Radtour nach Hameln

Am vergangenen Sonntag war es nach längerer Erkältungszeit dann endlich mal wieder Zeit für eine längere Tour. Schon im letzten Jahr als ich mein Pedelec bekommen habe, hatte ich eine Tour nach Hameln geplant, die ich dann in diesem Jahr mal angehen wollte. Gesagt – getan!

Für die Navigation habe ich auch diesmal wieder Komoot genutzt, das mir an markanten Wegpunkten immer in meine Podcasts gequatscht hat, um mich auf dem rechten Weg zu leiten. Über einen Großteil der Strecke hat das auch wunderbar funktioniert. Nur einmal stand ich etwas verwirrt am Straßenrand, wollte mich die Dame im Ohr doch auf die radweglose Bundesstraße lotsen. An einer Stelle, an der kein Radweg war. Wie so oft lag der Fehler aber nicht an der Technik, sondern am Benutzer. Als ich am heimischen PC die Route zusammengeklickt habe, habe ich zwischen Wohnort und Hameln auf der Karte einen Zwischenstop markiert, der dummerweise direkt an der Bundesstraße lag. Da muss ich nachbessern bzw. besser aufpassen.

Aber auch das war für Komoot kein Problem. Ich bin einfach auf einem kleinen Weg quer durch die Landschaft gefahren und nach gut 30 Sekunden wurde die Route angepasst. Mulmig wurde mir dann auf eben diesem Weg an einer Stelle: eine schöne große Wiese, etwas entfernt der Waldrand, der Weg gesäumt von nur wenigen Büschen und Bäumen. Und auf einmal hörte ich von allen Seiten das Krächzen von Krähen. Hatte etwas von Hitchcocks “Die Vögel” – ist aber im Gegensatz dazu gut ausgegangen (Spoiler!).

Einmal muss ich dann aber doch mit Komoot meckern. Mein Ziel in Hameln war der Klütturm (auf dem Screenshot links im Bild). Schon lange her, dass ich da mal gewesen bin, aber ich wusste, dass man von dort aus einen herrlichen Blick auf Hameln und das Umland hat. Als mich Komoot dann eine in den Berg hinein gebaute Treppe hoch schickte, habe ich das Rad noch hoch getragen. Kurz darauf ging der “Single Trail” dann aber ungelogen 45° in die Höhe. Zwar konnte ich das schwere Bike so halbwegs über Steine und Wurzelwerk nach oben schleppen, konnte ich auf halber Höhe angekommen aber sehen, dass es hier nicht wirklich weiter ging. Obwohl die Strecke mit der Option “Fahrrad” geplant war, entsprach die Route hier eher “fortgeschrittenerem Bergwandern”.

Ende vom Lied: nach ein, zwei alternativen Versuchen bin ich dann wieder “runter ins Tal” nach Hameln gefahren und habe mich das letzte Stück von Google Maps auf der Autostraße nach oben lotsen lassen.

Oben angekommen bot sich mir ein schöner und ein schlechter Anblick. Den schönen Anblick bot natürlich die Aussicht auf Hameln.

Schlecht hingegen war der Anblick meines Akkus. Der war nämlich nur noch etwas mehr als halbvoll. Ich will ja nicht meckern, aber: abgesehen von den drei, vier Kilometern bergauf bin ich immer im energiesparenden Eco-Modus gefahren. Da finde ich es schon ärgerlich wenn ich insgesamt gerade mal etwas über 100 Kilometer schaffe, wenn als Maximalreichweite doch mit 205 Kilometern geworben wird. So hügelig war die Strecke ansonsten nämlich nicht, dass da viel Leistung nötig gewesen wäre. Bei 150 Kilometern Reichweite würde ich nicht meckern, das ist ja beim Spritverbrauch bei Autos ein ähnliches Spiel. Aber gut 50% weniger als beworben? Das muss ich mal im Auge behalten. Und wieder einmal habe ich im Hinterkopf die 190 km Restreichweite der ersten Fahrt

Um mich auf dem Rückweg dann nicht in großen Experimenten zu verzetteln, bin ich fast komplett den gleichen Weg zurück gefahren wie auf der Hinfahrt. Ohne Motorzusatz tritt sich so ein 26-Kilo-Monster schon etwas schwerer als meine 11-Kilo-Gazelle Giant Anyroad, da wollte ich keine Gefahr laufen, nach 100 Kilometern noch mal richtig ins Schwitzen zu kommen. Entsprechend war die Rückfahrt etwas langweilig, aber sicher ist sicher.

Immerhin: der Akku hat gereicht, insgesamt wurden es somit dann 107 schöne Rad-Kilometer.

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