Rom-Tagebuch, Tag 1

Unser erster Reisetag nach Rom begann mit einer recht entspannten Fahrt zum Frankfurter Flughafen. Da wir ja zuvor bei Michis Bruder in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber waren, war unsere Anfahrt auch nicht ganz so lang wie von Hildesheim aus. Ich hatte mich extra für einen Flug entschieden, der am Nachmittag geht. Zum einen hatten wir so auf der Hinfahrt einen guten Zeitpuffer, zum anderen sollte unser Aufenthalt in Rom ja über zehn Tage gehen. Da ist es dann nicht so dramatisch wenn man am Anreisetag erst abends da ist.

Was mich beim Einchecken besonders gewundert hat: inzwischen geht alles vollautomatisch, die Fluggesellschaften sparen Personal ein, wo es nur geht. Schon bei der Gepäckaufgabe mussten wir nicht an einen normalen Schalter, sondern zu einem Gepäckautomaten. Koffer aufs Band legen, QR-Code der Bordkarte vom Handy vor den Scanner halten – fertig! Auch bei der Abfertigung am Gate mussten wir nur noch unsere Bordkarte zeigen. Ist ja alles schön komfortabel, aber mir ist dann auch aufgefallen, dass wir von Ankunft am Flughafen bis zum Take Off nicht ein einziges Mal unseren Personalausweis vorzeigen mussten. In Zeiten, in denen uns mit „Terror! Terror!“ immer mehr Angst gemacht wird, schon eher unüblich.

Nach der Landung lief alles recht reibungslos. Wir entschieden uns für die „teuerste“ aber eben auch bequemste Möglichkeit, vom Flughafen in die Stadt zu kommen: den Leonardo-Express. Ein Regionalzug, der halbstündig zwischen Flughafen und dem Hauptbahnhof Roma Termini pendelt. Pro Person 14,- € war ein überschaubarer Preis. Dafür waren wir innerhalb von gut 30 Minuten am Hauptbahnhof. Von dort ging es mit der U-Bahn zwei Stationen zur Haltestelle Manzoni. Von dort war unser Apartment innerhalb von drei Gehminuten erreichbar. Unser Vermieter hat schon auf uns gewartet, uns mit Schlüssel und guten Tipps ausgestattet. Da die Reise ein Geschenk zu Michis 40. Geburtstag war, sollte auch die Unterkunft etwas besonderes sein. Meine Recherche nach Hotels hat nichts brauchbares ergeben und so habe ich mal lieber bei AirBnB geschaut und bin dort fündig geworden.

Ein schönes Industrial Loft, eigentlich nur ein riesig großer Raum mit gut 3,50 m Deckenhöhe. Hinter einem Tresen fand sich eine Küchenzeile, das „Schlafzimmer“ war in einer Nische des Raumes, die einfach nur mit einer Stellwand ein wenig abgetrennt war. Unser Vermieter erklärte uns dann, dass das Apartment, wenn es denn gerade mal nicht vermietet ist, auch als Veranstaltungsraum für Lesungen, Ausstellungen, Livekonzerte und Modemärkte genutzt wird. Auf der Facebook-Seite fanden sich dann auch einige Fotos von Veranstaltungen. Schon komisch: da machen Leute eine Fotoausstellung in „unserem Wohnzimmer“!

Nachdem wir ausgepackt und uns ein wenig ausgeruht hatten, ging es das erste Mal auf raus in die Stadt. Und da ich das Apartment auch wegen seiner relativen Nähe zum Kolosseum gebucht hatte, stand dieses Wahrzeichen natürlich als allererstes auf dem Zettel.

Schon der Spaziergang dorthin war ein schönes Erlebnis. Die vielbefahrene Hauptstraße entsprach voll dem Bild einer wuseligen mediterranen Metropole. Auf dem Dach eines Hotels, an dem wir vorbei gekommen sind, fand gerade ein Live-Konzert statt und beim Blick in die Seitenstraßen sahen wir oft sehr schöne Treppen, die in ruhigere Wohnviertel führten.

Beim ersten Anblick des Kolosseums war ich dann ziemlich aufgeregt. Schon schön wenn man das dann mal in echt sieht. Während sich das Kolosseum am Ende der Straße immer mehr in unser Blickfeld bewegte, läuteten die Glocken. Jo, Roma, so macht man Stimmung!

Als wir dann gegen 21:30 Uhr am Kolosseum angekommen sind, war die Fassade schön erleuchtet. Und alles war voll von Touristen. Dieser Eindruck sollte sich auch in den anderen Tagen bestätigen: noch nirgends habe ich so viele Touristen gesehen wir in Rom. Während man in Berlin oder London das Gefühl hat, dass sich die Touristen so ein wenig unter die normalen Leute mischen, waren die Touristen in Rom an vielen Stellen gefühlt in der Überzahl. Und das nicht mal nur an den Touri-Hot-Spots. Egal: erste Fotos vor dem Kolosseum wurden gemacht:

 

Auf dem Weg zurück zu unserer Unterkunft machten wir einige Schlenker durch verschiedene Gassen und landeten in einer kleinen feinen Pizzeria: „La Cuccuma“. Hier wartete auf mich schon mal die erste positive Überraschung. Jeder, der schon mal in Rom war, warnt einen vor den Gastro-Preisen. „Geh niemals direkt an einer Sehenswürdigkeit essen!“ blinkte es in meinem Kopf. Als wir also in die Pizzeria kamen, habe ich eine Theke gesehen, an der es kleinere Stücke Pizza als Take Away gegeben hat. Ich hatte befürchtet, dass die in der Pizza angepriesene Pizza für 9,- € sich letztlich als ein solches Pizzastück herausstellen sollte. War es nicht:

Insgesamt haben wir für das Essen genau 20,- € bezahlt. Super Pizza, ein ordentlich knackiger Salat und zwei Glas Wein. Da haben wir wohl gleich zu Beginn einen guten Schnapper gemacht. Abends fielen wir dann doch recht erschöpft ins Bett.

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