Urlaub im Osten, Part 3

Die Musik von a-ha klang uns fast noch in den Ohren, da sind wir am Samstagvormittag von Dresden aus aufgebrochen an den Drewitzer See auf der Mecklenburger Seenplatte. Obwohl uns die Fahrt einmal dicht an Berlin herumführte, war die Reise doch relativ entspannt.

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Bei der Ankunft im Ferienresort gab es erst mal leichte Differenzen. Michi hatte den Aufenthalt ohne Frühstück gebucht, dann aber eine Buchungsbestätigung mit Frühstück erhalten – zum Preis von “mit ohne Frühstück”. Das hatten wir schwarz auf weiß. Also ließen wir es doch einfach mal drauf ankommen, schließlich hätte das Frühstück mit 15,- € p. P. und Tag so schon fast die Hälfte der Gesamtkosten betragen. Nach Rücksprache mit dem Manager haben wir uns darauf geeinigt, dass eine Person das Frühstück zahlt, die andere nicht. Somit also 15,- € für beide zusammen. Das war okay. Dumm nur, dass wir uns für unser Ferienhaus in der Zwischenzeit schon Frühstückssachen im Supermarkt gekauft hatten. Schließlich war Samstagnachmittag und wir wollten nicht riskieren ohne Frühstück dazustehen.

Sei es drum. Hier ein paar Infos zu unserer Unterkunft: es handelt sich um ca. 30 kleine und modern eingerichtete Ferienhäuschen, die in Laufweite des Drewitzer Sees gelegen sind. Bis zum nächstgelegenen Dorf sind es 7 Kilometer auf enger Straße durch dichten Nadelwald. Das hat seinen Grund: das Resort ist der ehemalige Jagdsitz von Erich Honecker.

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Und die feinen Herren sind ja ganz gerne mal “für sich”. Heutzutage ist diese Abgeschiedenheit natürlich schon bemerkenswert. Da auch der Rest dieses Landstriches nicht übermäßig besiedelt ist, gilt der Drewitzer See als der dunkelste Ort in Deutschland, gar als Sternengucker-Mekka. Wer einen tollen Sternenhimmel sehen will, ist hier genau richtig. Zu unserer Ankunft war leider gerade Vollmond, so dass sich das Sternegucken ein wenig reduziert hat. Aber sei’s drum. Schön war’s trotzdem.

Den ersten Tag nutzten wir dazu, ein wenig die Lage zu erkunden. Ein erster Besuch am See stand an.

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Am Morgen des zweiten Tages bekamen wir unsere Leihräder. Für Michi war dabei ein E-Bike eingeplant – wie sich herausstellte eine wahrhaft folgenreiche Entscheidung…

Unsere erste Tour führte uns bei bestem Fahrrad-Wetter einmal um den Krakower See, alles in allem etwas über 40 Kilometer. Erster Eindruck: alles recht schön hier.

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Aber was ich nicht erwartet hatte: dafür, dass wir auf der Mecklenburger SeenPLATTE waren, war das hier schon ganz schön hügelig. Schlimmer als bei uns. Naja, was heißt “schlimm”? Natürlich gibt es hier keine richtigen Berge, die man auf dem Rad nur in Schrittgeschwindigkeit bewältigen kann. Aber es war doch ein überraschendes Auf und Ab, das ich so von zuhause aus nicht kannte. Während es bei uns die eine oder andere Ecke gibt, wo es wirklich mal einen Hügel hinauf geht, sind das in Drewitz und Umgebung eher nur so kleine Senken, die man durchfährt.

Das war auch unsere erste Radtour, bei der ich mich durch Komoot habe leiten lassen. Komoot ist eine App bzw. ein Portal, in dem man Wanderungen, Radtouren und ähnliches planen kann. Erste Versuche habe ich damit schon in Tirol gewagt. Statt Wandern stand nun aber Radfahren auf dem Programm. Wenn ich außer Haus unterwegs bin (Pendeln) oder Hausarbeit mache, habe ich fast immer mein neues Bluetooth-Headset (aus Dresden!) im Ohr. Hier konnte es mich nun auf unseren Radwegen schön nebenbei navigieren, so dass ich nicht immer auf das Handy schauen musste. Das hat überraschenderweise wirklich gut funktioniert. Und da Komoot eine Community ist, die von den Erfahrungen anderer profitiert, habe ich gleich mal diesen schön abgelegen liegenden Steg als Highlight “contributed”.

