Ein persönlicher Jahresrückblick

Okay, die Fernsehsender fangen schon Anfang Dezember mit ihren Jahresrückblicken an. Ich bin damit ziemlich spät dran. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass dieser Artikel zuerst exklusiv auf Nerdtalk gefeatured wurde. Nichtsdestotrotz ist es ja mein persönlicher Rückblick, also hat er auch in meinem persönlichen Blog zu stehen und erreicht so vielleicht noch den einen oder anderen, der bisher seine Chance verpasst hat, Nerdtalk zu kennen. 😉 Ein persönlicher Jahresrückblick weiterlesen

The Founder, 2016 – ★★★★

Der Film erzählt die wahre Geschichte von Ray Kroc, dem Mann, der von der revolutionären Produktionsweise der burger-bratenden Brüder Dick und Mac McDonald so begeistert war, dass er sie per Franchise in die gesamten Vereinigten Staaten bringen wollte. Das Konzept ging auf: McDonald’s ist heutzutage nach Subway die Fast-Food-Kette mit den weltweit meisten Filialen. The Founder, 2016 – ★★★★ weiterlesen

They Shall Not Grow Old, 2018 – ★★★½

Als ich den Trailer gesehen hatte war klar: den willst Du unbedingt sehen. Die digitale Nachbearbeitung hat mich wirklich beeindruckt. Bisher kennt man Filme aus der Kaiserzeit nur in schlechter Qualität. Vor allem die zumeist unnatürliche Geschwindigkeit der Körperbewegungen sorgen dafür, dass man alles sehr distanziert sieht. Peter Jackson ist es mit diesem Film aber gelungen, diese Distanz aufzulösen. Auf einmal bewegen sich alle Soldaten, Pferde und Panzer ganz natürlich, zudem noch sehr gut nachkoloriert. So gewinnt man tatsächlich einen ganz neuen Blick auf die Geschehnisse von vor über hundert Jahren. They Shall Not Grow Old, 2018 – ★★★½ weiterlesen

Die Bucket List 2020 steht!

Nach halbwegs guter Prognose habe ich nun endlich wieder offene Augen für das, was vor uns liegt: die Zukunft. Gerade existenzielle Ängste sind gut dafür geeignet, den persönlichen Kompass wieder mehr ins Gleichgewicht zu bekommen – so sehr man zuvor auch die Balance verloren hatte. Ich habe jetzt irgendwie die Motivation etwas „besser“ zu machen; an der Situation zu wachsen. Sie zum Anlass zu nehmen, um einiges im Leben zu überdenken oder – wie es neudeutsch heißt – zu optimieren. Die Bucket List 2020 steht! weiterlesen

I’m in a mood

Vermutlich haben es die meisten schon auf anderen Wegen mitbekommen: meine fiese Diagnose aus dem November hat in dieser Woche eine halbwegs guten Ausgang genommen. Ja, der Tumor ist bösartig. Aber zum Glück nicht so aggressiv, dass nun eine weitere (Chemo-)Therapie notwendig wäre. In Zukunft heißt es aber wieder häufiger: „Holzauge, sei wachsam!“. Damit muss ich klar kommen, es hätte aber auch viel schlimmer kommen können.

Was dieser verkraftbare Befund mit meinem Seelenleben anstellt, geht momentan auf keine Kuhhaut. Schon Wochen zuvor habe ich die liebe Michi vorgewarnt: „Wenn das alles gut ausgeht, mach Dich drauf gefasst, dass ich tagelang sehr, sehr nah am Wasser gebaut sein werde…“ I’m in a mood weiterlesen

Ziel erreicht – immerhin!

Ein kleines Lebenszeichen von mir! Was bin ich momentan froh, dass meine Hausärztin und meine Chefin die gleiche Meinung haben: „Wenn es Ihnen in Ihrer momentanen Situation gut tut, auf dem Rad zu sitzen und mal kurz die aktuellen Probleme zu vergessen, dann treten Sie ordentlich in die Pedale!“.

