Ford v Ferrari, 2019 – ★★★★½

 

Der ehemalige Racing-Champion Carroll Shelby (Matt Damon) bietet dem Ford-Konzern seine Expertise an, um im Jahr 1966 das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu gewinnen. Gemeinsam mit dem begnadeten Rennfahrer und Autoschrauber Ken Miles (Christian Bale) bekommt er den Auftrag, innerhalb von 90 Tagen einen Rennwagen zu entwickeln, der den dominanten Ferraris die Stirn bieten kann.

Ich kann gar nicht mehr aufzählen, in wie vielen Filmen mich Christian Bale schon begeistert hat, angefangen mit “Das Reich der Sonne” über “American Psycho”; “The Dark Knight” und “Rescue Dawn” bis hin zu “The Fighter”. Auch hier kann Bale von Anfang an überzeugen und gibt den etwas starrsinnigen, aber überaus leidenschaftlichen Autoliebhaber von der ersten bis zur letzten Sekunde perfekt. Und: sieht dabei auch noch hervorragend aus. Ihm steht der Look der 60er Jahre ebenso wie dem jüngst oscarprämierten Brad Pitt in “Once upon a Time in…Hollywood”. Doch auch Matt Damon glänzt in der Rolle des maskulinen Renn-Haudegens, der es verstanden hat, sich nach der Karriere ein gut laufendes Geschäft aufzubauen. Mit viel Verhandlungsgeschick zieht er ein ums andere Mal die Verantwortlichen von Ford über den Tisch – zu deren eigenem Besten.

“Ford v Ferrari” ist eine wunderbar erzählte Geschichte über eine Männerfreundschaft, die über die gleiche Liebe zu Autos gewachsen ist. Und diese Leidenschaft überträgt sich auch auf den Zuschauer. Auch wenn man von dem ganzen Fachchinesisch, das die beiden beim Feinjustieren des Boliden verwenden überhaupt keine Ahnung hat, fühlt man sich doch mitgenommen und weiß, woran es gerade hakt.

Die Rennen sind hervorragend und mitreißend in Szene gesetzt. Selbst jenes, an dem Miles gar nicht als Fahrer teilnimmt. Schlüsselszene war für mich der Moment, in dem Shelby den Ford-Chef zu einer Probefahrt über das Testgelände mitnimmt. Dessen Reaktion nach der Fahrt ist das Highlight des Films: anders als im Trailer, wo diese Szene eher einen komödiantischen Touch hat, ist es vielmehr die wahrhafte Essenz von Liebe zu Autos und Motoren. Und auch wenn ich selbst eigentlich ein strikter Gegner von PS-Protzerei bin, so muss ich doch zugestehen, dass dieser Moment mich fast zu Tränen rührte.

Man merkt: der Film hat mich richtig mitgenommen, auch wenn der Rennsport so überhaupt nicht mehr meins ist. Die 2,5 Stunden sind wie im Flug vergangen und ließen mich mit einem beeindruckten “Wow, das sind echte Typen” auf den Lippen zurück.

 

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