Wenn die Frühlingssonne den Trainingsplan sabotiert
Tja, manchmal meine ich es mit der Motivation einfach ein kleines bisschen zu gut. Am Freitag war ich endlich mal wieder im Fitnessstudio und habe mich an der Beinpresse leider dezent verausgabt. Das gab natürlich prompt einen virtuellen Anschiss von meinem KI-Trainer, der völlig zu Recht meinte, dass das in meinem aktuellen Zustand nicht gerade die Übung der Wahl sei. Aber immerhin habe ich mich davon nicht entmutigen lassen. Am Samstag saß ich dann brav schon vor dem Frühstück für 90 Minuten auf dem Wahoo Kickr Bike Shift. Dort habe ich wunderbare 38 Kilometer strikt im Bereich der Fettverbrennung abgespult. Und weil das scheinbar noch nicht reichte, haben wir am Vormittag eine gute Freundin nahe Wunstorf besucht und den Abstecher direkt für einen ausgiebigen Spaziergang am Mittellandkanal genutzt.

Intervalltraining zwischen Theorie und Sonnenschein
Nun denn, am Sonntag stellte sich dann allerdings heraus, dass das immer besser werdende Wetter für mich momentan zu einem echten Problem wird. Mein KI-Trainer generiert mir einen Trainingsplan, den ich grundsätzlich am allerbesten auf dem Indoor-Bike absolvieren kann. Nur dort treffe ich die vorgegebenen Wattzahlen für die Intervalle wirklich exakt auf den Punkt. Draußen ist das immer so eine Sache – man muss bremsen, mal kurz anhalten, es geht bergauf oder bergab. Daher ist es eigentlich absolut sinnvoll, diese spezifischen Einheiten konsequent drinnen zu fahren. Also habe ich mich am Sonntag in aller Frühe um 6 Uhr für 45 Minuten auf die virtuelle Piste begeben und das Pflichtprogramm erledigt, indem ich mal wieder um das Steinhuder Meer gefahren bin.

Die Rache der Kilometer und der unbesiegte Maulwurf
Aber wenn man das leichte Training bereits abgehakt hat und draußen endlih auch mal die Sonne lacht, kommt man verdammt schnell in die Verlegenheit, doch noch mal auf’s Rad zu steigen. Und so habe ich nachmittags das Pinarello geschnappt und bin draußen noch mal für zweieinhalb Stunden unterwegs gewesen, um geschmeidige 60 Kilometer zu fahren. Damit bin ich am Sonntag das erste Mal wieder ganz nah an die 80-Kilometer-Marke (Indoor + Outdoor) herangekommen. Das ist natürlich ein super Gefühl, aber die Quittung folgte prompt: Heute Morgen wollte ich so gar nicht aus dem Bett kommen und auch mein KI-Trainer hat mir für heute absolute Ruhe ins Trainingsbuch geschrieben.
Eigentlich müsste ich dringend in den Garten, denn unser Grundstück gleicht dank zahlloser Maulwurfshügel inzwischen eher einer dem Schlachtfeld von Verdun. Das müsste dringend mal geebnet werden, bevor der Rasen wieder zu hoch steht. Aber als ich nach Hause kam, bin ich wirklich nur noch völlig platt auf die Couch gefallen und habe erst einmal ein Stündchen geschlafen. Den Nachmittag habe ich dann lieber entspannt damit verbracht, meinen KI-Trainer weiter zu optimieren und mich in eine neue Dokumentenverwaltung einzuarbeiten.
Ergo: Manchmal muss man Fünfe gerade sein lassen und die Natur genießen, auch wenn das System eigentlich etwas anderes vorschlägt.