Vor allem meine Hausärztin hat mich darin bestärkt, dass ich für mich selbst momentan das allerwichtigste bin (und auch zu sein habe). Andere würden sich mit einer solchen Diagnose vielleicht unter der Decke verstecken, in der Hoffnung, alles sei nur ein böser Traum oder gehen schon irgendwie vorbei. Ich nicht! Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Situation so gut es geht zu meistern, mich der Krankheit zu stellen und dafür zu sorgen, dass die notwendige Therapie – wie intensiv sie denn auch immer aussehen wird – meinem Körper nichts anhaben kann. Denn dafür halte ich mich fit. Dafür habe ich in den letzten Tagen und Wochen so einiges an Kilometern „geschrubbt“ und habe sogar wieder angefangen, ins Fitness-Studio zu gehen, das ich doch schon so gut verdrängt hatte. Jetzt heißt es eben mal Zähne zusammenbeißen, Arsch hochkriegen und fit halten! Ist ein komisches Gefühl, auf der einen Seite krank geschrieben zu sein (weil ich im Büro nur immer mit solchen Worten wie Harnwegsverletzung oder Riesenzelltumor konfrontiert bin – ja, ich habe es versucht, aber es geht nicht) und auf der anderen Seite in die Pedale zu treten wir ein Derwisch (wobei der sich ja anders dreht…). Aber es tut gut und lenkt mich von den doofen Gedanken ab, die ich dann eben doch nicht ganz verhindern kann.

Und heute war ein großer Tag. Heute habe ich mein Ziel erreicht, in diesem Jahr 5.000 Kilometer mit dem Rad zu fahren. Die heutige Tour war auf 60 Kilometer ausgelegt und führte mich noch einmal an die schönsten Plätze meiner Touren hier im Umkreis. Wobei das gelogen ist: es ist überall schön – man macht es sich nur zu selten bewusst. Und so ließ ich das Jahr noch mal ein wenig Revue passieren. Ich dachte an die Radtour durch das schöne Frankenland oder an die 440 Kilometer, die ich mir im Oktober/November auf Mallorca erstrampelt habe. Selbst auf den letzten Kilometern wurde ich wehmütig, obwohl ich die inzwischen abspule wie ein Schweizer Uhrwerk. Wie so oft führte mich der Rückweg wieder unter der Marienburg entlang. Was habe ich auf diesem Abschnitt nicht schon für viele tolle Touren begonnen? Und wie oft habe ich auf dieser Strecke in mich hinein gestöhnt, weil mir nach 80-Kilometer-Touren spätestens da der Hintern dermaßen weh getan hat.

Aber: es sind tatsächlich 5.000 Kilometer geworden und damit mehr als mit dem Auto in diesem Jahr. Und wenn ich mir dann die Statistik dazu ansehe, bin ich auch ein klein wenig sehr stolz auf mich selbst. Muss man auch mal sein. Über 115.000 Kalorien verbrannt. Alles in allem über 237 Stunden im Sattel gesessen! Das sind fast 10 (zehn!!!) Tage rund um die Uhr. Muss man erst mal schaffen. Habe ich geschafft.

Da werde ich den Rest ja wohl auch noch schaffen!

Lebenszeichen

Schon ein wenig komisch einen Blogbeitrag mit „Lebenszeichen“ zu beginnen, wenn es eigentlich eher um das Gegenteil geht… Vielleicht ist jetzt genau der Punkt gekommen, in dem es in diesem Blog nicht mehr darum geht einfach nur Erlebnisse, Filmkritiken oder Technik-Tipps festzuhalten, sondern es als eine Art Online-Tagebuch zu nutzen. So, wie es vor vielen Jahren (und auf einer ganz anderen Seite) mal angefangen hat. Lebenszeichen weiterlesen

Radtour ins Ungewisse

Am vergangenen Samstag musste ich etwas tun, das ich nur sehr ungerne mache: ich musste meine Routenpläne ändern und dem Wetter anpassen.

Eigentlich fahre ich ja am liebsten einfach drauf los, entscheide irgendwann, wie lang die Tour denn überhaupt werden soll und mache meine Richtungsentscheidungen von absoluten Kleinigkeiten abhängig. Beispiel: eigentlich will ich rechts abbiegen, aber da ist gerade die Schranke unten – dann fahre ich eben links rum. Oder ich wollte eigentlich die vielbefahrene Straße überqueren, um auf der anderen Seite auf dem Radweg dann links entlang der Straße zu fahren. Aber wenn da in dem Moment zu viele Autos sind, dann fahre ich eben auf dem Radweg auf meiner Seite rechts entlang – spart mir das Überqueren der Straße (und den Verlust des Flows). Radtour ins Ungewisse weiterlesen