Die Bucket List 2020 steht!

Nach halbwegs guter Prognose habe ich nun endlich wieder offene Augen für das, was vor uns liegt: die Zukunft. Gerade existenzielle Ängste sind gut dafür geeignet, den persönlichen Kompass wieder mehr ins Gleichgewicht zu bekommen – so sehr man zuvor auch die Balance verloren hatte. Ich habe jetzt irgendwie die Motivation etwas „besser“ zu machen; an der Situation zu wachsen. Sie zum Anlass zu nehmen, um einiges im Leben zu überdenken oder – wie es neudeutsch heißt – zu optimieren.

Hier ist nun also meine Bucket List, die ich zum Ende des Jahres gerne abgehakt haben möchte. Das hat weniger mit guten Vorsätzen zu tun, sondern eher oftmals mit einem „Wolltest du schon immer machen, vor ein paar Wochen hast du noch gedacht: ‚Hätteste mal!‘. Und jetzt machste es eben!“

Das Haus renovieren

Ich muss der Herzallerliebsten recht geben: unser Haus geht ins 8. Jahr seit dem Einzug – Zeit sich mal ein wenig um die Renovierung zu kümmern. Das Gäste-WC hat Michaela schon alleine tapeziert, denn vor der OP hatte ich für alles nach der OP überhaupt keinen Kopf, sie aber keine Lust auf mich Trantüte zu warten. Jegliche Planung nach dem OP-Termin prallte an mir ab wie ein Golfball an der Teflonpfanne. Nun will ich unser Nest aber auch verschönern. Tapeten für einige Räume sind bereits gekauft, im Wohnzimmer stehen wir noch in regen Verhandlungen. 😉

Neue Möbel kaufen

Viele unserer jetzigen Möbel haben schon mehr als einen Umzug mitgemacht (der Kenner weiß: das war ein Euphemismus) und weil sie auch noch nicht reif für den Sperrmüll sind, wollen wir sie nun in Hände geben, die sich nach gebrauchen können. Wir sammeln beide leider sehr gerne „Brassel“ (so hätte Opa das genannt) an, der verstaut sein will. Aber auch „das gute Geschirr“ und Bücher müssen ja  auch irgendwo gelagert werden. Und auch hier sind einige Möbel für bestimmte Räume schon fest eingeplant (und wie durch Zufall macht IKEA gerade Aktionswochen für PLATSA-Regalsysteme!!1!!!11!!!). Für das Wohnzimmer sind wir auch hier noch in ergebnisoffenen Verhandlungen.

Einen VHS-Kurs machen

Es ist immer gut, etwas Neues zu lernen, den Horizont zu erweitern und im besten Fall auch noch nette Leute kennenzulernen. Zwar hätte ich auch schon mal Lust, Spanisch zu lernen, aber ich will die To-Do-Liste nicht gleich überstrapazieren. Das führt nur dazu, dass man sie gar nicht angeht. Also werde ich mal sehen, was die VHS-Programme in Hildesheim oder Hannover so hergeben. Zumindest ein Kochkurs sollte doch wohl drin sein.

Kochen lernen

Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema. Meistens bin ich derjenige, der sich freiwillig in die Küche stellt, schält, schnibbelt und dann alles in Kochtopf oder Pfanne wandern lässt. Aber meistens beginnt das mit einem „Mal gucken was noch so da ist“, gefolgt von einem „Mit welchen Gewürzen könnte das wohl am besten schmecken? Ach, einfach rein damit und gut.“. Man kann es liebevoll „improvisierte Crossover-Küche“ nennen oder einfach zugeben, dass ich keinen wirklichen Plan von dem habe, was ich da mache – es aber immerhin trotzdem meistens schmeckt (for the record: und das nicht nur mir!). Erst vor kurzem hat mein Lieblingspodcaster Holger Klein ein Interview mit dem Sternekoch und Buchautoren Stevan Paul geführt. Dessen aktuelles Buch heißt schlicht „kochen“. Sein Ansatz: ein Universalwerk schaffen, das einem die Grundlagen des Kochens erklärt. Anstatt Schickimicki-Rezepte unters Volk zu bringen, für deren Zutaten man erst durch zig Läden rennen muss, konzentriert er sich in den enthaltenen 500 Rezepten auf all jene Zutaten, die jeder Supermarkt im Sortiment hat. Allein dafür gebühren ihm Standing Ovations. Morgen liegt das gute Stück im Briefkasten. Dann will ich damit vor allem meine Technik verfeinern und neue Zubereitungsarten kennenlernen.

Mehr vegetarisch kochen

Es ist an der Zeit langsam mal aus meinem „Heute gibt es Fleisch mit…“-Trott auszubrechen. Spätestens meine veganen Versuche vor einigen Jahren haben doch gezeigt, dass Fleisch nicht wirklich nötig ist. Natürlich will ich es nicht kategorisch von meinem Speiseplan verbannen, aber ein wenig reduzieren möchte ich es schon. Ich möchte lieber Rezepte entdecken, die auch ohne Fleisch auskommen und trotzdem sehr lecker schmecken. Hauptsächlich für’s eigene Wohlbefinden, natürlich auch ein wenig für die Personenwaage und auch für mein gutes Gewissen als Mitglied der Grünen.

