Der neue Gärtner im Haus: Ro-Mäh-O

Ja, ich weiß: sooo anstrengend ist Rasenmähen nun wirklich nicht. Kann man alles schön selbst machen. Dumm nur, wenn ich mich jede Saison wieder darüber ärgere, dass mir das Rasenmähen wertvolle Zeit raubt, die ich dann für mein Lieblingshobby Radfahren nicht über habe.

Es ist ja nun mal so: Rasenmähen kann man nur bei gutem Wetter. Beim Radfahren sieht das ähnlich aus, auch wenn Regen da nicht unbedingt ein Ausschluss-Kriterium ist. Doof ist auch: an Tagen, an denen ich den Rasen gemäht habe, fühle ich mich danach zu dreckig und staubig, um dann noch eine Radtour zu machen. Meistens habe ich den Rasen samstagsvormittags gemäht und mich danach erst geduscht, um mich wieder mit mir selbst wohl zu fühlen. Und frisch geduscht dann bei einer Radtour gleich wieder anschwitzen? Auch nicht so dolle.

Jetzt war “Schluss mit lustig”!

Einfach mal ein wenig Geld in die Hand genommen und in einen – laut “diesem Internet” – guten Rasenmäh-Roboter investiert. Klar Gardena ist teurer als andere Marken, aber eben laut Erfahrungswerten auch besser. Kaum hatte ich die Bestellung abgeschickt, informierte Aldi darüber, dass sie demnächst einen Mähroboter im Angebot hätten, der bei nicht mal halbem Preis mehr bieten würde. Da blinkte zum Glück in meinem Hinterkopf schnell wieder das “Wer billig kauft, kauft zweimal!” auf, das in unzähligen eigenen Erfahrungen bestätigt wurde. Bei einem Klappspaten kann man das Risiko eingehen, bei einem Gerät für mehrere hundert Euro investiert man lieber gleich in Qualität.

Vor dem Genuss steht natürlich erst mal die Plackerei. Damit der Mähroboter auch weiß, wo er denn mähen darf und wo seine Grenzen sind, musste ein Begrenzungsdraht verlegt werden. Wahlweise ober- oder unterirdisch. Mit oberirdisch bin ich bei uns nicht weit gekommen: unser Grundstück ist durch den Besuch von ganzen Maulwurfs-Generationen so hügelig, dass der Begrenzungsdraht oft ein wenig vom Boden abstand und somit Gefahr lief, durchgemäht zu werden.

Ich habe hier mal ein Satellitenbild von 2016 gefunden, das so ziemlich aus den schlimmsten Maulwurfs-Tagen stammt. Dass dieses Schlachtfeld ironischerweise genau 100 Jahre nach der Schlacht von Verdun entstanden ist, ist genau mein Humor:

Also musste für einen Großteil des Kabels der Boden aufgestemmt werden , damit der Draht in einigen Zentimetern Tiefe die Grenzen aufweisen kann. Besonders spannend: die beigefügten 200 m Begrenzungskabel haben wortwörtlich auf den Zentimeter genau ausgereicht. Um alles miteinander zu verbinden, musste ich sogar ein wenig am Draht ziehen, damit er noch ein paar Zentimeter über hat. Das! War! Knapp!

Was dann folgte, war Spaß pur. Ich hatte mir im Vorfeld ja so einige Videos bei YouTube angesehen, in denen man Männern dabei zusehen konnte, wie sie ihren Mähroboter bei der Arbeit beobachten. Aber das macht tatsächlich Spaß! Das hat schon fast etwas meditatives. Am liebsten würde ich ihm ein “Da musste noch mal anne Ecke ran!” zurufen. Egal, Hauptsache ich muss jetzt nicht mehr selber mähen.

[UPDATE vom 04.05.2018]

Inzwischen ist eine Woche ins Land gezogen und der Roboter verrichtet meistens klaglos seinen Dienst. Dank der Maulwürfe haben wir immer noch ein paar Unebenheiten im Boden, mit denen er manchmal so seine Probleme hat. Aber die habe ich heute hoffentlich auch mit ein paar Schippen Erde beseitigt und gleich noch mal Rasensamen draufgepackt. Außerdem habe ich inzwischen Kabel-Nachschub bekommen, mit dem ich nun auch die Rasenfläche bei den Stellplätzen begrenzen konnte. Um die Begrenzungskabel nicht quer über den Gehweg zum Haus legen zu müssen (Stolperfalle), habe ich eine separate Fläche gemacht. Diese ist durch die Hecke mit dem Rest des Gartens verbunden. Um nun vor den Stellplätzen zu mähen, muss der Mähroboter ab und zu von seinem Hauptbereich auf diese separate Fläche gesetzt werden. Klingt machbar. Mal sehen wie der Ro-Mäh-O jetzt mit dem ausgebesserten Rasen zurecht kommt.

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