Statistik-Chaos dank Runtastic

Meine Wut auf Runtastic hat sich auch nach einigen Tagen noch nicht wirklich gelegt. Was fällt denen denn bitteschön ein, einfach mal so ohne große Ankündigung die Desktop-Features ihres Dienstes abzuschalten und sich nur noch auf die Benutzung des Smartphones zu fixieren? Ich kann doch jetzt nicht alle meine Statistiken, Trainingsverläufe und -fortschritte nur noch auf dem fitzeligen Smartphone auswerten?

Vor allem nicht jetzt, da ich die gesammelten Daten mal zur Sicherheit exportiert habe: insgesamt habe ich seit dem Jahr 2009 sage und schreibe über 1.200 Trainings absolviert, deren Daten nun im Download-Ordner meines Handys vor sich hin schlummern. Ein neues Plätzchen habe ich für sie leider noch nicht so wirklich gefunden. Zwar gibt es diverse andere Dienste, aber – wie ich immer so schön sage – irgendwas ist ja immer…

Es geht schon damit los, dass ich mich immer wieder ärgere, dass viele Sport-Apps sich zwar für viele Sportarten geöffnet haben, jedoch immer nur spezielle Trainingsprogramme für das Laufen anbieten. Immer wieder stoße ich auf Trainingspläne für den (Halb-)Marathon, aber an Radfahrer denkt keiner. Nun denn. Aber auch ansonsten habe ich an vielen anderen Diensten doch immer wieder was zu meckern.

Endomondo:

Das erschien mir zuerst als die beste Alternative zu Runtastic. Auch hier habe ich die Möglichkeit verschiedene Sportarten unter einer Oberfläche zu verwalten. Stellt sich aber heraus, dass hier die mit Fitbit ermittelten Kalorienwerte nicht übernommen werden. Und so stimmen zwar die Zeit- und Kilometerangaben meiner Touren überein, aber bei den verbrannten Kalorien zählt Endomondo die fast doppelt. Und dass ich bei einer entspannten Radtour über 2.000 kcal verbraucht haben soll, passt überhaupt nicht. Das Schlimmste: man kann es nicht mal manuell korrigieren. So kann ich nicht arbeiten! Ich will doch zu recht stolz auf meine verbrannten Kalorien sein, am Ende des Jahres wirklich sagen können “Wow! 300.000 kcal nur mit Sport verbrannt!” und nicht im Hinterkopf haben “Das stimmt vorne und hinten nicht…”

Hinzu kommt, dass mein Training im Fitness-Studio als Sportart “Andere” importiert wurde. Da müsste ich jetzt noch ran und alle Trainings einzeln korrigieren. Denn ein massenhaftes Korrigieren ist natürlich nicht möglich.

Andererseits bietet Endomondo auch einige Statistik-Funktionen, die selbst Runtastic nicht geboten hat. So ganz aufgeben will ich da noch nicht.

Fazit: noch nicht ganz aus dem Rennen, aber der Dienst muss noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten.

Strava:

Auch bei Strava war ich ja schon mal Premium-Kunde, fand es aber schade, dass neben Laufen und Radfahren andere Sportarten hinten runter fallen. So richtig toll auswerten kann ich andere Sportarten da nicht. Ich wüsste beispielsweise nicht mal wie ich die Zeit ausfiltern soll, die ich mit Kraftsport verbracht habe. Auf der anderen Seite bietet Strava ja auch einige nützliche Funktionen für das Radfahren, das ja eigentlich mein Schwerpunkt ist. Spannenderweise werden die Radtouren, die ich mit Fitbit aufgezeichnet habe, automatisch bei Strava erfasst – Krafttraining aber nicht.

Fazit: auch hier bin ich noch am überlegen, ob es sinnvoll ist, mit gesenktem Haupt zu Kreuze zu kriechen und in eine Premium-Mitgliedschaft zu investieren.

