Kiss The Cook: So schmeckt das Leben, 2014 – ★★★★★

Der Starkoch Carl Casper (Jon Favreau) hat „Beef“, und zwar mit einem Foodblogger, der ihm in seiner aktuellen Restaurantkritik Lustlosigkeit und Einfallslosigkeit vorwirft. Als der zuerst auf Twitter ausgetragene Streit im Restaurant eskaliert, verliert Carl seinen Job. Der Wutausbruch wurde gefilmt, ging viral und verbaut Carl so jegliche Chancen, einen Job in einem anderen Restaurant zu bekommen. Seine letzte Chance: ein heruntergekommener Food-Truck wartet darauf, aufgemöbelt zu werden.

Jon Favreau ist mir hauptsächlich als Regisseur von „Iron Man“ und von seinen kleinen Kameos in anderen Marvel-Filmen bekannt. Ihn mal in einer Hauptrolle zu sehen ist ebenso überraschend und erfrischend wie die Tatsache, dass der deutsche Titel („Kiss the Cook: So schmeckt das Leben“) mich auf die komplett falsche Fährte gelockt hat. Ich hatte schon häufiger viel Positives von dem Film gehört, hätte bei dem Titel aber eher an eine romantische Komödie im Gastro-Milieu gedacht („Rezept zum Verlieben“ lässt grüßen…). Glücklicherweise ist der Liebeskram-Anteil hier ebenso homöopathisch vorhanden wie Muskatnuss an einem guten Kartoffelauflauf.

Vielmehr steht tatsächlich der Typ Carl Casper und dessen Beziehung zu seinem 11jährigen Sohn (Emjay Anthony) im Mittelpunkt. Und die Rolle des leidenschaftlichen Chefkochs füllt Favreau mit Bravour aus. Man nimmt ihm in jeder Sekunde ab, dass Kochen für ihn nicht nur dem Geldverdienen dient, sondern seine große Leidenschaft ist. Schon die erste halbe Stunde des Films fand ich sehr unterhaltsam, aber was mit mir passierte als Carl endlich seinen Food-Truck hat, macht „Chef“ für mich zu meinem neuen Nummer-Eins-Feelgood-Movie.

Das breite Grinsen wollte gar nicht mehr aus meinem Gesicht weichen. Neben Favreau brilliert vor allem Emjay Anthony als sein Sohn: von Beginn an ins Herz geschlossen für seine cool-sympathische Art, die bei einem anderen Darsteller vielleicht schnell ins Arroganz hätte kippen können.

Alles in allem ein Film, der bei mir für viel, viel gute Laune gesorgt hat.

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