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Urlaub im Osten, Part 1

Hiermit melde ich mich offiziell zurück aus dem zweiwöchigen Urlaub in den “neuen Bundesländern”. Klingt doof: “im schönen Sachsen und in Meck-Pomm” klingt doch viel sympathischer. Und auch wenn Politik hier im Blog eigentlich nichts zu suchen hat, trotzdem so viel: alle Sachsen mit den idiotischen Nazis gleichzusetzen, die momentan durch Chemnitz marodieren und bundesweit die Schlagzeilen beherrschen wird dem schönen Bundesland nicht gerecht – und seinen vielen sympathischen Bürgern ebenso wenig. Hashtag #wirsindmehr. Ich habe zumindest bei all meinen Reisen in den letzten Jahren durchweg sympathische Menschen kennengelernt. Das bezieht sich nicht nur auf die “Schwiegerfamilie in spe”. Urlaub im Osten, Part 1 weiterlesen

Lieblingsplatz aus luftiger Höhe

Erst vor wenigen Tagen habe ich hier im Blog ein Foto gepostet von einem meiner Lieblingsplätze bei uns in der Gegend. Auf meiner Routine-Strecke für die schnellen 20 Kilometer mit dem Fahrrad liegt zwischen den beiden Dörfern Klein Escherde und Heyersum eine einsame Bank. Schön gelegen, da sie auf einer kleinen Anhöhe steht und bei gutem Wetter einen wunderbaren Blick bis nach Hannover ermöglicht. Am vergangenen Samstag hat die Sonne ja mal wieder so richtig geknallt. Um 10:30 Uhr machte ich mich auf in Richtung Baumarkt, da zeigte das Thermometer bereits 30°C! Somit war klar: eine richtig lange Radtour ist bei einem solchen Wetter eher eine Gefährdung für die Gesundheit. Lieblingsplatz aus luftiger Höhe weiterlesen

Blutmond

Am vergangen Freitag gab es ja mal wieder einen „Event, you can’t afford to miss“: die totale Mondfinsternis, inklusive Blutmond! Nachdem wir mit der obligatorischen Arbeit im Garten irgendwann so gegen 21:30 Uhr fertig waren, habe ich mich auf den Weg gemacht, um ein schönes Plätzchen für die Mond-Beobachtung zu finden.

Mein Weg führte mich einmal mehr durch unsere Feldmark, vorbei an frisch gemähten Getreidefeldern. Immer wieder habe ich auf die Star-Walk-App geschaut, um die Position des Mondes anzeigen zu lassen. „So langsam müsste er doch mal aufgehen, auch wenn da hinten am Horizont ein paar Hügel sind.“ Und so spazierte ich eine ziemlich große Runde, viel mehr als eigentlich geplant. Unser Dorf hatte ich schon lange hinter mir gelassen und konnte ein schönes Abendrot bestaunen.

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Als es so allmählich dunkler wurde und mir mein Kumpel Phil aus Berlin mitgeteilt hat, dass er „IHN“ schon sieht, hielt ich kurz inne, hörte dann etwa 200 Meter entfernt auch gerade einen erfreuten Ausruf und sah dann endlich auch am Himmel den Mond. Der Lump war schon längst aufgegangen, aber wegen der Helligkeit noch nicht sichtbar. Merke: bei Mondfinsternis ist der Mond ziemlich finster. Nun denn, da war er also:

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Und während sich so mitten in der einsamen Feldmark stand (mal abgesehen von der vierköpfigen Familie, die ein paar hundert Meter weiter zu hören war), habe ich es einfach genossen dort zu stehen, den Mond anzuglotzen, mit Phil zu chatten und den nächtlichen Geräuschen des Feldes zu lauschen. Natürlich habe ich auch die ISS noch mal gesehen, die ich schon bei einem Überflug am Tag zuvor gesehen hatte. Zuvor hieß es im Radio, man könne sie noch viel toller sehen, weil der Mond ja nicht so strahlen würde. Hmmm. Sah eigentlich aus wie immer. Trotzdem immer wieder beeindruckend, wenn sie da so hell leuchtend ihre Runden über einen hinweg zieht. Am Vortag hatte ich mir per Internet noch mal bestätigen lassen, dass ich sie tatsächlich gesehen habe und nicht etwa einem Flugzeug aufgesessen bin. Echt beeindruckend zu sehen, wie weit die ISS sichtbar ist. Im Internet konnte ich etwa sehen, dass die Raumstation in dem Moment, wo sie für mich fast am östlichen Horizont verschwunden war, bereits über der Grenze von Polen und Weißrussland war!

