Lebenszeichen aus dem Harz

Hier ist es jetzt schon wieder viel zu lange viel zu ruhig gewesen. Wird Zeit, dass hier mal wieder was passiert. Am Wochenende ist viel passiert, also könnte ich das ja mal nutzen, um wieder ins Schreiben reinzukommen.

Am Samstag haben Freunde ihren “Quasi-Gutschein” für mein Geburtstagsgeschenk eingelöst. Ich wusste nur, dass es “irgendwie in den Harz” geht. Eine schöne Tagestour. Petrus meinte es ausnahmsweise mal richtig gut mit uns und hat uns einen sonnigen Tag mit Temperaturen von 20°C und mehr gegönnt.

Zuerst ging es zur Rappbodetalsperre in der Nähe von Thale. Klingt unspannend, aber außer einem Stausee gab es dort eine neue Attraktion, mit der seit diesem Jahr Touristen in den Oberharz gelockt werden sollen: eine 483 Meter lange Fußgängerhängebrücke (schönes Wort, drei Umlaute!), die das Tal neben der Staumauer in etwa 100 Metern Höhe quert.

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Das mit dem Touristen anziehen hat auch wunderbar geklappt, zumindest bei dem Traumwetter. Wer sich schon herbstlich eingemuggelt hatte, ist bei dem Sonnenschein dann doch noch mal aus der heimischen Höhle gekrochen. Gut, dass wir so früh dort waren. So konnten zumindest zwei von uns ohne große Wartezeit auf die Brücke. Da wir zwei Hunde dabei hatten, haben wir uns aufgeteilt. Grundsätzlich hätten die zwar mitkommen können, aber da der Boden der Brücke aus einem Eisengitter besteht wollten wir das den zarten Pfötchen nicht zumuten. Zudem ist die Brücke auch recht eng, so dass gerade mal zwei Kinderwagen aneinander vorbei kommen. Da nicht jeder super auf fremde Hunde reagiert, haben wir aus Rücksicht auf andere die Hunde draußen gelassen. Der Gang über die Brücke war sehr spannend und wie auf einem Schiff: anfangs gerät man durch das Schaukeln der Brücke noch mächtig ins Wanken, mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Am Ende konnte ich dann ganz entspannt über die Brücke schlendern, ohne mich festhalten zu müssen.

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Und Zeit genug hatte ich: während meine Begleitung nach der Überquerung der Brücke genug hatte, habe ich mein Geburtstagsgeschenk voll ausgekostet und wollte auf die anderen zwei auf der Brücke warten. Und ich habe gewartet. Lange. Als nach gut einer halben Stunde immer noch keiner da war (bei der Enge hätte man sich ja zwangsläufig über den Weg laufen müssen), bin ich zurück gegangen. Als ich gerade am Ausgang stand sagte Michi durch die Gittertür “Wir sind gleich drin”. Und wow: was hatte sich das verändert. Als wir losgegangen sind, war die Schlange gerade mal 5 Meter lang, als ich wieder raus gegangen bin, waren es knapp 100 Meter. Aus Sicherheitsgründen wird immer nur eine bestimmte Anzahl Personen auf die Brücke gelassen. So hatte ich zwar Glück, wir mussten dann aber auf die andere Hälfte unseres Teams waren. Bei dem Wetter war das allerdings überhaupt nicht schlimm.

Schlimm hingegen ist, dass ich mich jetzt ärgere, nicht auch noch die Seilbahn mitgenommen zu haben.Über das Tal spannt sich nämlich nicht nur die Hängebrücke, sondern auch Europas längste Doppel-Seilbahn. Dort kann man sich vom einen Ende der Brücke in die Tiefe stürzen und kommt dann nach etwa 1.000 Metern 100 Meter weiter unten am Ende an. Das sah nach einer Menge Spaß aus, den ich mir auch zugetraut hätte. Spätestens nachdem ich dann zuhause mal ein YouTube-Video von der Rutschpartie gesehen habe, habe ich mich geärgert, das nicht auch gemacht zu haben. Davor habe ich weniger Bammel als vor einer Fahrt in der Loopingbahn. Das hängt aber auch damit zusammen, dass ich in diversen Fahrgeschäften schlechte Erfahrungen in Sachen Rückenfreundlichkeit gemacht habe.

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Überhaupt hat mir die luftige Höhe, das Schwanken der Brücke und die teils halbwegs starken Windböen erstaunlich wenig ausgemacht. Ich konnte sogar mit dem Blick nach unten durch die Gitter gemütlich spazieren, ohne dass mir flau im Magen wurde. Zwar habe ich noch nie wirklich zur Höhenangst tendiert, aber dass ich das so locker meistern würde, hat mich schon etwas überrascht.

Nach einer kurzen Rast mit leckeren Sandwiches und Brownies ging es dann nach Bad Harzburg. Der Baumwipfelpfad wollte erkundet werden. Trotz diverser Aktivitäten in luftiger Höhe war die schwerste Aufgabe des Tages wohl doch eher, in Bad Harzburg einen Parkplatz zu finden. An dem Samstag sind wirklich *alle* noch mal auf die Piste gegangen. Der Baumwipfelpfad an sich war ganz okay.

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Diverse Info-Stationen entlang des Weges bieten allerlei wissenswertes über den Wald und seine Bewohner – sind aber auch eher interessant für die jüngeren Gäste. Highlight ist eine kleine Abenteuer-Strecke, bei der man auf wackeligen Seilen balancieren muss. Das hat auch mir altem Sack viel Spaß gemacht. Aber das eigentliche Highlight war dann wohl doch eher der herbstlich gefärbte Wald, der in der prallen Sonne vor Farben nur so strotze.

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Anschließend spielten wir noch eine Runde Minigolf. Der Platz war ziemlich schangelig und soll im kommenden Jahr durch einen „Abenteuer-Minigolf-Kurs“ abgelöst werden. Wir waren also die Abrissparty! Praktisch: den Minigolf-Parcour und unser Auto waren nur durch eine lichte Hecke getrennt, so dass wir fix unseren Pickinick-Korb aus dem Auto geholt haben. Und während einer nach dem anderen an den kniffeligen Kursen scheiterte (vor allem Michi und ich), konnten die anderen gemütlich was in sich rein mümmeln und dem Spieler mit guten Kommentaren wichtige HInweise zum besseren Schlagen geben. 😉

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Die anschließende Suche nach etwas Essbaren führte uns dann nach Goslar. In der Nähe des Marktplatzes fanden wir glücklicherweise ein akkurates Tischchen in der “Butterhanne”. Dort ließen wir es uns bei guter deutscher Hausmannskost und einem süffig-dunklen Bier aus Goslarer Brauerei gut gehen. Anschließend ging es ab nach Hause, so dass wir gegen 21:30 Uhr nach einem erlebnisreichen Tag glücklich und müde ins Bettchen gefallen sind.

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