Jahresrückblick 2017

Nachdem hier über die Feiertage alles ruhig war, soll zum Abschluss des Jahres noch mal ein Blogpost epischen Ausmaßes online gehen: der Jahresrückblick. Wie es im Leben so ist, es gibt immer gute und schlechte Tage. Die Erfahrung hat mich über die Jahre aber gelehrt, sich vor allem an die schönen Zeiten zurück zu erinnern und immer auch zu versuchen, den schlechten Zeiten etwas abzugewinnen. Getreu dem Motto: „Was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter“. Na, dann man los!

Januar 2017:

Der Monat ist in meiner Erinnerung ziemlich ereignisarm gewesen. Das muss ja auch nicht schlecht sein. Gerade der Januar lädt ja dazu ein, dass man es sich zuhause gemütlich macht, sich „einmuckelt“ und eben mal keine allzu erinnerungswürdigen Momente generiert. Die Seele baumeln zu lassen ist ja manchmal nicht das schlechteste, schließlich kann man so auch gut wieder Kraft für den Rest des Jahres schöpfen.

Die konnte ich auch auf vielen Spaziergängen schöpfen. Es gab sogar ein paar Tage, an denen der Winter Einzug gehalten hatte. So sah es beispielsweise auf einem Spaziergang in der Mittagspause nahe des Mittellandkanals aus:

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Es gab auch schöne Spaziergänge zu zweit oder zu viert, so wie hier in der Nähe von Osterwald.

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Februar 2017:

Die eisigen Temperaturen des Februars haben wir dafür genutzt, Berlin zu Fuß unsicher zu machen – teilweise bis zur körperlichen Erschöpfung. Natürlich war es für mich ein Highlight, nach jahrelanger Abstinenz mal wieder am Roten Teppich der Berlinale-Eröffnungsgala zu stehen, nach einem schönen Frühstück auf dem Berliner Fernsehturm. Besonderes Highlight war aber ein exklusiver Besuch im Bundestag. Michis ehemaliger Chef ist inzwischen Bundestagsabgeordneter und hatte ihr mal eine Führung durch die „heiligen Hallen der Demokratie“ versprochen. Leider war er terminlich verhindert, aber auch sein sympathischer Assistent konnte uns einige tolle Einblicke in den Bundestag geben.

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Außerdem habe ich ab Februar dann auch wieder meiner großen Leidenschaft gefröhnt:

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März 2017:

Ende März ging es für zwei Wochen nach Fuerteventura. Die hohen Sanddünen am schier unendlichen Strand auf- und ab zu spazieren wird mir sehr lange in Erinnerung bleiben. Sich keinen Kopf machen, sondern einfach nur bei sich selbst sein und gehen, gehen, gehen. Leider musste ich meine Versuche mit dem Joggen am Strand schnell wieder aufgeben: mein Knie scheint das nicht lange mitzumachen. Immerhin bin ich in dem Urlaub zum ersten Mal länger als eine halbe Stunde am Stück gelaufen. Das wäre für mich früher – selbst zu Schulzeiten – undenkbar gewesen. Nun denn, dann bleibe ich eben beim Radfahren.

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April 2017:

Leider ein sehr trauriger Monat, denn noch bevor wir nach unserer Rückkehr nach Deutschland meine Mutter im Krankenhaus besuchen konnten, ist diese sehr überraschend verstorben. Michi hat sich in diesen schweren Tagen mit der Kraft von mindestens fünf Löwinnen um mich und meinen Stiefpapa gekümmert. Wo sie diese Kraft her bekommen hat, keine Ahnung. Auch ein paar nette Gesten der Nachbarn haben ein wenig geholfen.

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Zum Abschied habe ich meiner Mutter dann dieses Foto in den Sarg gelegt. So sollte sie mich mitnehmen auf ihre letzte Reise.

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Mai 2017:

Nach den Tagen voller Trübsal kamen mir diese beiden wie gerufen. Imre Grimm und Uwe Jansen von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung machen als kleinen Zeitvertreib neben der Arbeit ein wenig Comedy mit vielen intelligenten Wortspielen, markigen Zoten und viel, viel Lokalkolorit. Was hat das gut getan bei ihrem Lied zum Calenberger Pfannenschlag lauthals den Refrain mitzusingen: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt – lecker Pfannenschlag!“.

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Manchmal muss man wohl erst ein gewisses Alter haben, die Zeit muss reif sein. Für mich war sie in 2017 endlich reif für meinen ersten Vatertagsausflug. Und so zog ich mit meinen beiden Lieblingsschwägern, „Schwiegerpapa“ und einigen Freunden aus Geslau durch die schöne fränkische Landschaft und konnte „fränkische Bierkultur erleben„. Es hat mir so gut gefallen, dass ich nächstes Jahr auch wieder dabei sein werde – und das obwohl ich allein hinfahren muss, weil Michi arbeiten muss.