Im Sommer darf aber auch gerne wieder das „Monster“ angeschmissen werden. 🙂

Einen Haufen neue Klamotten kaufen

Ja, klingt trivial. Anziehsachen kaufen. So what? Zwar habe ich im letzten Sommer vor unserer Rom-Fahrt noch mal ein paar Sachen gekauft, aber ein schönes neues Hemd oder eine Hose dürften es dann doch mal sein. Ihr kennt das: man geht hochmotiviert in die Geschäfte und schon in der ersten Umkleidekabine merkt man: „Das ist heute definitiv der falsche Tag, um Kleidung zu kaufen.“ In dem Zuge möchte ich dann auch endlich mal eine Jeans von Manomama kaufen. Überall höre ich nur großes Lob über die Qualität und Langlebigkeit, ganz abgesehen von der Nachhaltigkeit der verwendeten Rohstoffe. Und außerdem will ich Geschäftsführerin Sina Trinkwalder noch mehr unterstützen als nur mit dem bisherigen Kauf eines BrichBag und ihrer Urbandoos. Sie macht jeden Tag so viel tolle Arbeit und ist für mich ein echtes Vorbild.

Mehr Geld für Gutes ausgeben

Da sind wir schon beim Thema: Gutes unterstützen. Es geht schon damit los, dass wir vieles in Zeiten des Internets für selbstverständlich halten. Beispielsweise Podcasts gibt es kostenlos, aber die Macher würden sich auch über eine kleine finanzielle Aufmerksamkeit freuen. Uns als Hörer machen ein paar Mäuse nicht arm. Die Freude, die man damit auslösen kann sollte doch mehr geschätzt werden als der finanzielle „Verlust“. Daher bin ich nun auch zahlender Unterstützer der Wochendämmerung. Ebenfalls ein Podcast des bereits oben erwähnten Holger Klein. Hier ist er jedoch nicht der Hauptverantwortliche, sondern nur Angestellter seiner Partnerin Katrin Rönicke. Gemeinsam veröffentlichen sie jeden Freitag einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Blick auf die Ereignisse der vergangenen Woche. Die Mischung aus etwas mehr Tiefgang, Weiterdenken und persönlicher Meinung sind eines meiner Wochenhighlight. Das bekommen sie nun auch mit 12,- € jeden Monat vergütet.

By the Way: wer meinen eigenen Podcast auch ein wenig unterstützen – oder zumindest mal hören – will, der kann ja mal bei Nerdtalk vorbei hören. 😉

Eine einwöchige Radtour machen

Im vergangenen Jahr habe ich viele Stunden auf YouTube verbracht und habe diversen Menschen dabei zugeschaut, wie sie mit dem Rad die gesamte Welt erkunden. Nun muss ich ja nicht gleich mit dem Rad ans Nordkap oder quer durch die Steppen der Mongolei fahren, aber eine Woche mit dem Rad durch Norddeutschland fahren, das sollte ja wohl drin sein. Im vergangenen Jahr hatte ich schon mal eine grobe Planung für eine Tour von Hildesheim entlang der ostfriesischen Nordseeküste gemacht. Es könnte aber auch eine Rundreise von Hildesheim über Hamburg und Berlin zurück nach Hildesheim werden. Das überlege ich mir noch.

Ansonsten werde ich mir keine weiteren sportlichen Ziele stecken. Die 5.000 Radkilometer muss ich nicht auf Biegen und Brechen übertrumpfen. Vielmehr geht es jetzt darum, das Fahrrad auch noch mehr in den Alltag zu integrieren. Zum Bahnhof habe ich es schon öfter mal benutzt, zu unseren Grünen-Sitzungen in Nordstemmen ebenfalls. Vielleicht kommt dieses Jahr ja auch endlich mal die Einkaufsfahrt dazu. Große Satteltaschen liegen schon viel zu lange ungenutzt im Gartenhaus.

Und auch im Fitness-Studio will ich mich wieder regelmäßiger blicken lassen. Leider habe ich da in den vergangenen Monaten viel zu viele Ausreden gefunden, die ich in diesem Jahr aber nicht mehr gelten lassen will.

Einen richtig tollen Urlaub machen

Als ich meine blöde Diagnose bekommen hatte, habe ich Michaela, die mindestens ebenso verängstigt war wie ich, fest in den Arm genommen und ihr versprochen: „Wenn ich da gut durchkomme, dann hauen wir urlaubstechnisch mal so richtig auf die K…“ Also gibt es einen besonderen Urlaub, der auch ruhig mal sein Geld wert sein darf und kein Supersondersparpreis mit Frühbucherrabatt oben drauf sein muss. Mal sehen, wohin es uns verschlägt.