Natürlich wollte ich mir dieses Naturschauspiel nicht ohne meine Kamera anschauen. Die kommt eh selten genug zum Einsatz, seitdem man das Handy immer und überall dabei hat, um schnelle Schnappschüsse zu machen. Diesmal also wieder die gute, alte 12fach-Zoom-Kamera im Anschlag. Leider kam die bei der Dunkelheit schnell an ihre Grenzen. Ich habe zwar viel mit Belichtungszeit, ISO-Wert und manuellem Fokus herumgespielt, aber so ein richtig tolles Ergebnis habe ich leider nicht herausbekommen.

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Egal: dabei sein ist alles! Die Atmosphäre dort auf dem Feld. Und wenn ich die Stimmen aus der Ferne ja auch als störend hätte empfinden können, war ich eher angetan, dass die Kids ihren Papa mit Fragen überhäuft haben, die ich zwar nicht verstanden habe, aber schön war es trotzdem. 😉

Eine ganz besondere Atmosphäre hat auch geherrscht, als ich auf den dunklen Feldwegen wieder in Richtung zuhause gewandert bin. Ich habe ganz bewusst auf das Licht meines Smartphones verzichtet. So fühlte ich mich der Natur noch ein wenig näher, auch wenn das dann schon unheimlich war wenn man im Gras neben sich ein Geräusch hört, dass nicht gerade auf eine Spitzmaus, sondern eher etwas vom Format eines Hasen oder Waschbären schließen lässt. Als ich dann wieder zu uns nach Hause gekommen bin, hatte Schnupsi sich ein Lager auf unserem Sonnendeck errichtet: die Klappmatratzen lagen auf der Lounge und Michi war in eine kuschelige Decke eingewickelt. Gemeinsam haben wir dann bis weit nach Mitternacht im Garten gelegen und in die Sterne geschaut. Ich habe sogar zwei Sternschnuppen gesehen. Mal sehen, wie das im nächsten Monat aussieht, wenn die Perseiden kommen und wir im Lichtschutzgebiet am Drewitzsee sind…

Ach ja, und dann hat mir der Phil ja noch unbewusst geholfen mein Handy wiederzufinden! Als ich da so mit Kamera und Stativ auf einem Feldweg am herumwerkeln war, auf dem Boden saß, da ist mir wohl mein Handy aus der Hosentasche gefallen und auf einem Büschel Stroh gelandet, so dass ich es nicht gemerkt habe. Als ich dann weiterspaziert bin und nach gut 20 Metern gemerkt habe, dass die Hose nicht mehr so schwer hängt, wie sie eigentlich hängen sollte, habe ich den Verlust bemerkt. Mist! Es war arschdunkel (der Mond hat mich ja auch im Stich gelassen) und ich stand mitten in der Walachei. Nachdem ich eine Weile im Gras herumgesucht hatte, bemerkte ich ein schwaches Blinken. Es war die Benachrichtigungs-LED meines Handys, weil mir Phil noch eine WhatsApp geschickt hatte. Yay, vielen Dank dafür, werter Freund! 🙂

Liebes Fitnesstagebuch, Ende Juli 2018

Der Monat war geprägt von vielen anderen Dingen, aber nicht vom Sport. Zu Beginn des Monats hatten wir Michis Eltern und ihre quirlige Nichte zu Besuch und haben uns großteils der Neugestaltung unseres Gartens gewidmet. Zum Radfahren bin ich nach all der Schipperei nicht mehr gekommen bzw. fehlte nach der Knochenarbeit die Lust, sich auch noch auf das Rad zu schwingen. Momentan drücken Temperaturen von bis zu 35°C auch ein wenig auf die Motivation, wobei ich ja eigentlich gerade bei solchen Temperaturen am liebsten unterwegs bin. Auch wenn man sich körperlich betätigt, profitiert der Körper vom Fahrtwind, so dass es sich im Radsattel besser aushalten lässt als auf der Sonnenliege.