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Und auch wenn diese Radtour nur knapp eine Stunde lang ging: mit dem Rad durchs Frankenland zu cruisen bedarf ebenso einer dringenden Wiederholung. Zum Glück ist einer aus der Vatertags-Truppe ebenso fahrradverrückt wie ich und kann mir hoffentlich mal einen Drahtesel leihen.

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Und wenn man schon mal in der Gegend ist, darf natürlich auch ein Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber nicht fehlen.

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Juni 2017:

Im Juni ging es dann in Richtung Sachsen. Kein geringerer als Bryan Adams hatte sich in den Kopf gesetzt, auf der Freilichtbühne Schwarzenberg auftreten zu wollen – gerade mal 20 Autominuten von Michis Heimatort Annaberg entfernt. Und auch wenn ich nie der große Adams-Fan war: wenn man all diese Lieder hört, die man teils schon vor 30 Jahren gehört hat und wenn man dadurch mitbekommt, wie sehr einen eben auch die Musik von Bryan Adams im Leben begleitet hat – gewollt oder nicht – macht das was mit einem.

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Am nächsten Tag ging es dann für mich zum ersten Mal auf die Annaberger Kät. Zwei Wochen lang findet dann in meiner „zweiten Heimat“ das größte Volksfest im Erzgebirge statt. Und auch wenn ich daran viele schöne Erinnerungen habe: ich werde niemals, niemals wieder mit diesem komischen „Magic“-Fahrgeschäft fahren. Niemals!

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Juli 2017:

Der Juli war dann unser Garten-Monat. Schon im Juni hatten wir damit begonnen, unseren Garten ordentlich umzugestalten. Viele Bereiche wurden mit Kies aufgeschüttet, um das Rasenmähen zu vereinfachen. Und im hinteren Bereich unseres Gartens ist eine Terrasse mit einem sie umgebenden Hochbeet entstanden. Nachdem wir keine günstigen Gartenmöbel gefunden haben, die unseren Ansprüchen genügten, haben wir uns eine große Liege einfach selbst gebaut. Mit zwei Gästematratzen darauf kann man wunderbar herumlümmeln. Und wenn es statt einer Liege mal eine Bank als Sitzmöbel sein soll, wird der eine Teil einfach übergeklappt, die Liegefläche somit halbiert. Die Stützen dienen so als Armlehnen. Haben wir uns selbst ausgedacht. Ja, ein wenig stolz bin ich schon, schließlich bin ich alles andere als der Mega-Handwerker.

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Ende Juli hat es Hildesheim dann bundesweit in die Nachrichten geschafft, weil unsere Region teils knietief unter Wasser stand. Bei uns hielt es sich zum Glück in Grenzen. Zwar war eine Hauptstraße unseres Dorfes wegen Überflutung gesperrt, aber im heimischen Garten stand zum Glück nur unser Salatbeet unter Wasser.

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Ende Juli hatte ich dann den Phil für eine Foto-Tour zu Besuch. Wir sind ein wenig in der Gegend rumgegondelt, haben versucht noch Fotos vom Hochwasser zu machen, die Marienburg und die Klosterkirche Wittenburg zu machen und landeten am Ende auf unserer neuen Gartenliege und testeten das Wissen und die Fähigkeiten von Alexa, Google und Siri. Ja, auch Besuch von einem guten Freund, der inzwischen in Berlin wohnt, kann ein Jahres-Highlight sein.

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August 2017:

„Monster“ kam in unser Leben! Monster ist unser neuer Grill, der voll ausgefahren eineinhalb Meter breit ist. Nachdem wir ihn nicht gleich in Betrieb nehmen konnten, weil ein Teil defekt war, konnten wir dann Ende August angrillen, als mein Lieblingsschwager samt Familie und bestem Freund eine Woche bei uns waren. Passenderweise ist der beste Freund auch ein „Griller aus Leidenschaft“, Bruder im Geiste. Joah, war lecker und ein guter Anfang für „Monster“.

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Leider fiel unser gemeinsamer Kanu-Trip dann ja wortwörtlich ins Wasser, dennoch war die gute halbe Stunde, die wir auf der Leine gepaddelt sind, eine der schönsten Erinnerungen in 2017.

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September 2017:

Zum Geburtstag bekam ich ein Abo für die NDR-Radiophilharmonie, deren erstes Konzert mit Johannes Oerding gleich ein echtes Highlight der Reihe war. Sympathischer Bengel mit schönen flapsigen Sprüchen und Songtexten, die nicht so verkopft sind wie bei manch anderem. Einfach gerade heraus. Und seine Textzeile „Das alles gibt es nur, wenn Du lebst“ hat mich nachhaltig beeindruckt. Mehr oder weniger unterbewusst öffne ich mich jetzt neuen Dingen, denen ich früher eher verschlossen gegenüber stand. Einfach machen, nachdenken kann man dann immer noch.