Mich besser organisieren

Ja, das klingt ebenso schwammig, wie es sich für mich momentan auch noch anfühlt. Aber: ich muss in diesem Moment einfach nur auf das Chaos auf meinem Schreibtisch schauen, um zu wissen: da muss sich mal was ändern – aber zack, zack! Ordnung auf dem Tisch sorgt meiner Erfahrung nach auch für Ordnung im Kopf. Und bei beidem denke ich: da wäre echt mehr möglich.

Das betrifft natürlich nicht nur Zettelkrams, Kleidung und andere Gegenstände, sondern auch die EDV. Mal wieder Großreinemachen auf den Festplatten und doch noch mal versuchen, mich OneNote so anzunähern, dass ich es regelmäßig im Alltag benutze.

Wieder Glückstagebuch schreiben

Vor mehr als zehn Jahren hatte ich mal eine Phase, in der ich jeden Abend vor dem Schlafengehen fünf Dinge aufgeschrieben habe, die an dem Tag gut waren. Und auch wenn es manchmal nur solche Kleinigkeiten waren wie „Heute gab es meine Lieblingsbrötchen zum Frühstück“ oder „Heute habe ich die Gänse im benachbarten See so schön laut schnattern hören“, war es für den eigenen Seelenfrieden sehr förderlich. Denn so beschäftigt man sich kurz vor dem Einschlafen noch mal mit schönen Dingen. Und wenn es einem mal nicht so gut geht, kann man in den kleinen Notizbüchern wunderbar herumblättern und sich viele tolle Dinge in Erinnerung rufen. Zuerst ändert sich die eigene Einstellung unmerklich, aber irgendwann kam dann der Punkt: „Hey, Moment mal. Ich fühle mich irgendwie ausgeglichener als sonst.“ Will ich wieder haben!

Jeden Tag eine gute Tat

Neben den 5 schönen Sachen soll auch an jedem Tag gesondert eine „gute Tat“ vermerkt werden. Ich habe es mir in diesem Jahr beispielsweise zur Gewohnheit gemacht, in meiner Jackentasche immer lose 2,20 € bei mir zu haben. So kann ich jederzeit ohne großen Aufwand einem Obdachlosen eine „Asphalt“-Zeitung abkaufen. Und wenn ich die aktuelle Ausgabe schon habe? Egal. Die paar Euro weniger in der Geldbörse tun mir nicht weh, erfreuen aber andere. Natürlich muss die gute Tat nicht immer etwas mit Geld zu tun haben. Da kann im Glückstagebuch auch ruhig mal stehen „Heute habe ich XY ganz offen und ehrlich gesagt, warum ich ihn/sie so schätze“. Wenn ich mit meinem Zutun jemand anderes Tag verschönert habe, dann ist das in jedem Fall erwähnenswert.

So, da ist ja doch einiges zusammen gekommen. Das Blog-Jahr beginnt auf jeden Fall sehr textlastig. Hoffentlich bleibe ich diesmal wieder dran. Ich bin schon gespannt, bei welchen Punkten ich zum Jahreswechsel ein Häkchen gesetzt haben werde. 🙂

9 Gedanken zu „Die Bucket List 2020 steht!“

  1. Mehr Kommentare statt Likes!

    Ich lasse mich, ganz unabhängig, wie gut ich die Person kenne, immer gern von solchen Aufbrüchen mitreißen. Der Optimismus springt über und ich fühle mich selbst motiviert, Dinge zu verändern.

    Darum: Danke für den Motivationsschub.
    Und gedrückte Daumen für deine Vorhaben.

  2. Das klingt super, lieber Andy! 🙂

    Tolle Vorhaben und jetzt ist für dich wohl genau der richtige Zeitpunkt, diese anzugehen.

    Sag doch mal Bescheid, wenn du tolle vegetarische Rezepte gefunden hast. Ich ernähre mich selbst seit ca. 6 Monaten vegetarisch und bin erstaunt, wie gut es funktioniert. Habe davor aber auch schon nicht viel Fleisch gegessen.

    Und der 1-Woche-Radtour-Plan klingt famos! Von sowas träume ich auch schon länger. Weiß nur noch nicht, ob ich radeln oder wandern oder laufen will. Werde ich aber vermutlich erst angehen, wenn die Kids älter sind.

    Ich wünsche dir, dass du deine Pläne alle umsetzen kannst und insgesamt ein famoses Jahr 2020!

    1. Dankeschön! Wenn’s vegetarisch etwas zu vermelden gibt, werde ich das mit Dir im Hinterkopf sicherlich mal auf dem einen (hier) oder anderen (Twitter) Kanal veröffentlichen.

      Was die längere Tour angeht, vielleicht wäre die Idee, die wir momentan planen ja auch was für Dich: ich setze mich auf’s Rad und fahre in zwei Tagestouren nach Hamburg (ca. 180 km). Meine Liebste folgt am zweiten Tag mit dem Auto und wir machen uns dann (quasi am dritten Tourtag) einen schönen gemeinsamen Tag in Hamburg, bevor es dann am vierten Tag wieder zurück geht. So ist man zwar hauptsächlich allein unterwegs, macht sich aber zwischendrin auch einen schönen Tag mit Partner/Familie, damit die auch etwas davon haben. 😉

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