Esszimmer Reloaded, Teil 1

Es wird langsam mal Zeit, dass ich mich eines Problems annehme, dem ich mich viel zu lange verschlossen habe – im wahrsten Sinne des Wortes. Es geht um meine schiefen Zähne. Heute gibt es ein wenig was zur Vorgeschichte dieses Großprojektes, in Zukunft dann vermutlich hin und wieder einen Sachstand. Bitte seht es mir nach, dass ich die “Vorher-Fotos” erst hier zeige, wenn das ansehnlichere “Nachher-Foto” mit dazu kann.

Was war ich als kleiner Steppke damals aufgeregt! Als in der Grundschule ein Zahnarzt in unsere Klasse kam, uns allen in den Mund gucken wollte und dann über Gedeih (keine Klammer) und Verderb (Klammer) entschieden hat. Und was war ich erleichtert als ich dann zu hören bekam, dass ich ohne Zahnspange auskommen würde. Soweit ich mich recht erinnere, war ich damit die Ausnahme: alle anderen aus meiner Gruppe durften sich fortan mit einem Metallgestell im Mund herumschlagen. So weit, so gut. Noch.

Kurze Zeit später habe ich mal wieder einen meiner waghalsigen Fahrrad-Stunts ausprobiert. Leider habe ich meine Fähigkeiten (und die Macht der Schwerkraft) mächtig unterstätzt und so landete ich, noch flott rutschend mit dem Oberkiefer auf den Gehwegplatten. Ergänzend sei angemerkt, dass ich ein Einzelkind bin. Was ansonsten ein toller Bonus war, wurde hier zum großen Malus: meine Wünsche standen für meine Mutter und meine Großeltern immer im Vordergrund. Und so sagte Oma dann, während sie mir einen kühlen Lappen auf die blutende Kauleiste drückte: “Na, wenn der Junge nicht zum Zahnarzt will, dann wollen wir ihn da mal auch nicht hinschleppen.” Wäre ich mal so vernünftig gewesen und wäre zum Zahnarzt gegangen, denn die Zähne, die bisher so schön in Reih und Glied standen, sind dann kreuz und quer wieder angewachsen. Da hätte ein versierter Zahntechniker mir sicherlich viel Leid ersparen können. Aber, wie heißt es so schön: “Es ist ja, wie es ist.” Deal with it.

Und so dealte ich with it, wuchs auf und sorgte dafür, dass ich fortan auf allen Fotos, auf denen Lächeln angesagt war, den Mund möglichst zukniff. Bis es nun vor ein paar Wochen hieß: “The time is now”!

Ich saß bei der halbjährlichen Zahnreinigung bei meinem Zahnarzt. Als er dann zum Zwecke der Zahnprophylaxe in meinen Mund schaute, sagte er mir, dass ich mir ja mal überlegen könne, ob ich mir nicht die Zähne richten lassen wolle. Da gäbe es jetzt ein recht neues System für, das halbwegs kostengünstig ist und weit weniger einschränkend ist als bisherige Verfahraen. Der Samen ward gesät.

Und wenn ich hier von “The time is now” schreibe, dann meine ich das auch genau so. Durch eine Erbschaft, die ich vor einem halben Jahr angetreten habe, sieht es auf meinem Konto gerade so gut aus wie noch nie zuvor. Als Häuslebauer, der auch gerne mal in Urlaub fährt und auch nicht mit einem Billig-Smartphone zufrieden ist, ist es nicht ganz so einfach, viel Geld auf die Seite zu legen. Aber dank des Erbes meiner Mutter musste ich nun nicht wirklich groß nachdenken. Vielleicht ein etwas sentimentaler Gedanke, aber ich glaube, meine Mutter würde sich freuen wenn ich einen Teil des Erbes in diese Sache investieren würde, die mich schon mein ganzes Leben lang nervt und hemmt. Also wird das Thema jetzt endlich, endlich angegangen. Für sowas ist es nie zu spät.

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