Gestern nun habe ich mich am 26. Tag des Monats zumindest das zweite Mal im Juli aufs Rad gesetzt – trotz 34°C. Und es war mal wieder eine Wohltat. Michi hat noch viel mehr als ich selbst gemerkt, wie unausgeglichen ich bin wenn ich wochenlang keinen Sport mache. Wäre ich nicht von selbst gefahren, hätte sie mich gestern Abend von sich aus noch mal “auf die Reise” geschickt. Und, ja: es hat richtig gut getan sich zu bewegen. Anders zu bewegen. Zwar habe ich bei der ganzen Kies-Schipperei im Garten jeden Tag ein wenig mehr gemerkt, dass es weniger anstrengt und ich immer mehr Kraft aufbaue. Aber die Ausdauer ist dabei ziemlich auf der Strecke geblieben. Und so war ich zwar gestern nach 40 Kilometern nicht am Ende meiner Kräfte, konnte aber immerhin sagen “Jetzt ist auch mal gut.” So viel gute Selbsteinschätzung hätte ich mir nicht zugetraut. 😉

Endlich bin ich mal wieder durch “meinen Hood” gefahren, meine seit Jahren bestehende “Feierabend-Route”. Die ist 20 Kilometer lang und sehr entspannend, da nur wenige Meter davon auf einer von Autos befahrenen Straße gefahren werden müssen. Endlich mal wieder zwischen Klein Escherde und Heyersum den Blick in Richtung Heimat genießen, hinweg über frisch abgeerntete goldene Felder.

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Und weil ich so gut drin war, mich von Beginn an auch nicht großartig angestrengt habe und auch bei leichten Steigungen in den niedrigsten Gang geschaltet habe, bin ich noch ein wenig weiter gefahren. Von Nordstemmen über Burgstemmen in Richtung Elze, dann weiter Richtung Sorsum und Wittenburg. Das könnte durchaus auch eine regelmäßigere Tour sein, wenn ich nach Feierabend mal zwei statt nur einer Stunde Zeit mitbringe. Die Strecke fahre ich inzwischen auch wie im Schlaf.

Mal sehen, vielleicht nutze ich die kühleren Abendstunden heute noch mal für eine entspannte Radtour im Sonnenuntergang. Mein Tourenrad hat ja seit gut zwei Jahren eine tolle Lichtanlage, die noch nie so richtig gefordert wurde…

Die große Garten-Hitze-Schlacht

Was für ein Wochenende! Es ist Sonntagmittag und ich bin platt aber glücklich. Platt, weil wir gestern und heute so viel im Garten geackert haben wie lange nicht mehr (mal abgesehen von den Großeinsätzen vor ein paar Wochen, aber da hatten wir fleißige Helfer). Glücklich, weil wir jetzt fast alle unsere Pläne für den Garten umgesetzt haben. Zeit für ein etwas umfangreicheres Garten-Update. Die große Garten-Hitze-Schlacht weiterlesen

Entspannter Kurz-Trip nach Berlin

Die Wochenend-Reise nach Berlin begann mit einer wichtigen Erkenntnis: “Nächstes Mal fährste lieber Bahn”. Kostet zwar einen Tacken mehr als der Flixbus, kommt dafür aber weit pünktlicher, kann nicht in den Stau kommen und man sitzt kürzer und zudem bequemer. Schon mal im Hinterkopf notiert.

Auch der Beginn der Reise war recht kurios, bin ich doch gemeinsam mit meinem Berliner Gastgeber in die Hauptstadt gefahren, da er am Freitag beruflich in Hannover war. Und so hat mich mein Gastgeber nicht an seiner Wohnungstür erwartet, sondern mich vielmehr durch seinen Kietz zu seiner Wohnung gelotst und dabei schon hier und da so einiges zu erzählen gehabt.

Der Freitagabend war absolut entspannt. Nachdem wir im nahegelegenen Supermarkt das Willkommensbier gekauft hatten, versorgte uns der Pizza-Flitzer mit zwei “39-Zentimeter-klingt-erst-mal-nicht-so-groß-macht-retrospektiv-gesehen-aber-pappesatt”-Pizzen. Diese haben wir ebenso wie auch das inzwischen gut gekühlte Berliner Kindl auf dem schönen Balkon genossen.

