Garten-Spaziergang, Kalenderwoche 17

Da sich ja aktuell durch Corona nicht so wirklich viel außer Haus erleben lässt, muss man sich eben ein wenig auf das kleine Fleckchen Land beschränken, das einem gehört und gut bewirtschaftet werden will. In den vergangenen Jahren fand ich es immer sehr spannend, wenn ich verschiedene Fotos unserer Pflanzen im Lauf der Saison verglichen habe. Vielleicht hebe ich das dieses Jahr ja auf ein etwas professionelleres Level und lasse Euch an meiner Ackerwirtschaft regelmäßig teilhaben. Erst vor kurzem habe ich ein kleines Garten-Update geposted, heute schauen wir uns den „Stand der Dinge“ mal im Detail an.

Fangen wir mal ganz vorne an der Straße an. Die Thuja wachsen wie die Orgelpfeifen, keiner weiß warum. Immerhin sind sie nun schon so groß, dass mir zumindest die linke über den Kopf wächst. Vor vier Jahren wurden sie eingepflanzt und waren damals knapp 50 cm hoch. Und dank Ro-Mäh-O, unserem Rasenmäh-Roboter, sieht sogar der Rasen halbwegs gut aus, obwohl er noch im letzten Jahr ordentlich von Maulwurfshügeln durchwachsen war.

Auch im Beet vor der Haustür tut sich so einiges – ohne unser Zutun. Da wurde nur mal ein wenig Unkraut gerupft, ansonsten passiert das alles von ganz allein. Vor allem die Rose ganz rechts im Bild wuchert ganz ordentlich und muss bald wohl ein wenig beschnitten werden, damit sie nicht so auf den Gehweg rankt.

Als kleiner Geek darf natürlich auch vor der Haustür die Technik nicht fehlen. In unserer Blumentreppe sorgt eine automatische Bewässerungspumpe dafür, dass ich guten Gewissens das Gießen vergessen kann. Nur ab und an muss der Eimer wieder mit Wasser gefüllt werden, ansonsten passiert da alles vollautomatisch – ebenso wie hinter dem Haus.

Eine Detailansicht der Sukkulenten darf natürlich nicht fehlen, auch wenn sich in diesem Teil des „Gartens“ vermutlich in der nächsten Zeit am allerwenigsten tun wird.

Die Hecke, die irgendwann mal als Sichtschutz für die Terrasse dienen soll, trägt immer noch ihre welken Blätter aus der Vorsaison, die langsam mal von den frischen Blättern vertrieben werden dürfen. Immerhin sprießen da an einigen Stellen schon ein paar Äste in die richtige Richtung. Und der Kirschbaum ist in diesem Jahr auch erstmals eine wahre Freude. Auch im letzten Jahr hat er schon sehr schön geblüht, aber so eine Pracht war damals noch nicht zu sehen.

Weiter geht es hinter dem Haus. Und bevor ich hier ins Detail gehe, muss ich auch ruhig mal darauf aufmerksam machen, wie glücklich ich mich schätze, an diesem schönen Fleckchen Erde zu wohnen. Wir haben uns hier in den vergangenen Jahren schon ein sehr schönes Idyll gebaut mit unserer Sonnenterrasse inklusive umschließendem Hochbeet. Eine Heiden-Arbeit, aber jede Minute wert. Wie sehr ich es schon jetzt im April genieße, im Strandkorb meiner Liebsten zu sitzen/liegen und auf die Bäume im Hintergrund zu blicken, die gute Luft einzuatmen und den Vögeln beim Zwitschern zuzuhören – das ist unbezahlbar und erregt den Neid meiner Kolleginnen, die natürlich betonen, dass ihre Stadtwohnungen im Szene-Viertel auch ihre Vorzüge haben. Glaube ich gern – tauschen möchte ich aber nicht, bei diesem Anblick:

Gehen wir mal systematisch von links nach rechts. Auf dem Bild sieht man links unsere zwei Kunstoff-Thermo-Komposter, direkt daneben dann drei Kompost-Käfige aus Draht, die im letzten Sommer hinzu gekommen sind (und auf denen das Gras mittlerweile kniehoch steht *räusper*). Vor den Kompostern warten drei Maurerkübel darauf, dass sie noch mit einer weiteren Schicht Erde gefüllt und „bestellt“ werden können. Zucchini, Lauchzwiebel und Kartoffeln sollen sie zukünfig ein Zuhause bieten.

