Mein neuer Freund Strava

Mit meiner Fitbit Charge 2 bin ich ja im großen und ganzen echt zufrieden. Sie zählt Schritte, Puls und Etagen recht zuverlässig und hilft mir dabei, meine Aktivitäten zu überblicken und meine Ernährung entsprechend anzupassen. Allerdings gibt es einige Probleme, was das Aufzeichnen von GPS-Aktivitäten (bei mir Spaziergänge und Radtouren) angeht: mache ich während der aktivitäten etwas anderes mit dem Handy, beispielsweise ein Foto während eines Spaziergangs, kann es vorkommen, dass die GPS-Verbindung zum Handy abhanden geht und die Strecke nicht mehr korrekt aufgezeichnet wird. Also musste eine Alternative her.

Bisher hat mir Runtastic immer gute Dienste geleistet. Meiner Meinung nach ist Runtastic eine der besten Apps, wenn es um viele verschiedene Sportarten geht, denn hier findet sich alles vom Laufen und Radfahren bis hin zu Krafttraining, Pilates, Schneeschuhwandern (!) und Kajakfahren. In den vergangenen Jahren hat mir Runtastic gute Dienste geleistet und bis vor kurzem war ich zahlendes Gold-Mitglied. Da mir die Analyse-Funktionen von Fitbit vor kurzem noch ausreichend erschienen, habe ich die Pro-Mitgliedschaft bei Runtastic gekündigt. Und auf der Suche nach einer App, die mir wieder zuverlässige GPS-Tracks aufzeichnet, bin ich über das auch recht populäre Strava gestolpert.

Im Gegensatz zu Runtastic versucht Strava nicht die “eierlegende Wollmilchsau” zu sein, die möglichst alle Sportarten abbildet, sondern konzentriert sich auf die Sportarten des klassischen Triathlons: Laufen, Schwimmen und Radfahren. Andere Sportarten lassen sich zwar auch erfassen, dazu aber später mehr. Kommen wir erst mal zu den Besonderheiten von Strava:

Segmente

Strava-Benutzer haben die Möglichkeit, einzelne Streckenabschnitte als sogenannte “Segmente” festzulegen. Für sowas bieten sich beispielsweise längere Strecken zwischen zwei Ortsschildern an. Wie bei einer Zwischenzeit wird dann in der späteren Analyse zu jedem dieser Segmente die benötigte Zeit und die durchschnittliche Geschwindigkeit angezeigt. So kann man etwa sehen, auf welchem Streckenabschnitt man diesmal ganz besonders schnell war. Und der Clou: sobald auch andere Strava-Nutzer dieses Segment bewältigen wird eine Rangliste erstellt, in der man sich mit anderen vergleichen kann. Das kann ungemein motivierend sein.

Außerdem werden mir nach der Tour dann persönliche Rekorde auf einzelnen Segmenten ebenso gemeldet wie zweit- und drittschnellste Zeiten. Auch das sorgt natürlich für Motivation.

Flybys

Eigentlich unnötiger Schnickes, aber für mich ein nettes Gimmick. Wenn ich eine Radtour aufgezeichnet habe und in der Nähe meiner zurückgelegten Strecke war zeitgleich ein anderer Strava-Nutzer unterwegs, so kann ich mir dies auf einer Flyby-Karte anzeigen lassen. Hier sieht man nicht nur, wer auf welcher Route zu der Zeit unterwegs war, sondern kann – wie bei einem Videorekorder mit Vor- und Zurückspulen – auf der Karte ganz genau sehen, wer zu welcher Uhrzeit wo genau gewesen ist. Jetzt warte ich mal darauf, dass ich einen Flyby habe, von einem anderen Strava-Nutzer, dem ich zuvor auf der Strecke tatsächlich begegnet bin. 😉

Routen

Wie auch schon in Runtastic kann ich hier vor einer Tour auf einer Karte eine Route zusammenklicken, sie mir aufs Smartphone schicken und so dafür sorgen, dass ich mich nicht verfahre. Schon vor der Tour werden mir hier alle Segmente angezeigt, die ich auf dieser Route passieren werde, so dass ich schon mal schauen kann, auf welchem Streckenabschnitt ich mich ganz besonders in Zeug legen kann.

Trainingsjournal

Die statistische Auswertung meiner Trainings find ich in Strava teils sehr gelungen. Begeistert war ich etwa von der Darstellung meiner wöchentlichen Aktivitäten, die anhand von unterschiedlich großen Kreisen die jeweilige Dauer anzeigt.

Schade nur, dass hier wirklich nur die drei “Strava-Sportarten” angezeigt werden. Zwar kann ich mein Krafttraining auch bei Strava hinterlegen, in der Auswertung findet es sich aber nicht in Form eines Kreisdiagramms, sondern wird – egal wie lang es auch war – einfach nur unter der Zeitleiste als “XT” (vermutlich “Extra-Training”) vermerkt. Da hätte ich mir schon gewünscht, dass man auch andere Aktivitäten besser auswerten könnte.

Der erste Eindruck von Strava hat mich also überzeugt, da es sich noch gezielter an Radsportler und Läufer (oder *räusper* Spaziergänger…) richtet als Runtastic. Die Zusatzfunktionen, die man durch eine Premium-Mitgliedschaft freischalten lassen kann, klingen für mich auch gut: genauere Trainings-Analyse, Einbeziehung der Herzfrequenz oder Heatmaps meiner beliebtesten Strecken sind einige der Gründe, die dafür sorgen, dass ich mir demnächst wohl mal 1 Jahr Premium gönnen werde.

Edit: Es ist schon passiert. Noch am Tage des Schreibens habe ich mich abends für 1 Jahr Premium entschieden. Mehr dazu in Kürze

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.