Berlin

Dem Balkon konnte ich persönlich ja sowohl positives als auch negatives abgewinnen. Zum einen musste ich feststellen, dass es in der pulsierenden Hauptstadt tatsächlich Ecken gibt, die dank der vielen hohen Wohnhäuser echt gut den Straßenlärm der Hauptstraßen abschirmen. Als ich nach Mitternacht noch mal draußen war, hatte ich das Gefühl, dass es dadurch mitten in Berlin nachts ruhiger sein kann als im heimischen Dorf, das quasi mitten in einem Bahngleisdreieck für ICEs, S-Bahnen und Güterzüge liegt. Ein Punkt, der für mich jedoch ab-so-lut negativ war (und meinen Gastgeber wohl ein ums andere Mal zum Lachen brachte): zwar konnte man die Flugzeuge, die kurz vor der Landung in Berlin-Tegel waren, gut hören, aber nicht sehen. Die Einflugschneise verläuft nördlich von der Wohnung, der Balkon geht allerdings zur Südseite. Die umstehenden mehrstöckigen Wohnhäuser reflektierten den Schall so, dass ich bei jedem Landeanflug automatisch mit einem “Oh! Ein Flugzeug!” reagierte, den Himmel absuchte und mir erst in der nächsten Sekunde bewusst wurde, dass ich es ja nicht sehen kann, weil es *hinter* dem Haus entlang fliegt.

Bei der Sichtung des eher mittelmäßigen “Risky Business” mit Tom Cruise bin ich dann zeitweise ein wenig weggeschlummert, offizielles Ende des Tages war dann um 1 Uhr.

Am nächsten Morgen bin ich punkt 9 Uhr aufgewacht. Ich war keine halbe Minute wach, da ging die Tür zum anderen Zimmer auf und Phil ließ sich blicken. Das nenne ich Timing. Beim Frühstück auf dem Balkon wollten wir eigentlich Pläne für den Tag schmieden, waren uns aber schnell einig, dass wir gar keinen Plan brauchen.

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Phil bekommt am nächsten Wochenende Familienbesuch, der dann Wert legt auf die Touri-Highlights. Die habe ich inzwischen zur Genüge durch, so dass wir uns einfach mal ein wenig durch Berlin treiben lassen wollten. Frei nach dem Motto “Alles kann, nichts muss” starteten wir in Richtung Hauptbahnhof. Ich hatte in Erinnerung, dass es da an der Spree eine Beach-Bar gibt, wo wir ein wenig abhängen könnten. Da war auch eine, aber ich meinte mich an eine noch bessere in Richtung Westen zu erinnern, also spazierten wir ein wenig am Spreeufer entlang.

Berlin

Stellt sich raus: meine Erinnerung hat mich getäuscht. Aber wir waren da sehr entspannt. Und statt (Selbst-)Vorwürfen a la “Wären wir mal da geblieben” beschlossen wir dann einfach, links abzubiegen in Richtung Tiergarten. Mal gucken, was kommt. Es kam ein schattiger Weg, der uns mit kryptischen Melodien eines großen Glockenspiels begleitete, die sich als Hits wie etwa Rod Stewards “Sailing” entpuppten. Auf der Luiseninsel musste ich erst mal die Kamera zücken, um meinem daheimgebliebenen Schatz ein Foto von der Gartenanlage zu schicken.

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Wir landeten schnell an der Tiergartenstraße und beschlossen, frei nach Schnautze, die Stauffenbergstraße einzuschlagen. Als hätte man es ahnen sollen, sind wir am geschichtsträchtigen Bendlerblock gelandet, wo wir einen kurzen Blick in den Innenhof geworfen haben.

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Berlin

Unser Weg Richtung Süden führte uns auf die Potsdamer Straße, die so eine typische berliner “Multi-Kulti-Straße” ist: kleine Läden wechseln sich mit Filialen der großen Unternehmen ab, gespickt mit Dönerläden und Bistros mit Außenbestuhlung, direkt an der vielbefahrenen Bundesstraße B1. Kurze Zeit später stießen wir auf die Bülowstraße, die ich einfach mal als einen selbsterkundeten Geheimtipp ausgebe: die Straße hebt sich von den anderen Straßen doch ziemlich ab, weil hier viele wirklich gute Graffiti zu sehen waren, die echt ein Foto wert waren. Besonders begeistert hat mich das “Weltraum-Haus”.