Im angrenzenden Hochbeet blüht der Rosmarin ohne große Pflege vor sich hin. Er hat den Winter sehr gut überstanden und dient der heimischen Küche weiterhin als Quell der Geschmackserlebnisse. Neu hinzugekommen ist ein gekaufter Koriander, der demnächst noch Verstärkung von ein paar vorgezogenen Trieben von der Küchenfensterbank bekommt. Ansonsten wartet der Rest des Kräuterbeetes darauf, bepflanzt zu werden.

Vor dem Hochbeet steht unsere Mirabelle. Sie ist der Baum, der seit seiner Pflanzung im Jahr 2016 am meisten in die Höhe geschossen ist. Da muss ich wohl bald mal ran und ihm nach oben hin ein wenig Einhalt gebieten. Soll er mal lieber in die Fläche wachsen, damit wir uns beim Pflücken nicht so lang machen müssen.

Weiter geht es mit unserem riesigen Hochbeet, das wir um unsere Sonnenterrasse gebaut haben. Hier finde ich es besonders spannend, dass ein Farngewächs, das letztes Jahr schon fast tot ausgesehen hat, nicht nur wieder da ist, sondern sich unter der Erde auch noch weiter ausgebreitet hat, so dass nun an verschiedenen Stellen kleine Farne entstehen. Wunder der Natur! Da freue ich mich wie ein kleines Kind. Auch das Gras ganz links hat Michi vor gut einem Monat geschnitten und es steht schon wieder voll im Saft.


Auf dem Mittelstück unseres Hochbeet-„U“s ist noch ein wenig Potenzial. Ich bin bei uns im Haus eher der Spezialist für die Nutzpflanzen, die irgendwann hoffentlich mal geerntet werden können. Michi hingegen hofft sicherlich, dass sie sich bald mal wieder mit gutem Gewissen in einen Gartenmarkt stürzen kann, um hier die Löcher mit Zierpflanzen zu stopfen.

Immerhin ein lilafarbener Bodendecker bietet ein wenig Farbe, im Hintergrund wächst ein knuffelig-kleines Nadelholz vor sich hin.

Auch auf der rechten Seite ist noch ein wenig Platz geschaffen worden. Noch nicht mal durch uns, sondern durch die Natur: einer der letzten Stürme hat unseren gigantisch großen Flieder entwurzelt. Nun haben wir ihn an eine andere Stelle im Garten verfrachtet. Aber dazu später mehr.

Hier wächst erst mal unsere Rose vor sich hin, bewacht von unserer Eule, die es von Schwiegermama geschenkt gab (und die es leider nicht ganz auf das Bild geschafft hat, weil zu hoch – siehe Gesamtbild). Vorne rechts sieht man noch eine mächtige Wurzel vom Flieder.

Neben dem Hochbeet geht es weiter mit einer Magnolie, die ich von Michi geschenkt bekommen habe. Auch die bekommt so langsam ein paar grüne Blätter und erwacht aus ihrem Winterschlaf.

Und dann war da noch der Apfelbaum! Der hat mich heute mit seinen ersten Blüten begrüßt als ich am Morgen um kurz vor 6 Uhr aus der Küchentür blickte. Auf einmal waren da ein Dutzend Blüten! Im vergangenen Jahr hat es gerade mal zu 1,5 Äpfeln gereicht. In diesem Jahr werden es vielleicht schon ein paar mehr.

Und wo wir gerade beim Hochbeet waren. Eines haben wir noch! Durch den Bau unserer Sonnenterrasse hatten wir so viel Erde über, dass wir noch ein richtig großes Nutzbeet von 4 x 1 Meter anlegen konnten. Aufgeteilt ist es in vier Segmente. Ganz vorne sieht man die Erdbeeren wuchern, die auch schon ein paar Blüten tragen. Dann kommen zwei Segmente, in denen momentan nur ein wenig Unkraut und irgendwo in der Erde noch ein paar Mangold- und Möhren-Samen sind, die es noch nicht an die Oberfläche geschafft haben. Ganz hinten sieht man dann noch ein paar Zuckererbsen, die ich auf der Küchenfensterbank vorgezüchtet hatte und die inzwischen ausgewildert sind. Außerdem sieht man einen dicken schwarzen Schlauch, der sich dreimal über das Beet schlängelt. Er ist Teil unserer umfangreichen Bewässerungsanlage. Gerade gestern habe ich noch ein paar Düsen reingesetzt, damit dieser Bereich noch optimaler bewässert werden kann.

