Garmin-Zoff und virtuelle Sonne
Es ist kalt da draußen. Drei Grad, um genau zu sein. Eigentlich hatte ich heute fest vor, mich aufs Rad zu setzen und draußen eine Runde zu drehen. Aber der innere Schweinehund flüstert mir gerade ganz penetrant „Mallorca auf Rouvy“ ins Ohr. Es fällt mir momentan ehrlicherweise immer noch ein bisschen schwer, mich darauf einzulassen und hier wieder regelmäßig zu bloggen. Aber hey – ich hoffe mal, das wird mit der Zeit besser.
Nun denn. Erstmal gibt es hier einen kleinen Überblick über das, was mich in den letzten Tagen so umgetrieben hat.
Wenn die Technik bockt: Mein KI-Trainer
Ich bastle momentan immer noch intensiv an meiner Videoserie. Darin zeige ich, wie ich mir meinen eigenen KI-Trainer erarbeitet habe und welche coolen Möglichkeiten mir das Setup bietet. Der Plan war eigentlich genial: Meine ganzen Garmin-Vitalwerte sollten vollautomatisch an Gemini weitergereicht werden.
Die Realität? Funktioniert momentan überhaupt nicht. Garmin hat sich ausgerechnet jetzt dazu entschlossen, diese automatisierten Abfragen massiv zu bekämpfen.

Jetzt sitze ich da, muss mir die Daten auf hochkomplizierten Umwegen selbst zusammensuchen und sie der KI manuell zufüttern. Ziemlich nerviger Kram. Aber was willst du machen? Da wird in den nächsten Tagen definitiv noch ein bisschen rumgebastelt, bis die Pipeline wieder steht.
200 Kilometer und das E-Gravel-Biest
Dafür geht es radfahrtechnisch gerade richtig nach vorne! In der letzten Woche habe ich es tatsächlich geschafft, gut 200 Kilometer abzuspulen. Nachdem ich im Januar die ersten mehr als 600 Kilometer des Jahres gefahren bin, habe ich im Februar ordentlich nachgelassen (375 km). Aktuelle fehlen mir heute am letzten Tag des März noch 4 Kilometer, dann habe ich zumindest mal die 700 Kilometer-Marke in einem Monat geschafft.
Zwei von diesen Touren habe ich draußen durchgezogen (einmal 68 km, einmal 55 km). Dabei merke ich extrem, dass mein neues E-Gravel-Bike von Pinarello ein ganz anderes Biest ist als mein altes, gemütliches Kalkhoff-Pedelec. Es hat natürlich eine deutlich sportlichere Anmutung, fordert mich physisch viel mehr und gibt mir nicht diese bequeme „Lass mich mal machen“-Power. Für mein Training ist das absolut okay, aber man muss sich – und seine Beine – doch erst einmal darauf einstellen.

Mein Ziel für das Draußen-Training ist ohnehin klar: Ich will weg vom E-Bike und wieder komplett hin zum normalen Fahren ohne Motor.
Aktuell stehe ich vor zwei Optionen:
- Gewichtstuning: Ich werfe Motor und Akku komplett raus, setze eine einfache Blende drauf und mache das Rad so um satte drei Kilo leichter.
- Die Sicherheitsleine: Ich lasse den Motor drin. So habe ich auf alle Fälle ein Backup für richtig lange Touren, das mich im Notfall sicher nach Hause bringt.
Neues Spielzeug für den Lenker
Nebenbei wartet hier noch mein ganzes neues Kamera-Equipment darauf, endlich auf Herz und Nieren getestet zu werden. Ich habe mir eine neue 360-Grad-Kamera gegönnt (Insta360 X4 Air) – und nach einem schönen Weihnachtsangebot auch noch eine neue Drohne. Fun Fact: Da mir meine erste Drohne desselben Typs kaputtgegangen ist, habe ich jetzt sogar noch einen Akku übrig und bin besser ausgestattet als je zuvor!
Für das E-Gravel-Bike habe ich mir eine spezielle Halterung für den Radcomputer besorgt, die unten eine GoPro-Aufnahme hat. Problem: Wenn die Kamera direkt unterm Computer hängt, filmt sie alles – nur nicht mich. Da muss also noch eine Verlängerung dran, damit die Linse schick über den Computer drüber gucken kann. Alternativ probiere ich auf der nächsten Tour mal den Selfie-Stick oder eine direkte Lenkerhalterung aus.
Die Hausrunde ins Wohnzimmer holen
Wenn ich so aus dem Fenster schaue, komme ich direkt auf mein nächstes Projekt. Letztes Wochenende war ich bei strahlendem Sonnenschein draußen. Traumhaft! Allerdings waren es nur vier bis fünf Grad. Nach knapp einem Kilometer musste ich erstmal fluchend anhalten, mir ein Mützchen aufsetzen und mir die dicken Winterhandschuhe überstreifen.
Deshalb finde ich das neueste Feature bei Rouvy auch so genial: Man kann eigene Strecken einstellen! Entweder als reinen GPX-Track oder – noch viel besser – man filmt die Strecke ab und lädt das Video samt Track hoch. Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, demnächst mal meine Hausrunde abzufilmen. So könnte ich die Route im tiefsten Winter einfach zu Hause nachfahren und müsste nicht in die Arschkälte raus.
Bis dahin fahre ich virtuell eben weiter auf Mallorca herum. Da bin ich letzte Woche gemütliche 43 km von Playa de Muro in Richtung Inca geradelt. Solche Strecken, die ich aus dem echten Leben kenne und dann virtuell nachfahre – das ist einfach genau mein Ding.
P.S.: Mein Körper erholt sich spürbar und ich habe das Gefühl, dass es fitnessmäßig endlich wieder bergauf geht. Drückt mir die Daumen, dass das Wetter bald mitspielt!