30-Stunden-Andy

Im Rahmen der Wiedereingliederung nach meiner Krebserkrankung habe ich mich ja so langsam wieder an das Thema „regelmäßige Arbeit“ herangetastet. Nach gut drei Monaten Arbeitsunfähigkeit war es gut, schrittweise wieder in das übliche Büro-Chaos reinkommen zu können. Dabei habe ich eine folgenschwere Entscheidung getroffen: ich reduziere meine Stunden dauerhaft!

Natürlich war es toll, in den ersten Wochen der Wiedereingliederung nur 4 Stunden im Büro sein zu müssen. Es ist aber natürlich utopisch, ein Haus abbezahlen zu wollen, sich hin und wieder was zu gönnen und – wenn’s denn wieder geht – mal verreisen zu können – und das bei nur 4 Stunden Arbeit pro Tag. Bei 6 Stunden pro Tag sah das schon ein wenig anders aus. Der Gesundheit wegen (vor allem der psychischen) klang es doch ganz attraktiv bei vergleichsweise verschmerzbaren finanziellen Einbußen ein Mehr an Freizeit zu bekommen.

Das war schon toll: als Frühaufsteher bin ich meistens um 6:30 Uhr im Büro und entsprechend um 12:30 Uhr im Feierabend. Die perfekte Zeit, um nach der Arbeit direkt ins Fitness-Studio zu fahren. Mittags ist es da schön leer und auch wenn man mal etwas länger trainiert, hat man immer noch viel vom Nachmittag für andere Dinge übrig. Gut, da hat mir nun Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Was spannend war: als wäre es ein Wink des Schicksals haben mir in den Tagen, in denen ich still für mich an eine Stundenreduzierung gedacht habe, viele Personen in meinem Umkreis erzählt, was für gute Erfahrungen sie damit gemacht haben. Dass der Vorteil, so viel vom Tag für sich zu haben, den finanziellen Nachteil mehr als ausgleicht. Also: warum nicht mal ausprobieren? Und sei es nur für einen überschaubaren Zeitraum.

Als der Entschluss fest stand, vorerst für ein halbes Jahr auf 30 Stunden zu reduzieren, war mir aber auch gleich klar, dass ich mir eine gewisse Selbstverpflichtung auferlegen müsse. Ich möchte schließlich nicht auf Geld verzichten, nur damit ich früher zuhause auf der Couch liegen und fernsehen kann. Nein, die gewonnene Zeit soll sinnvoll genutzt werden! Meine Vorsätze stehen fest: wenn schon das Fitness-Studio momentan ausfällt, so will ich die Zeit doch beispielsweise anderweitig für Sport nutzen. Auch wenn ich eine ausgedehnte Radtour mache, habe ich danach immer noch genug Zeit, um was Gesundes zu kochen.

Und für Tage ohne Sport oder mit schlechtem Wetter gilt: zuhause was nützliches machen. Ein wenig für Ordnung sorgen, staubsaugen, gärtnern etc. Irgendwas ist ja immer zu tun.

Hinzu kommt, dass ich gerade die Internetseite meines Grünen Ortsverbandes auf mein geliebtes WordPress umstellen durfte. Jetzt macht das ehrenamtliche Arbeiten an unserer Außenwirkung wieder Spaß. Zudem stehen bei uns bald Bürgermeisterwahlen an, bei denen unsere Partei einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken wird. Da wird in den kommenden Wochen genug zu tun sein.

Gerade erst am vergangenen Wochenende habe ich eine sehr sinnvolle Arbeit gemacht, die vielleicht für den einen oder anderen ja Inspiration sein kann: eine Landkarte unserer Region, auf der sich freiwillige Einkaufshelfer in Zeiten von Corona eintragen lassen können. Schaut da gerne mal vorbei. Und wenn das was ist: ich teile mein Wissen gern. 😉

 

2 Gedanken zu „30-Stunden-Andy“

  1. Ich finde das supercool! Also dass du die Reduzierung gemacht hast und wie du die gewonnene Zeit nutzt. Klasse! 🙂

    Bei meinem Job und in der aktuellen familiären Situation ist mir so etwas (noch) nicht möglich, aber du bist mir da schon einmal ein Vorbild. Viel Spaß noch mit der gewonnen Zeit!

    1. Oh, danke für das Lob. Ob ich die Zeit jedoch immer so sinnvoll nutzen werde, muss sich erst noch zeigen. Aber noch bin ich für Dinge, denn rungelümmelt wird noch nicht. Gibt immer noch genug zu tun. Und dass Wetter wird ja auch besser. Gut für Fahrrad und Garten.

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