Esszimmer Reloaded, Teil 3

Am Donnerstag habe ich meine erste Schiene bekommen, vorerst nur für den Oberkiefer. Ich war sehr gespannt wie es sich anfühlen würde, wie stark der Druck auf die Zähne ist und vor allem wie leicht sich die Schiene entnehmen und einsetzen lässt.

Das erste Mal hat sie mir mein Zahnarzt eingesetzt. Und ja, man merkt sie schon, klar. Es fühlt sich ein wenig ungewohnt und auch ein wenig unangenehm im Mund an, ist aber weit davon entfernt, weh zu tun.

Schnell hatte ich mich entschieden, dass ich das durchaus eine Weile aushalten kann. Wer schön sein will muss leiden; die Binse kennen wir alle. Aber mit “Leiden” hat das nun echt noch nichts zu tun. Zwei Dinge sind sehr angenehm: zum einen sieht man die Schiene absolut nicht bzw. nur wenn man mir wirklich zentimeternah in den offenen Mund schaut. Das tun die wenigsten. Zum anderen wirkt sich die Schiene bei mir auch nicht auf die Sprache aus. Bei einigen Erfarhungsberichten habe ich davon gelesen, dass man anfangs stark lispelt. Ist bei mir überhaupt nicht so. Beim Sprechen merke ich sie nicht. Mal sehen wie es ist, wenn in zwei Wochen auch die erste Schiene im Unterkiefer sitzt.

Mal abgesehen davon, dass man sich laut Zahnarzt und Erfahrungsberichten schnell an das Tragen der Schienen gewöhnt, habe ich schon einige Vorteile ausgemacht, mit denen man erst auf den zweiten Blick rechnet: ich neige dazu in Stress-Situationen entweder die Zähne zusammenzubeißen oder aus Nervosität an meiner Backe zu knabbern. Beides geht jetzt nicht. Da ich die Schienen für voraussichtlich ein Dreivierteljahr tragen werde bietet sich da eine optimale Gelegenheit, sich diese dumme Angewohnheit abzugewöhnen.

Und auch in Sachen Ernährung könnte die Schiene vorteilhaft sein. Momentan hat es sich bei uns mal wieder eingeschlichen, dass man an Fernsehabenden doch noch mal an den “Leckerli-Schrank” geht und Schokolade oder Chips hervor holt. Ich kann mir vorstellen, dass mich die Schiene häufiger mal davon abhalten kann, nach dem Abendessen ein paar Extrakalorien einzuwerfen, über die man sich nachher sowieso wieder ärgert. Das ist vielleicht oftmals den Aufwand nicht wert, extra noch mal die Schienen herauszunehmen. Denn das Einsetzen und Herausnehmen der Schiene finde ich momentan “schlimmer” als das Tragen an sich. Das fühlt sich doch immer noch ein wenig unangenehm an.

Und auch die ersten Mahlzeiten sind noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Wenn der Druck auf den Zähnen auf einmal nicht mehr da ist, habe ich doch das Gefühl, dass die Zähne ein wenig irritiert sind. Zwar kann man auch durchaus mal ein, zwei Stunden ohne Schiene sein, aber momentan finde ich es eher unangenehm die Schiene nicht drin zu haben. Da habe ich – irrationalerweise – das Gefühl, die Zähne würden sich wieder in ihre Fehlstellung verschieben. Auch das Beißen in feste Nahrung ist in den Minuten nach der Entnahme der Schiene etwas unangenehm. Ob sich das mit der Zeit gibt, vor allem wenn sich die Zähne schon etwas an die jeweilige Schiene gewöhnt haben, wird hier natürlich nachzulesen sein.

Auch die erste Nacht mit Schiene habe ich 1a hinter mich gebracht. Ich habe ganz entspannt durchgeschlafen und hatte auch nicht das Gefühl, dass ich durch die neue Situation in meinem Mund länger zum Einschlafen gebraucht hätte.

Erstes klitzekleines Zwischenfazit: alles richtig gemacht. Alles aushaltbar.

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