Urlaub im Osten, Part 4

Mit der Zeit stellte sich ein Nachteil unserer Unterkunft heraus, wenn man Fahrradurlaub machen will. Wie gesagt ist das Resort sehr abseits von allem in einem dichten Nadelwald gelegen. Und diese Handvoll Kilometer bis zu den nächsten Örtchen erweist sich auf Dauer bei Radtouren als noch monotoner als ohnehin schon. Wenn man jedes Mal – egal was für eine Radtour man auch plant – immer erst eine halbe Stunde lang durch Wald und kleine verschlafene Siedlungen fahren muss, dann geht einem das schon nach kurzer Zeit auf den Senkel. Wie gut, dass in den Folgetagen das Wetter nicht mehr ganz so gut mitgespielt hat oder wir uns mit anderen Aktivitäten zu helfen wussten.

Der Donnerstag begann regnerisch. Gar nicht mal so schlecht, schließlich wollten wir ja einen Tag auch mal auf der Müritz schippern. Dumm nur: vom Sommer war ich so verwöhnt, dass ich nicht mal eine regenfeste Jacke eingepackt hatte (zumal die auch alle nicht gerade top aussehen). Unsere erste Tagesaufgabe hieß somit “Findet für Andy eine schöne Regenjacke, mit der er sich nicht verstecken braucht!”. Nachdem wir schon in diversen Läden gewesen sind, wurden wir im letzten Sportartikelladen vor der Hafenkante fündig. Anschließend ging es noch in ein kleines Cafe, um die Zeit bis zur Abfahrt unseres Schiffs zu überbrücken und dann stachen wir in See. Genauer gesagt in drei Seen: die Binnennmüritz, den Kölpinsee und den Fleesensee. Noch während der ersten Minuten auf See hörte der Regen auf, so dass wir uns schön auf dem Oberdeck den Wind um die Ohren pusten lassen konnten.

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Am Abend wartete dann ein weiteres Highlight auf uns: das American-Barbecue-Buffet in unserem Resort. Da Michis Bruder Stephan mit seiner Freundin zeitgleich in der Nähe urlaubten, haben wir sie zu dem wirklich sehr leckeren Abendessen zu uns ins Resort eingeladen.

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Am Freitag, unserem letzten vollen Urlaubstag, wurde es abenteuerlich: eine Kanu-Tour auf der Müritz stand an. Gemeinsam mit Stephan und Mandy haben wir uns durch verschilfte Flussläufe gekämpft. Im letzten Jahr ist eine Kantour bei uns ja ziemlich ins Wasser gefallen, weil durch das Hochwasser eine Stelle, an der wir das Kanu wieder einsetzten sollten, durch Treibgut unzugänglich geworden ist. In diesem Jahr hatten wir mit den Folgen des Super-Sommers zu kämpfen: an einigen Stellen hatten wir fast kein Wasser unter dem Kiel. Zum einen sorgte das dafür, dass wir alle schnell barfuß im Fluss (eher Flüsschen) standen, um die Kanus weiterzuschieben, zum anderen sorgte es ordentlich für Stimmung.

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Denn wenn wir zu faul zum Aussteigen waren oder dachten, wir bekommen es auch so hin, versuchten wir mit zeitgleichen Bewegungen unser Kanu über die Hindernisse robben zu lassen.

Nachdem der Start somit ein wenig holperig verlaufen ist, wurde es im Verlauf der Strecke aber richtig schön. Da der Fluss fast ein stehendes Gewässer ist und somit kaum Wellen aufgekommen sind, boten sich viele Möglichkeiten für Fotos von unberührt scheinender Natur.

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Einmal hatten wir noch ziemliche Probleme, um von einem See die Flussmündung zu finden, die uns zum nächsten See bringen sollte. Denn das gesamte Ufer stand voller mannshohem Schilf. Nach ein paar Fehlversuchen konnte uns dann mitten auf dem See das Internet weiterhelfen: dank Google Maps und der Satellitenansicht haben wir dann doch noch die richtige Route gefunden.

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Ein besonderes Highlight war das Unterfahren von Brücken. Da hätte man sich einen noch niedrigeren Wasserstand gewünscht. So wurde die Fahrt unter Brücken hindurch zu einem echten „Limbo“: noch mal ordentlich Schlag geben, dann ganz weit nach hinten lehnen und hoffen, dass die Nase nicht an der Brücke hängen bleibt. Hier kann man erahnen, was das für ein Spaß war:

Und nachdem wir doch einen Großteil der Zeit in so engen Flüsschen verbracht haben, auf denen wir nicht mal nebeneinander her paddeln konnten, war es auch ein gelungene Abwechslung, uns auf dem riesig scheinenden See mal den Wind um die Ohren pusten zu lassen.

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Nach der Kanu-Tour sind wir noch mit zur Ferienwohnung unserer beiden Mitstreiter gefahren. Die war sehr gemütlich eingerichtet und trotz ein wenig Trödel hier und da doch sehr modern. Ein Highlight war natürlich der zum Grundstück gehörende kleine Uferabschnitt mit eigenem Steg. Da musste noch mal die Drohne ran.

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Anschließend wurde lecker gegrillt und wie schon am Vortag war ich zum Ende hin bis zum Platzen satt. Doch dann gab es ein Problem: obwohl unser Kanu-Veranstalter uns noch genau erklärt hat, wie wir rudern sollen, habe ich es natürlich komplett falsch gemacht. Und mit einer solchen Intensität als würde das Bestehen der Menschheit davon abhängen. Ende vom Lied: im Bereich der linken Schulter hat sich wohl irgendwas innerhalb kürzester Zeit mächtig entzündet. Solche Schmerzen hatte ich seit zehn Jahren nicht mehr. Auf der Heimfahrt habe ich jeden Straßenhuckel im Arm bemerkt, konnte ihn gar nicht mehr bewegen. Auch nach zwei fetten Schmerztabletten trat keinerlei Linderung ein. Das war heftig.

Ebenso heftig: am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und – nix! Die Schmerzen waren wie weggeblasen, nicht mal ein leichter Muskelkater war zu spüren. Was war ich froh. Dermaßen erleichtert konnten wir uns nach einem letzten leckeren Frühstück auf den Heimweg machen.

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