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Zwei dringende Bedürfnisse sorgten dafür, dass wir doch wieder in Richtung Potsdamer Platz spaziert sind: Flüssigkeit wollte sowohl oben rein als auch unten raus. Und so haben wir einen kleinen Zwischenstopp am Alex im Sony Center gemacht und uns das wilde Touri-Treiben angesehen. Und weil es ja auch ein wenig außergewöhnlich sein sollte, gab es statt einer schnöden Cola auch eine Wassermelonen-Gurken-Limonade.

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Anschließend habe ich für meinen Berliner Freund den Reiseführer gegeben und ihn zielsicher zur Topographie des Terrors gelotst. Nachdem wir vormittags ein wenig südwestlich des Potsdamer Platzes herumgestreunert sind, wollte ich gerne mal ein wenig östlich der Stresemannstraße die Gegend erkunden. Da lag die Topographie auf dem Weg, die Phil schon immer mal sehen wollte.

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Eigentlich hatten wir ja lose auf unserem Zettel, das WM-Spiel um Platz 3 auf der Fan-Meile zu schauen. Als wir aber so dahin spaziert sind, klang es viel einladender, sich einen kleinen Biergarten zu suchen, der auf Public-Viewing im kleineren Rahmen anbietet. Ist doch schöner da gemütlich zu sitzen und sich nebenbei ein angenehm kühles Pils zu gönnen. Im Restaurant “Brachvogel” wurden wir dann auch fündig. Echt ein schönes Plätzchen, das einen mit seiner ruhigen Lage im Grünen schnell aus dem Großstadt-Mood herausholt.

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Das Spiel war noch nicht beendet, da hatte Phil eine Einladung von Freunden auf dem Handy. Man wolle sich bei einem Griechen “etwas weiter draußen” treffen. Also haben wir die Location gewechselt und haben uns auf den Weg gemacht, einmal quer durch Berlin. Trotz guter Anbindung der Öffis haben wir gut eine Dreiviertelstunde gebraucht, um von A nach B zu kommen. Das zeigte mir noch mal schön das Ausmaß unserer Hauptstadt. Es folgte ein angenehmer Abend mit sehr netten Leuten und gutem Essen.

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Auf der Heimreise wurde es noch mal ein wenig “abenteuerlich”. Wir hätten zwar einfach noch mal vom S-Bahnhof in die U-Bahn steigen müssen, um eine Station zu fahren. Da wir aber bisher “nur” 20.000 Schritte auf dem Tacho hatten, habe ich vorgeschlagen, dass wir dieses Teilstück auch genauso gut zu Fuß gehen können. Schließlich war ein herrlicher Sommerabend. Wir ließen uns von Google Maps navigieren. Dass uns Google dann vom Bahnhof durch eine unbeleuchtete Kleingarten-Kolonie gelotst hat, erklärten wir uns damit, dass der US-Konzern mit Geldern des organisierten Verbrechens finanziert wird. So ganz geheuer war uns dieses Teilstück wohl beiden nicht. Aber: et hat noch immer joot jegange.

Zuhause angekommen haben wir noch ein wenig auf dem Balkon gesessen, Satelliten beobachtet und geschnackt. Was natürlich folgen musste als es draußen zu kalt wurde: der traditionelle YouTube-Abend, an dem wir uns gegenseitig die sehenswerten Videos der letzten Wochen präsentiert haben (mein Anspieltipp: der iPhone-Akku-Wechsel des Finn Kliemann). Um 2 Uhr war die Show dann vorbei.

Sonntag. Der Tag, an dem ich wieder mal sehr an meiner Macke zu leiden hatte. Wenn ich weiß, dass noch eine Abreise auf dem Programm steht, fällt es mir schwer, die Zeit davor zu genießen oder sinnvoll zu nutzen. Mein Bus ging erst um 18 Uhr vom ZOB zurück nach Hannover. Trotzdem habe ich dann den ganzen Tag das Gefühl, irgendwie “auf dem Sprung” zu sein. Da fällt es mir dann schwer mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Phil hat das ganz gut gelöst und ist mit mir zum Arkenberger Kiessee gefahren. In knapp 15 Minuten raus an die Natur. Schönes Plätzchen da grundsätzlich, nur mit den vielen FKKlern hatten wir so unsere Probleme. Es fällt schwer den Blick über die schöne Natur schweifen zu lassen, wenn man immer Gefahr läuft, anderen spontan auf den Hintern (oder sonstwas!) zu gucken. Doch auch hier haben wir ein kleines, lauschiges Plätzchen gefunden, an dem wir lange verweilt sind.

