Die Maker Faire Hannover 2018

Wie das Leben manchmal so spielt: da sitzt man im Zug auf dem Weg zur Arbeit und sieht im Abteil einen großen Werbe-Sticker. Kurz ein Foto machen, per WhatsApp an die Liebste schicken mit dem Hinweis: “Wäre das was für uns?” und ein “Klar, da wollte ich immer schon mal hin”. Und so sind wir an einem schönen Samstagmorgen zur Maker Faire nach Hannover gefahren.

Schon am Eingang begeisterte uns eines der eindrucksvollsten Ausstellungsstücke:

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Im Congress-Centrum ging es nicht minder spannend weiter. An einem der ersten Stände wurden Replika von alten Spielautomaten ausgestellt. Hier eine Abwandlung oder Frühversion des Flippers: eine eingeworfene Geldmünze muss über bewegliche Ebenen sicher nach unten geleitet werden. Ich hab’s nicht geschafft.

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Am besten hat mir die Info unten am Gerät gefallen:

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Am nächsten Stand habe ich tatsächlich einen alten Bekannten getroffen: Philipp Eggersglüß (www.philart.info) kenne ich noch aus alten Sneak-Zeiten. Damals hat er ausgediente Langspielplatten dermaßen verformt, dass daraus stylishe Obstschalen geworden sind. Inzwischen ist er beim Textilen gelandet. Er nimmt sich alte Stickbilder und verfeinert die klassischen Motive mit Einflüssen aus der Popkultur, hauptsächlich aus Computerspielen:

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Nur ein paar Meter weiter kam uns ein alter Bekannter entgegengerollt. Dass manche Menschen sich Stunde um Stunde in der Freizeit damit beschäftigen, Star-Wars-Droiden 1:1 nachzubauen ist schon bemerkenswert.

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Und wenn man schon mal die Möglichkeit hat sich mit einer Cosplayerin ablichten zu lassen:

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Mein absolutes Lieblingsstück war auf alle Fälle dieser kunstvoll verzierte Käfer. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie viele Mannstunden an Arbeit da drin stecken…

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Nicht ganz so zeitaufwändig waren vermutlich die verschiedensten Bauten aus LEGO, die mir aber trotzdem ein Lächeln ins Gesicht zauberten. Immerhin haben sie eines von Hannovers heimlichen Wahrzeichen nachgebaut:

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Manche Menschen machen ihr Fahrrad auf ganz besondere Weise winterfest:

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Zusammengefasst war in den Hallen ordentlich was los. Ich muss aber auch sagen, dass ich bei vielen Konstrukten nicht wirklich Sinn und Zweck erfassen konnte (Physik-Kram war nie so meins) oder ich den Reiz nicht nachvollziehen konnte, solche Sachen zu bauen. Nichtsdestotrotz habe ich die Chance am Heise-Stand genutztund habe mir ein heruntergesetztes Exemplar eines MAKE-Sonderheftes inkluisve einem Arduino gekauft. Vielleicht gebe ich dem ganzen Thema Mikrokontroller, Internet der Dinge usw. ja doch mal eine Chance.

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Außerdem habe ich mir FINN gekauft, eine Fahrradhalterung für das Smartphone, komplett aus Gummi. Gesehen hatte ich das Teil schon häufiger mal, konnte diesmal aber an einem Praxisbeispiel herumrütteln und fand, dass es doch ganz gut gehalten hat. Mal sehen ob ich es an meinem Rad nutzen werde. Da bleibe ich aber vermutlich lieber bei meiner Handy-Tasche, die auf der Querstange angebracht wird. Aber für ein Leih-Rad im Urlaub ist das sicherlich eine Alternative. Die Halterung ist leicht und nimmt im Reisegepäck nicht viel Platz in Anspruch.

Im Außenbereich stand auch noch mal ein schön verrostetes Technik-Ungetüm:

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Da draußen viele Food-Trucks standen, haben wir die Chance für einen kleinen Snack genutzt. Unser Mexican Food haben wir vor der Hauptbühne verputzt, auf der gerade die Gewinner eines Maker-Wettbewerbes gekürt wurden. Das fand ich ganz spannend: der Haupt-Sponsor CONRAD hat mehreren Teams ein umfangreiches “Starter-Kit” zur Verfügung gestellt und diese Teams haben in den vergangenen Monaten aus den einzelnen Komponenten die unterschiedlichsten Projekte realisiert. Angefangen von einer App, die einen Hut zum Leuchten bringt über einen 3D-Scanner und eine autonome Steuerung für einen Traktor bis hin zur “Sieger-Boje”, die auf dem Wasser treibt und mit ihren Sensoren solche Daten wie Luft- und Wassertemperatur, Wellengang usw. misst, war viel unterschiedliches dabei.

Beim an- und abschließenden Schlendern über das Außengelände gab es für mich noch ein persönliches Highlight. Vor gerade mal drei Wochen hatte ich ein Interview meines Lieblings-Podcasters Holger Klein gehört, das er im Rahmen einer Kooperation mit dem Baumarkt Hornbach geführt hat. In der Interview-Reihe bittet er unterschiedliche Menschen zum Gespräch, die ein großes Heimwerker-Projekt verwirklicht haben. Beispielsweise Paul und Hansen Hoepner. Ich kannte die beiden schon vorher, weil sie ihre Radtour von Berlin nach Shanghai mit einer Kamera begleitet haben. Das hat mir damals sehr gut gefallen. Nun haben sie ein neues Projekt: Urmel. Urmel ist ein amphibisches Gefährt, das wie ein Tandem mit 12 Rädern aussieht. Und weil Urmel ja “aus dem Eis” kommt, soll er da auch wieder hin: bald wollen sie mit ihrem Urmel einmal quer durch Alaska radeln. Wie gesagt: vor kurzem noch den Podcast dazu gehört, heute stehen sie mit ihrem Gefährt leibhaftig vor mir.

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Fazit: viele Interessante Dinge gesehen, einige sehr nette Gespräche mit den Makern geführt – und sogar ein eigenes Maker-Starter-Kit mit nach Hause genommen. Dann krempel ich mal die Ärmel hoch…

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