Ich und mein Pedelec (2)

Gut eine Woche habe ich nun schon mein neues Rad und kann auf die ersten knapp 240 Kilometer zurückblicken. Nach ein wenig Nachjustieren ist das Rad jetzt auch so eingestellt, dass es sich angenehm fahren lässt. Der Lenker ist schön hoch eingestellt, so dass ich sehr aufrecht fahre. Komfortabel, auch wenn ich nun nicht mehr ganz so sportlich-ambitioniert wirken mag.

Viele Grüße aus dem Deister-Ausläufer bei Springe!

Was ich gemerkt habe: wenn ich etwas sportlicher fahren will, mich körperlich ein wenig mehr anstrengen will, ist das mit dem E-Bike ebenso möglich wie mit dem normalen Rad. So richtig in Schweiß kommt man auch auf dem normalen Fahrrad ja meist erst bei Geschwindigkeiten ab 25 km/h (von Bergauf-Fahrten mal abgesehen). Und da hier der Elektromotor eh seinen Dienst einstellt, ist man jenseits der 25-km/h-Marke eh auf die eigene Muskelkraft angewiesen. Um nicht ganz der Bequemlichkeit anheim zu fallen bin ich zumindest so diszipliniert, dass ich die Unterstützung des Motors auf der niedrigsten Stufe lasse. Gerade bergauf verleitet es natürlich schon mal, dem Motor mehr Power zu gestatten. Aber auch hier bin ich konsequent. Klar nimmt der Motor einiges an Arbeit ab, aber bergauf im Hildesheimer Wald muss ich dennoch ordentlich in die Pedale treten. Gerade auch wenn ich lange Touren plane werde ich vermutlich den ersten Teil der Strecke weitgehend ohne Unterstützung fahren, damit ich im Fall des Falles genug Reserven habe.

Letztens bin ich nach Feierabend so spät losgefahren, dass ich auch erstmals seit langem wieder in der Dunkelheit fahren musste. Mit dem Rad aber überhaupt kein Problem, hat es doch ausgezeichnete Scheinwerfer, die entsprechend der Geschwindigkeit auch schön weit den Weg ausleuchten.

Das einzige, das mir noch nicht so optimal zusagt, ist die Navigation. Zwar kann ich mein Handy mit dem Display des Fahrrades koppeln und bekomme dann die Richtungspfeile jederzeit angezeigt. Steht ein Richtungswechsel an, so piept das Fahrrad (optional) jeweils 50 Meter vor dem Abbiegen. Einziges Problem: manchmal meint es die Routenplanung etwas zu genau. Hier ein typisches Beispiel:

Zickzack auf eigentlich gerader Strecke

Grundsätzlich hat das Navi natürlich recht. Laut Karte biege ich ja tatsächlich erst links und dann wieder rechts ab. Aber wenn mir das Navi dann hier zwei Richtungswechsel anzeigt, obwohl ich einfach nur geradeaus über die Straße fahre, irritiert das im ersten Moment dann schon. Das hat Komoot bisher besser gelöst, indem in solchen Situationen ein “Bei der nächsten Möglichkeit geradeaus fahren” sagt.

Außerdem hat sich gezeigt, dass die Routenplanung von Naviki eher so naja ist. Okay, Naviki ist ein Anbieter, der wirklich Wert darauf legt, Radstrecken herauszusuchen, die für Radfahrer optimal sind. Darüber können sich aber die Geister scheiden. Klar ist es für den einen toll wenn er auf einer Schotterpiste bergauf und bergab durch den Wald juckeln kann – wäre da nicht parallel in 50 Metern Entfernung eine schöne asphaltierte Straße, die mich ebenso von A nach B bringt. Statt Schotter habe ich da ab und zu mal ein Auto, das mit überholt. Trotzdem ist das für mich die schönere Alternative, schont ein wenig das Material.

Also werde ich zukünftig meine Routen mit Komoot planen und die GPX-Tracks dann in Naviki importieren. Weiterer Vorteil: bei Komoot kann ich Gegensatz zu Naviki auch die Wegbeschaffenheit erkennen. So fällt mir dort deutlich ins Auge ob eine Teilstrecke auf Schotter durch den Wald führt. Entsprechend kann ich meine Route anpassen und auch auf Straßen oder “richtige” Radwege ausweichen. Naja, kommt Zeit, kommt Rat, kommt Erfahrung…

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