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Viel zu früh haben wir uns auf den Weg zum ZOB gemacht (dran denken: ich bin immer “auf dem Sprung”) und sind in “Andys Diner & Bar” gelandet. Passte ja vom Namen her. Als wir davor standen, hatten wir schon miese Befürchtungen: ein Lokal in direkter Lage zum ZOB, direkt an einer vielbefahrenen Kreuzung, muss ja richtig mies sein. Denkste! Die Bar war echt tip-top. der Service war fix und freundlich und der vegane Burger war mächtig (und) lecker.

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Gemeinsam schauten wir noch die erste Halbzeit des WM-Finales, als ich mich direkt nach dem verwandelten Elfmeter zum 2:1 auf den Weg zu meinem Bus machte. Der Bus war pünktlich am Hannoverschen Hauptbahnhof, ich keine 20 Minuten später wieder in Sarstedt. Und auch da hatte ich wieder eine lehrreiche Erkenntnis. Kaum aus dem Zug ausgestiegen, hatte ich diesen herrlichen Duft in der Nase. Ihr kennt das: wenn sich der Tag dem Ende zuneigt, dann riecht es in der Natur noch mal so richtig intensiv nach Gras. Herrlich! Schon da hatte ich den Gedanken: “Das ist der Grund, warum Berlin nix für mich wäre”. Auf dem Weg nach Hause kam ich an unserem Ortseingang an einer Pferdekoppel vorbei, auf der zwei Fohlen wild herumtollten. Auch ein Anblick, den man in Berlin vergebens sucht. Nachdem ich etwas weg vom Haus geparkt hatte und noch einmal an der nahen Weide vorbei musste, habe ich noch einmal die Kamera gezückt. Es folgt ein Foto mit der Unterschrift: “Heute gelernt: ich bleibe lieber ein Landei, so schön Berlin auf Zeit auch ist”

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Garten-Update, Juli 2018

Der eine oder andere aus der Region wird sich sicherlich noch an das Hochwasser aus dem letzten Sommer erinnern. Während die Pferdewiese hinter unserem Haus komplett im Wasser stand, haben es sich die Fluten auf unserem Grundstück nur auf meinem Salatbeet bequem gemacht:

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So sah es zumindest aus. Tatsächlich aber hat sich das viele Wasser auch auf unseren Boden ausgewirkt: vollgesogen mit so viel Feuchtigkeit hat das Hochwasser auch nachhaltigen Schaden an unserer „Hochbeet-Terrasse“ angerichtet. Da die Pfosten sowieso nicht gerade tief in den Boden eingeschlagen waren, hatte es die schwere Erde des Hochbeetes durch das Hochwasser noch leichter, die Pfosten nach außen zu drücken. Auf diesem Foto kann man noch ganz gut erkennen, dass sich die seitlichen Bretter ordentlich in die Kurve gelegt haben. Noch schlimmer: am hinteren Ende haben die Bretter nicht nur gegen den Zaun zum Nachbargrundstück gedrückt, hier sind sogar die ersten Bretter abgeplatzt, weil sie dem Druck nicht mehr stand halten konnten. Schon im Frühling habe ich mit Grauen an das große Garten-Projekt dieses Jahres gedacht: das Hochbeet neu befestigen.

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Ich hatte noch gut in Erinnerung, wie mühsam es im letzten Jahr gewesen ist, das Hochbeet mit Erde zu füllen. Damals hatten wir einen großen Schwung abgeschälten Rasen, der oben noch mit gut 50 Säcken Blumenerde aus dem Baumarkt aufgefüllt wurde. Hinzu kam noch das Hin- und Herschleppen von 8 Tonnen Kies. Aber: hilft ja nix. Watt mutt, datt mutt!

Langsam aber sicher wuchs der Berg mit Erde immer höher. Was auch bedacht werden wollte: der gesamte Bewuchs des Hochbeetes musste ja auch mit raus und sollte möglichst so gelagert werden, dass er später auch wieder eingepflanzt werden könnte. Hier sieht man schön die Astern aus dem Hügel wachsen, dahinter lagen dann noch ein paar Gräser und Bodendecker.

