit “Person Of Interest” angefangen. Was man halt so macht wenn das Wetter mies und die Motivati n zu Höherem fehlt.

Fitbit Charge 2 – Übersicht

Seit gut zwei Monaten nutze ich jetzt das Fitbit Charge 2 und bin der Meinung, dass es sich um ein richtig tolles Gerät handelt. In loser Folge werde ich hier einige Artikel veröffentlichen, die Funktionen detaillierter beschreiben oder meine Erfahrungen mit dem Fitness-Tracker wiedergeben. Vorerst eine kurze Übersicht über Funktionen, Vor- und Nachteile sowie mögliche Alternativen. Fitbit Charge 2 – Übersicht weiterlesen

HIIT, Teil 1

In den vergangenen Tagen habe ich mich mal ein wenig über den heißesten Scheiß zur Fettverbrennung schlau gemacht: HIIT (High Intensitiy Interval Training). Beim HIIT wird der Körper im relativ schnellen Wechsel bis zum äußersten belastet und wieder entspannt. Je nach Kondition gibt man hierbei 15-60 Sekunden Vollgas, um dann etwa die jeweils doppelte oder dreifache Zeit in ruhiger Bewegung wieder herunterzukommen. Durch diese wechselnde Belastung soll die Fettverbrennung angeregt werden. HIIT, Teil 1 weiterlesen