Tourgeschichten, Teil 3

Heute hatte ich mit zwei kleinen Problemen zu kämpfen, von denen eines ein echtes Luxus-Problem ist. Zum einen musste ich mein Pedelec mal wieder entstauben, da meine kleine „Rennmaschine“ momentan zur Inspektion ist. Ein echtes Problem ist das natürlich nicht wirklich. Dass ich inzwischen aber so fit bin, dass ich auf dem Pedelec gar nicht mehr so richtig in Schwung komme, geht als Luxus-Problem durch…Auf den ersten 11 Kilometern habe ich den Motor überhaupt nicht benutzt. Schließlich hat es einen Grund, warum ich das Pedelec aktuell in die hinterletzte Ecke unseres Gartenschuppens gestellt habe: ich will mich selbst fordern und eben nicht per Motorunterstützung ans Ziel kommen. Aber wie es nun mal so ist: irgendwann kommt dann doch eine Steigung, bei der man sich ein wenig Motor gönnt und sich dann überlegt „Naja, wenn das Rad schon doppelt so viel wiegt wie das andere, dann lass doch den Motor an.“ Es macht schon einen Unterschied wenn man 10 Kilo mehr mit sich herumfährt.

Nun denn, alles gar kein Problem. Auch heute hatte ich wieder ein klein wenig mit dem Wetter zu kämpfen. Pünktlich zum Feierabend fing es an zu nieseln, hörte aber schnell wieder auf. Der RegenRadar sah ganz gut aus, also: ab auf’s Rad! Irgendwann hat es zwar wieder ein wenig geregnet, aber solange mir die Suppe nicht in die Schuhe läuft, ist alles okay. Als ich gerade durch Eime gefahren bin, ist der Himmel sogar ein wenig aufgerissen und ich konnte die Sonne sehen.

Doch kaum einen Kilometer weiter bot sich mir ein etwas anderes Bild: während die Sonne noch auf mich herunter schien und meine Klamotten trocknete, sah ich links von mir eine Regenfront gemächlich über die Hügel kriechen:

Irgendwie stand der Wind aber gut und ich hatte Glück, bin trocken zuhause angekommen. Auf der zweiten Hälfte der Tour, nachdem ich schon so einige Kilometer mit Motorunterstützung gefahren bin, ist mir mal aufgefallen, dass mein Puls so gar nicht mehr in die Höhe geht. Klar, ich habe nicht ich voll in die Pedale getreten. Aber obwohl ich die Motor-Unterstützung auf der niedrigsten Stufe stehen hatte, bin ich meist mit gut 25 km/h voran gekommen. Im vergangenen Jahr hätte da mein Herz sicherlich noch weit aufgeregter geschlagen. Und heute? Auf den letzten zehn Kilometern kam der Puls selten mal über die 100 Schläge/Minute. Das habe ich im letzten Jahr schon erreicht wenn ich mal etwas flotteren Schrittes spaziert bin.

Vorteil: ich kam vollkommen entspannt zuhause an, fühlte mich topfit. Der Nachteil: obwohl ich fast drei Stunden unterwegs gewesen bin, habe ich gerade mal 1.500 Kalorien verbrannt. Und laut Strava hat diese Tour trotz ihrer 65 Kilometer nicht wirklich viel für die Verbesserung meiner Fitness getan. Nun denn. Bald ist das Rennrad wieder zuhause.

Podcasts im Ohr: Gästeliste Geisterbahn, Betreutes Fühlen, Freakshow

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