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Oktober 2017:

Mein kleiner Überraschungs-Urlaub für Michi in Lübeck war ein voller Erfolg. Auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat, hatten wir doch durchweg eine schönes Zeit, haben viel gesehen und erlebt. Für mich der schönste und erinnerungswürdigste Moment war nach einem erlebnisreichen Tag; wir hatten eine kulinarische Stadtführung hinter uns, im Anschluss dann noch viele schöne Ecken von Lübeck selbst entdeckt und zum Sonnenuntergang setzten wir uns auf eine Bank an der Trave und sahen dabei zu, wie die Sonne alles in goldenes Licht tauchte. Und wir hatten eine sehr schöne Unterhaltung. Es ging eigentlich um nichts bestimmtes, nichts, an das man sich wirklich erinnern muss. Aber in diesem Moment passte einfach alles. Der Schwede nennt das neuerdings „Lagom“. Manchmal ist das eben so: nicht immer den großen Glücksmomenten hinterher laufen. Auch sowas gibt es nur, wenn Du lebst. 😉

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November 2017:

Zwar begann der Monat schön mit Michis Geburtstag und dem Besuch ihrer Eltern bei uns, das Ende des Monats war dann leider wieder sehr traurig. Ein sehr guter Ex-Kollege und Freund von Michi lang im Sterben. Jetzt war es an mir, für die da zu sein. Und dann gab es diesen einen Moment, in dem es bei mir „Klick“ gemacht hat. Ich lasse das jetzt mal so stehen, quasi als „note to myself“. Als ich auf dem Weg zur MHH war, konnte ich frühmorgens im komplett bedeckten Himmel diesen komischen Lichtstrahl sehen. Und wie das nun mal so ist, vielleicht kennt ihr das: wenn der Tod so nahe ist, dann deutet man in viele Dinge etwas hinein. Lasse ich jetzt auch mal so stehen. Aber das ist eben mein „Foto des Monats November“.

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Dezember 2017:

Ich war ja nie ein echter Freund von Weihnachtsmärkten. Ich habe Weihnachtsmärkte bisher immer nur so wahrgenommen, dass sie für die Mehrzahl der Menschen ein weiterer Grund sind, sich zu betrinken. Und auch unser Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover hat mein Bild da nicht wirklich verbessert. Okay, es war nach „Schulschluss“ an einem Samstagnachmittag um 17 Uhr, als wir beschlossen hatten, uns mal den Weihnachtsmarkt in der Altstadt anzuschauen. Samstag, 17 Uhr, Vorweihnachtszeit. Hätte uns schon was sagen sollen, oder? Ende vom Lied: wir wurden von Menschenmassen an diversen Ständen vorbeigedrückt und -geschoben, außer Fress- und Glühweinbuden habe ich nicht wirklich viel mitbekommen, weil man immer auf der Hut sein musste, niemandem auf die Füße zu treten. Das hatte für mich aber so überhaupt nichts mit besinnlicher Weihnacht zu tun. Überall nur gehetzte Seelen, die nach dem Einkauf der Weihnachtsgeschenke und Abhaken ihrer Checklisten noch schnell zwei, drei, vier Absacker nehmen wollten.

Und dann lief im MDR eine Doku-Reihe zum Weihnachtsmarkt in Annaberg. Da war auf einmal alles so schön. Da haben sich die Kinder gefreut wenn sie im Chor singen durften, einfach weil sie singen dürfen und nicht, weil die Eltern meinen, das sähe gut aus, wenn das eigene Kind da mitsingen würde. In Hannover war das alles nur Konsum, in Annaberg ist es schöne Tradition. Die ganze Stimmung ist eine komplett andere. In Hannover ist es eng, man rempelt sich an und ärgert sich. In Annaberg ist es nicht so voll, und selbst wenn man sich in einer Glühweinbude mal anrempelt ist das irgendwie okay. Schwer zu beschreiben. Die Menschen sind freundlicher. Zumindest: als ich die Dokumentation gesehen habe, habe ich mich schon sehr auf den Weihnachtsmarkt in Annaberg gefreut, den ich 2015 schon einmal besucht hatte. So macht Weihnachtsmarkt richtig Spaß.

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Aber auch der Weihnachtsmarkt auf Schloss Oelber bei uns in der Nähe war ganz prima. Zwar kostet er 8 Euro Eintritt, aber dafür ist das Publikum dann eben auch ein anderes. Nicht nur Leute, die nur Augen für „Glühwein mit Schuss“ haben, sondern die sich auch an der angebotenen Handwerkskunst erfreuen können. Und alles ist so schön beleuchtet:

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