Polar Flow:

Vor drei, vier Jahren hatte ich mir einen neuen Pulsgurt kaufen müssen und mich damals für den Marktführer Polar entschieden. Polar bietet mit Flow eine eigene Oberfläche, um sportliche Aktivitäten zu protokollieren. Damals habe ich all meine Ergometer-Trainings einer Wintersaison dort gespeichert. Auch hier finde ich die Auswertungen nicht schlecht, der Import erweist sich aber als recht zeitintensiv. Zudem kann ich auch hier meine bisherigen Aktivitäten nur im begrenzten Umfang editieren. Ich kann beispielsweise nicht die Kalorienzahl oder gar die Sportart ändern. Alles, was ich mit Fitbit als “Training” aufgezeichnet habe, wird hier auch nur als “Sonstige Outdoor-Sportart ” angezeigt. Aber hier geht es schon damit los, dass das Gewicht nicht erfasst werden kann.

Fazit: nix wie weg!

Fitbit:

Am einfachsten wäre es ja wirklich, wenn ich einfach alles hier belassen würde. Schließlich zeichne ich ja auch alle sportlichen Tätigkeiten mit meiner Fitbit Ionic auf. Hier habe ich auch die Daten zu meinem Schlafverhalten, meinen Gewichtsverlauf, das Schrittziel usw. Das Gute: alle Daten an genau dem Platz, an dem sie auch protokolliert werden. Das Schlechte: die statistische Auswertung ist bei Fitbit unter aller Sau. Da ist quasi gar nichts möglich. Ich kann nicht mal nach Sportarten sortieren oder filtern. Ergo kann ich auch nicht sehen, wie viele Kilometer ich denn dieses Jahr schon mit dem Rad gefahren bin – weil eben in diesen zurückgelegten Kilometern auch jene aus Spaziergängen und Wanderungen drin sind. Orrr. Da könnte ich mich so drüber aufregen, dass so ein großer Player am Fitness-Tracker-Markt in der Hinsicht so abkackt. Echt schade.

Fazit: Hmmmmmjaokay, aber nein, danke.

Garmin Connect:

Mein erster Fitness-Tracker war ja eine Garmin. Seinerzeit bin ich zu Fitbit gewechselt, weil alle die App so in den Himmel gelobt haben. Wie toll sie doch die Daten visualisieren würde. Stimmt ja auch. Aber eine Detailbetrachtung ist mit Fitbit eben nicht so einfach. Nun habe ich mir noch mal Garmins Oberfläche angesehen und muss sagen: da gibt es viele Details, mit denen ich gut arbeiten könnte. Ich glaube, heute Nacht werde ich mal wieder SyncMyTrack anschmeißen und die inzwischen 1.229 Trainings da rüberprügeln. Mal sehen, wie ich da dann Auswertungen machen kann. Vielleicht besteht ja noch Hoffnung?!

Sonstige:

Ansonsten habe ich einfach noch mal einen Blick auf die Dienste geworfen, die von meiner Handy-App SyncMyTracks unterstützt werden. Viele dieser Dienste richten sich eher an den amerikanischen Markt und legen – ähnlich wie Strava – den Fokus vor allem auf Laufen und Radfahren.

2 Gedanken zu „Statistik-Chaos dank Runtastic“

  1. ich glaube aber, das ist eher die Normalität als die Ausnahme. Ich bin jetzt ja auch unter die Fitness Leute gegangen und meine Apps laufen auch nur in der App, es gibt keine Weboberfläche. Dass du also bei der Fitbit solange auf eine Weboberfläche setzen konntest, glaube ich ,ist schon etwas besonderes. Bleibt zwar weiterhin bitter, aber du stellst in deinem vergleicher selber fest: der Trend geht eindeutig Richtung Apps.

    1. Oh, da bin ich aber anderer Meinung. Klar: wer nur mal einen Überblick über sein Schritt- oder Gewichtsziel haben will, der wird mit einer App leben können. Wer aber wirkliche Analysen machen möchte, der kommt um eine richtige Anwendung am Rechner nicht vorbei. Der Trend für die Masse ist nicht unbedingt das, auf das ich hinaus will.

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