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Und wer nun denkt „Och, so groß ist der Berg an Erde doch gar nicht“, der vergisst, dass auf der anderen Seite des Gartens ein ebenso hoher Berg aufgeschüttet werden musste:

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Zum Glück waren Michis Eltern nun eine Woche bei uns. Und die sind wirklich eifrig bei der Sache gewesen. Während ich ein wenig schlechtes Gewissen hatte, dass wir unsere Gäste so für uns eingespannt hatten, war Michi da ganz anderer Meinung. „Wenn die beiden nix zu tun haben, gehen sie die Wände hoch“. Ja, so kenne ich sie. Stillstand ist Rückschritt und irgendwas ist immer zu tun. So waren sie uns eine riesengroße Hilfe, für die ich gar nicht genug danken kann!

Hier noch ein kleines Zwischenstand-Foto:

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Die Eckpfosten haben wir nun einzementiert, um ihnen mehr Halt zu geben. Außerdem finden sich zwischen den Pfosten nun auch noch Metall-Leisten, die für noch mehr Stabilität sorgen. Ich schreibe diesen Artikel hier am Sonntag. Gestern und heute habe ich je noch mal gut drei Stunden darauf verbracht, die ausgehobene Erde wieder in das Hochbeet zu bringen. Auch die ersten Pflanzen sind schon wieder drin, ebenso wie einer von drei Maurerkübeln (s. vor der Terrasse), in denen wir ein paar Wasserpflanzen haben.

Doch es bleibt genug zu tun. In einem spontanen Anflug von „Ey, komm! Alles in einem Abwasch“ werden wir von unserer Küchenterrasse zur Gartenterrasse noch einen Weg mit Rasengittersteinen verlegen. Hierfür warten wir auf die Lieferung von einer Tonne Split und zwei Tonnen Schotter. Auch die dürfen dann wieder liebevoll von unseren Stellplätzen einmal ums Haus in den Garten befördert werden.

Zudem haben wir an ein, zwei Stellen noch mal Rasen abgeschält, um unser Kiesbeet zu erweitern. An einigen Stellen hat sich herausgestellt, dass man da mit dem Rasenmäher ganz schlecht entlang kommt. Also haben wir da Abhilfe geschaffen und den zu mähenden Bereich noch mal um ca. 10m² verkleinert. 😉

Aber hier ist es ebenso wie mit dem Bergwandern in Tirol: man wächst an seinen Aufgaben. Und es ist echt schön zu sehen, wie es voran geht. Wie man selbst etwas schafft. Hier und da mit etwas Hilfe von anderen. Und mit dem Garten ist es wie mit dem Haus: es ist nie fertig. Mal sehen, was uns als nächstes in den Sinn kommt.

Das neue Pendler-Leben

Nach nunmehr fast 25 Jahren im Job musste ich mich in dieser Woche einer sehr einschneidenden Veränderung stellen. Ein Leben lang fuhr ich mit dem Auto zur Arbeit. In der schlimmsten Zeit 100 Kilometer täglich, zweimal durch Hannover durch. In der letzten Zeit jeden Tag 60 Kilometer.

Und jetzt? Jetzt hat sich mein Arbeitsort direkt in die City von Hannover verlagert. Fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt sitzen wir nun in einem frisch sanierten Büro, irgendwo zwischen C&A und Postbank-Gebäude. Und damit stand für mich dann fest: den Stress mit dem Auto werde ich mir da nicht geben! Das neue Pendler-Leben weiterlesen

Tirol-Tagebuch, Tag 5

Auch heute war ich leider wieder allein unterwegs. Zum einen ging es Michi nicht so gut und ich musste in der Apotheke im benachbarten Kössen Medikamente kaufen, zum anderen stand da eine royale Hochzeit an, die eine Wanderung über die Mittagszeit für den weiblichen Anteil unserer Reisetruppe eh verbot.

Übrigens: die heißeste Erfindung seit Elektrizität. Blasenpflaster! Was hätte ich bloß ohne Blasenpflaster gemacht? Bei der Wanderung am Vortag hatte ich mir an der linken Ferse eine ordentliche Blase gelaufen, die offen war und… naja, ihr kennt das. Dank Blasenpflaster konnte ich aber auch an den folgenden Tagen richtig lange Wanderungen machen. Zuerst tat es immer noch einen Kilometer lang weh, aber dann hatte es sich eingetreten und ich habe von der Blase höchstens mal was gemerkt, wenn es steil bergab ging. Echt eine tolle Erfindung. Tirol-Tagebuch, Tag 5 weiterlesen