Bryan Adams live auf der Waldbühne Schwarzenberg

Ein echter Fan von Bryan Adams bin ich nun wirklich nicht, aber immerhin gehört er zu der aussterbenden Sorte Musiker, an die man denkt, wenn man von “ehrlichem Rock’n’Roll” schwärmt. Michi hat sich vor einem halben Jahr sehr darüber geärgert, dass sie das Konzert in Hannover verpasst hat. Wie schön, dass Mister Adams einen Zusatztermin ganz in der Nähe ihrer Heimatstadt an seinen Tourplan dran gehängt hat. Und so hieß es am vergangenen Wochenende: auf nach Schwarzenberg in Sachsen!Die Ausgangssituation für den Abend war schon mal sehr gut. Am Vortag hatten sich Gewitter und Regen über dem Land entladen und sorgten beim Konzert von Guns’n’Roses in Hannover für eine ausgedehnte Unterbrechung. Der Freitag sah da schon viel freundlicher aus. Es war nicht mehr ganz so knalleheiß wie die Tage zuvor und der Himmel war meist bedeckt. Ganz gut, wenn man bei einem Open-Air-Konzert frühzeitig ansteht, um sich einen guten Platz zu sichern. Im vergangenen Jahr haben wir in Chemnitz gemerkt was es heißt auf den Einlass in eine Location 45 Minuten in der prallen Sonne zu stehen. Mit bedecktem Himmel war das gleich viel entspannter.

Der Einlass hat sich ein wenig verzögert, da der Soundcheck ein wenig länger gedauert hat als geplant. Aber immerhin hat Bryan Adams schon beim Soundcheck ein paar komplette Lieder zum Besten gegeben, so dass die wartenden Menschenmengen schnell versöhnt waren. Als die Pforten dann geöffnet wurden, konnte Michi einen richtig guten Platz für uns ergattern. Die Waldbühne ist angelegt wie ein Amphitheater mit steil aufragenden Rängen. Wir hatten unser Plätzchen schön weit vorne, so dass wir über die Stehplätze des Innenraums hinweg sehen konnten, selbst aber nicht mal 30 Meter von der Bühne entfernt saßen.

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Die Show war dann so, wie man sie von einem Musiker erwarten würde, der handgemachte Songs bietet. Ohne viel Bling-Bling, ohne Konfetti und Luftballons spielte sich Bryan Adams durch sein umfangreiches Portfolio. Einzig eine große Videoleinwand zeigte mal Videoclips oder Livebilder der verteilten Kameras.

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Erst beim Konzert sind mir so einige Dinge klar geworden: ob ich es will oder nicht, aber da steht einer der ganz großen Stars vor mir auf der Bühne. Wenn er mit einem verschmitzten Lächeln darauf hinweist, mit welchen Stars er seine Songs aufgenommen hat, merkt man, in welcher Liga er spielt (“I’ve recorded this song with Tina Turner. Sorry, but Tina can’t be with us tonight…”). Auch als auf der Video-Leinwand alte Videoclips gezeigt wurden und ich mich daran erinnert habe, dass ich diese Clips vor Urzeiten gesehen habe als es noch MTV & Viva gab, wird einem bewusst, wie lange sich der Mann schon ganz oben behauptet. Und auch wenn ich kein Fan bin und die Karriere von Bryan Adams nie wirklich verfolgt habe: abgesehen von den zwei Songs seiner aktuellen Platte, hätte ich restlos alle Lieder teils mitsingen, aber zumindest mitsummen können.

Auf der Bühne wirkte Adams sehr sympathisch, stellte immer wieder seinen Mit-Gitarristen Keith Scott in den Vordergrund, frotzelte über den Hintern seines Bassisten und ließ die Menge bei vielen Stellen mitsingen oder gab gar das Kommando an das singstarke sächsische Publikum ab.

Und spätestens als die liebe Michi zum Ende hin ein kleines Tränchen verdrückt hat, weil ihr das Konzert so gefallen hat, war klar, dass der Besuch eine gute Entscheidung und Weg und Geld allemal wert war. 😉

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