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Am Montag war es regnerisch, so dass ich mich allein auf den Weg gemacht und ein wenig die Gegend erkundet habe.

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Zum Glück hat der Regen nach gut einer halben Stunde nachgelassen. Aber selbst Regen sehe ich immer positiv: davon wird die Luft so schön klar. Auf meinen Wegen bin ich dann auch auf ein etwas unpopuläres Freizeitvergnügen gestoßen.

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Dienstag ging es dann wieder zu zweit auf Tour. Als Ziel hatte ich ein Wisentgehege auserkoren. Auch diesmal hat die Navigation ganz gut funktioniert. Ich fand es ganz spannend als die Navi-Frau in meinem Ohr irgendwann sagte “Jetzt dem Single Trail sieben Kilometer folgen”. Also einmal ab durch den Wald über Stock und Stein. Das haben die Räder auch gut mitgemacht.

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Angekommen am Ziel haben wir uns mal das Gehege etwas angeschaut. Da Mittagspause war, haben die Wisente nicht auf der Wiese herumgetanzt, sondern lagen einfach nur so träge im Gras. Nun denn, wer kann es ihnen verübeln?! In einem weiteren Gatter für Rotwild bekamen wir leider kein einziges Tier zu sehen. War wohl für Hirschbeobachtungen die falsche Tageszeit.

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Auf dem Rückweg machten wir eine kurze Pause am Loppiner See.

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Danach ging es wiederum durch die unendlichen Weiten des Waldes auf einem kilometerlang schnurgeraden Waldweg in Richtung Unterkunft.

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Und nun kommt die nachhaltigste Anekdote des gesamten Urlaubs: in unserer Ferienwohnung angekommen, war mir nach noch ein wenig mehr Bewegung. Michi ist den Tag über super mitgefahren und hatte sich ihren “Feierabend” redlich verdient. Und da kam ich auf die Idee, doch auch mal ein paar Kilometer mit der restlichen Akkuladung ihres E-Bikes zu fahren.

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Ich, der ich seit jeher wettere “So ein Teil kaufe ich mir erst, wenn es körperlich gar nicht anders mehr geht! Für mich zählt pure Muskelkraft!”. Kurzum: nach gut 18 Kilometern, teils mit E-Antrieb, war ich dann bekehrt und habe beschlossen, dass mein nächstes Fahrrad dann wohl doch eines mit Unterstützung wird. Hat echt Vorteile. Mehr dazu dann demnächst mal, wenn es hier einen Artikel über mein…*räuser*…neues E-Bike zu lesen gibt. 😉

Am Mittwoch folgte unsere weiteste Tour mit über 60 Kilometern. Die erste Hürde erwartete uns in Malchow: unser Weg wurde von einer Drehbrücke gekreuzt, über die wir fahren sollten. Dumm nur, dass gerade mal der Zeitpunkt gekommen war, an dem die Brücke für die wartenden Schiffe geöffnet wurde. Da hieß es “Warten”. Aber bei dem Wetter gibt’s Schlimmeres.

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Auf dem weiteren Weg haben wir dann aber auch die Unzulänglichkeiten von Komoot kennengelernt. Unsere Route sollte uns zu einem etwas abgelegenen Strand führen, der bei Komoot verzeichneten war. Den Strand wird es sicherlich auch gegeben haben – dumm nur, dass er auf einer privaten Weidefläche ist und somit nicht zugänglich war.

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Nun denn, kurz eine Kreuzung vorher eben anders abbiegen und schauen, wo man raus kommt. Raus gekommen sind wir am Fleesensee, wo wir erst mal eine kleine Pause gemacht und die weitere Route geplant haben.

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Eigentlich hätten wir den Weg zurück fahren müssen, weil in der Nähe keine wirklich Möglichkeit war, einen Rundkurs zu fahren. Aber Michi meinte dann, wir können ja ruhig um den gesamten Kölpinsee fahren. Strecke machen. Da sage ich nicht nein. Letztlich sind wir ganz in der Nähe des Wisentgeheges vom Vortag gelandet und haben uns eine amtliche Fischbrötchenpause genehmigt. Anschließend ging’s wieder zur Unterkunft.

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