Hinter dem Hochbeet ist noch eine 4 x 4 Meter große Fläche mit Kies bedeckt. Dort steht nicht nur unsere Wäschespinne, sondern auch ein paar Brombeeren. Und die sind auch schon gut „in the making“. Einige Früchte sind schon zu erkennen, wenngleich auch noch lange nicht verzehrfertig.

Rechts neben dem Gartenhaus steht eine Kupferfelsenbirne, die wir vor zwei Jahren schon fast aufgegeben hatten. Aber die regelmäßige Bewässerung tut ihr wohl ganz gut. Leider habe ich nicht dran gedacht, ein Foto zu machen als sie noch in voller Blüte stand. Nun denn: sie wächst und gedeiht, das ist das Wichtigste. Was auf dieser Seite noch besonders schön ist: der Maschendrahtzaun ist weg! Bis ins vergangene Jahr war auch auf dieser Seite des Grundstücks dieser olle Zaun, der weder hübsch noch nützlich ist. Zumindest an dieser Seite gehört er seit dem Grundstückskauf mir und konnte – nach kurzer Rücksprache mit den Nachbarn – im letzten Jahr entfernt werden. Seitdem trennt unsere Grundstücke nur noch der Beton-Sockel des Zauns. Macht auch den Nachbarschaft-Kontakt gleich viel angenehmer.

Tja, und dann kommen wir abschließend noch zu unserem windzerfledderten Flieder, der im Beitragsbild des letzten Postings noch so schön im Hochbeet herumgewuchert hat. Den hat der Wind nicht nur ordentlich bearbeitet, sondern einen Großteil der Wurzel sogar aus der Erde gerissen. Da er durch sein ausladendes Wachstum eh zurückgeschnitten werden musste, damit man halbwegs auf die Terrasse kommt, haben wir uns entschieden, ihn an die Grenze zum Nachbargrundstück zu setzen. Eine Nachbarin gab uns den Tipp, ihn komplett zu kappen, damit die Pflanze ihre ganze Kraft in das Wachstum in Wurzelnähe packt und nicht weiter in die ausladenden Verästerlungen. Also musste ich gestern ran. Es tat mir in der Seele weh, das gute Stück mit einer Säge zu bearbeiten und er bietet nun echt einen kläglichen Anblick. Aber wenn er dadurch eine bessere Chance hat, sich zu erholen… Seht selbst:

So, mit dem großen Gartenrundgang wären wir dann durch. Bleiben noch die kleinen Beete direkt am Haus. Auch da habe ich im vergangenen Jahr einmal heftig sägen müssen. An unserem Feigenbaum, der noch schlimmer nach Platz geschrien hat als der Flieder. Irgendwann wurde es mir zu doof, auf dem Weg von der Küche runter zur Terrasse immer die Blätter aus dem Weg zu halten, also wurde er rigoros gekappt. Sieht momentan auch traurig aus, aber auch hier bilden sich einige hoffnungsvolle neue Triebe.

Der Rest wächst und gedeiht mehr oder weniger vor sich hin, abgesehen mal von der Hortensie, die vom Frühling noch so gar nix mitbekommen hat, aber das kommt sicher noch.

Die Rosen auf der anderen Hausseite habe ich beim Foto-Rundgang ausgelassen, da sich dort auch noch nicht so wirklich etwas regt. Eine Blütezeit scheint noch weit entfernt.

Und just, wo ich diesen Artikel hier schreibe, klingelt der Postbote und sorgt unbewusst dafür, dass ich demnächst wieder über den Garten bloggen kann. Unser frisches neues Saatgut ist angekommen. Der Sonntag ist gerettet!

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